Dienstag, 17. Oktober 2017

Unterwegs auf der #FBM17 - von Drachen, Signierschlangen und Buchmagie



Auch dieses Jahr war ich wieder zweieinhalb Tage lang auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs. Termine hatte ich dieses Mal nicht besonders viele - stattdessen wollte ich viele tolle Eindrücke sammeln und vor allem Buchluft schnuppern. Außerdem lockte die FBM 2017 mit einem echten Staraufgebot - Udo Lindenberg, Jennifer L. Armentrout, Cassandra Clare, Dan Brown, Nicholas Sparks, Teri Terry... wie immer Sebastian Fitzek. Das versprach eine bombastische Messe zu werden. Aber wie war sie denn nun, die FBM17?

Buchmesse-Freitag


Nach einem donnerstäglichen Stadtbummel durch Frankfurt ging es für mich und meine Mutti am Freitag endlich auf die Buchmesse. Wir waren voller Vorfreude und haben die verhältnismäßig leeren Hallen (leer ist hier aber wirklich relativ) genutzt, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen und uns schon einmal ein paar Bücher anzulachen. Vor allem die großen Stände haben wieder mit aufwendigen Arrangements und ganz vielen neuen Titeln gepunktet.

© Buntes Tintenfässchen



Droemer Knaur rührte in gewohnter Manier die Werbetrommel für Sebastian Fitzeks neuen Thriller - Flugangst 7A erscheint am 24.10.
© Buntes Tintenfässchen









Und auch am Stand waren Fitzeks Bücher ordentlich aufgereiht - ich glaube man erkennt, wo da der Fokus liegt ;)






Der Drachenmond Verlag war dieses Jahr mit einem größeren Stand vorort - sehr zur Freude der Fans. Am Freitag war der Andrang dort noch nicht ganz so groß. Ich finde es übrigens grandios, dass der Verlag auf großes Tamtam und aufwendige Gestaltung verzichtet, denn die fantastischen Cover sprechen einfach für sich. Ihr bemerkt sicher, dass ich dieses Jahr ansonsten gar nicht so viele Fotos gemacht habe. Das liegt einfach daran, dass wir alle die meisten Stände schon tausendmal gesehen haben. Entweder selbst auf der Messe oder durch die etlichen Berichtsposts. Hier wechseln eigentlich lediglich die Bücher. Außer beim Drachenmond Verlag eben. ;)

© Buntes Tintenfässchen


Der Stand vom Drachenmond Verlag war diesmal etwas größer und durchgehend gut besucht.



Ansonsten stand am Freitag Schlendern auf dem Programm. Meine Wunschliste ist um einige Bücher gewachsen, bevor es gegen Nachmittag auf das Agora Freigelände ging. Hier auf der Open Stage hatte sich ein alter Buchmesse-Hase angekündigt: Sebastian Fitzek stellte zusammen mit Jörn Stollmann und Marco Teubner das Gemeinschaftsprojekt "Safe House" vor. Nein, diesmal kein Buch, sondern ein Brettspiel. Ein geniales übrigens, denn im Anschluss konnte ich mir die Signierstunde nicht entgehen lassen und das Spiel samt der drei Unterschriften musste mit. Diese erste Signierschlange der Messe hat mich 1 Stunde Lebenszeit gekostet, aber wie der Spieleabend wenige Stunden später zeigte: Das war's wert!

© Buntes Tintenfässchen
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Sebastian Fitzek stellt gemeinsam mit Jörn Stollmann und Marco Teubner das Brettspiel "Safe House" vor.






Signierstunde von Fitzek, Stolli und Teubner.






Anschließend ließen wir den Messe-Freitag auf dem Agora Freigelände ausklingen. Eher zufällig landeten wir dabei vor der Open Stage, wo sich in Kürze Herr Udo Lindenberg die Ehre geben würde. Wo wir schon mal da waren... :D Ich bin zwar kein Lindenberg-Fan, aber das Mini-Konzert war tatsächlich ziemlich cool. Der Lindenberg ist einfach immer noch ein total abgefahrener Typ - zum Niederknien :D

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Udo Lindenberg live on stage






Danach war der erste Messetag für uns auch schon Geschichte. Wir haben den Abend mit dem Versuch zugebracht, Sebastian Fitzeks Brettspiel zu schlagen - ohne Erfolg. Mein Ehrgeiz ist auf jeden Fall geweckt :D In den nächsten Tagen werde ich euch natürlich in einer ausführlichen Review vom neuen Fitzek berichten. So viel schon mal vorab: Er lohnt sich sowas von!

Buchmesse-Samstag und 1. Frankfurter Drachennacht


Am Samstag bin ich alleine zur Buchmesse losgezogen, denn den Tumult wollte ich meiner Mutti nicht unbedingt zumuten. Und tatsächlich verging mir schon beim Einlass etwas die Lust auf einen Messebummel und wenig später in Halle 3.0 sah es nicht besser aus. Um 11.00 war ich aber auch schon zu meinem ersten Termin verabredet - mein zweites Interview mit der wunderbaren Mary Cronos (Nafishur). Bereits in Leipzig durfte ich ihr zu ihrem außergewöhnlichen Debütroman Nafishur Löcher in den Bauch fragen. Dieses Mal hatten wir auch noch ein anderes Thema... was genau, das verrate ich euch in den nächsten Tagen. Ihr dürft auf jeden Fall gespannt sein!

Der zweite Grund für meinen samstäglichen Messebesuch - Signierstunden! Die erste führte mich ein weiteres Mal zur wunderbaren Teri Terry, wo die liebe Sandra (eine Signierschlangen-Bekanntschaft aus dem letzten Jahr) bereits auf mich wartete. Hier hielt sich das Anstehen noch in Grenzen - schon nach ungefähr 20 Minuten setzte Teri Terry ihre Signatur auf die erste Seite meines Exemplars von Infiziert

© Buntes Tintenfässchen



Teri Terry signiert ihren neuen Roman Infiziert. Wer noch einmal nachlesen möchte, worum es geht und ob sich das Buch lohnt - *hier entlang zur Rezension*






Leider ging es so reibungslos und entspannt nicht weiter. Einige von euch haben es sicher schon auf Facebook gelesen. Sandra und ich haben uns unglaublich auf Nicholas Sparks gefreut, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, den amerikanischen Bestseller-Autoren live und in Farbe zu treffen. Ich hatte für die Signierstunde auch ein Buch von meiner Oma dabei, denn sie liebt Sparks' Romane beinahe seit der ersten Stunde und ich wollte ihr mit einer Signatur so gerne eine Freude machen. Ein Foto von Nicholas Sparks kann ich an dieser Stelle jedoch leider nicht einfügen, denn bei seiner Signierstunde auf dem Agora Gelände am Signierzelt ging einiges schief. 

Fast zwei Stunden vor Beginn der Signierstunde haben wir uns am Signierzelt angestellt. Die Schlange bewegte sich noch, denn vorn standen zu dem Zeitpunkt noch Fans des Autoren, der gerade signierte. Tatsächlich aber begann hier schon das Chaos, denn von Ordnern keine Spur. Fans von Cassandra Clare, die eine halbe Stunde nach Sparks signieren sollte, mischten sich bunt unter die Schlange beziehungsweise den einzigen riesigen Menschenhaufen. Niemand machte mal eine Ansage, wo man sich nun für welchen Autoren anstellen sollte. So kam es, dass die Menge stetig anschwoll und obwohl wir eigentlich recht weit vorne standen, hatten wir keine Chance, denn von links und rechts quetschten sich die Menschen, wo es nur ging, in die Warteschlange. Da ärgert man sich ehrlich, wenn man sich, wie wir, rechtmäßig und ordentlich hinten anstellt und geduldig wartet. 

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Etwa eine halbe Stunde, bevor Nicholas Sparks im Signierzelt Platz nehmen sollte (aktuell sprach er auf der Open Stage, wovon wir dank der Massen natürlich nichts mitbekamen), kam dann tatsächlich mal eine Mitarbeiterin der Messe oder des Verlags (keine Ahnung) durch und trennte die Schlange in Sparks und Clare. Wir standen richtig, die Clare-Fans, denen bis dahin auch niemand etwas gesagt hatte, mussten allerdings zu einer neu gebildeten Schlange trotten und sich hinten wieder anstellen. Frust auf beiden Seiten! Bei uns ging es dann tatsächlich auch bald los, allerdings nicht vorwärts. Denn immer noch hatte niemand den vorderen Bereich abgesperrt und so kamen immer mehr Menschen seitwärts zur Schlange rein. Das ist sowas von ärgerlich! Menschen sind blöd, rücksichtslos und einfach nur assi. Sorry, aber so ein Verhalten regt mich echt auf. 

Natürlich hatten wir bei dem Ansturm keine Chance. Nicholas Sparks signierte tatsächlich nur eine halbe Stunde (ich glaube, es waren sogar nur 25 Minuten), trotz der hunderten Fans. Okay, sicherlich musste er weiter oder dachte sich einfach: So what, meine Zeit ist um, also hau ich ab. Aber: Erstens signierte er nicht mal die wenigen Bücher noch, die einige Menschen Sekunden bis Minuten zuvor direkt vor seiner Nase extra dafür gekauft hatten. Zweitens: Niemand sagte uns, dass der Autor gar nicht mehr da ist. Wir standen weiter in der prallen Sonne, bis irgendwann mal ein paar Wartende nach vorn gingen, um nachzusehen. Diese Organisation war unter aller Sau. Wenn man sich strikt an den Zeitplan halten muss (wobei ich das so noch nie erlebt habe - warum lädt man einen Bestseller-Autoren für 25 Minuten Signieren ein? Dann kann man's doch auch lassen), wieso wird dann nicht a) darauf geachtet, dass die Menschen ordentlich anstehen und b) wieso drückt man dem 80. Fan (oder was weiß ich) nicht einfach ein Schild in die Hand, damit sich die 300 dahinter das stundenlange Anstellen sparen können? Ich war im Anschluss direkt beim Heyne Verlag in Halle 3.0, wo man sich auch enttäuscht und ernüchtert gab und sagte, das wäre so nicht geplant gewesen. Ich jedenfalls war wirklich stinkig. Organisation = 0.

Aber immerhin: Sie haben daraus gelernt. Denn am Sonntag waren mehrere Ordner mit Megafon am Signierzelt unterwegs, es waren Schilder für die aktuell signierenden Autoren aufgestellt und die Schlangen mit Absperrband begrenzt. Tja, hätte man das mal einen Tag eher gemacht, wären sicherlich nicht so viele Fans enttäuscht worden. Aber wer hätte auch ahnen können, dass kurz aufeinanderfolgende Signierstunden von Nicholas Sparks, Cassandra Clare und Sebastian Fitzek so viele Fans anlocken würden... *zieht kopfschüttelnd von dannen*

Aber: Es gab ja noch etwas, auf das ich mich freuen konnte! Denn am Abend ging es für meine Mutti und mich zum Uni Campus Westend auf die Drachennacht. Erstmal hieß es dort wieder: Schlange stehen. Aber man ist ja geübt. :D Kurz vor 20.00 Uhr betraten wir dann die Location, wo sich alle sofort auf den Büchertisch stürzten. Ich ließ ihn erstmal links liegen, denn es wäre ja noch Zeit genug. Ich muss sagen: Die Location war nicht annähernd so schön wie die in Leipzig (aber Frankfurt war sicher auch die weitaus größere Herausforderung) und die Getränke sündhaft teuer. Ich bin ja nicht geizig, aber zusätzlich zu den 20 Euro Eintritt war das schon heftig. 

Dafür war die Stimmung von Anfang an großartig: Wir saßen neben der wundervollen Lin Rina (Autorin von Animant Crumbs Staubchronik - erscheint im November), die später noch traumhaft schön ein Lied aus "Ariel" sang.

© Buntes Tintenfässchen
Auf die wieder einmal geniale Ansprache von Verlagschefin Astrid folgten später zwei urkomische Lesungen. Zuerst las Liane Mars aus Bin Hexen - Wünscht mir Glück. Das Buch passt zwar absolut nicht in mein Beuteschema, amüsant und unterhaltsam war die Lesung aber trotzdem auf jeden Fall. Der Knaller war aber Sarah Adler, die eine zum Brüllen komische Stelle aus ihrem Roman Knochenjob las. Das Buch musste (frisch signiert) natürlich bei mir einziehen, denn die Komik und der Witz dieser einen Stelle haben mich schon beim Zuhören herzhaft zum Lachen gebracht. 

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Nach den Lesungen gab es wie schon in Leipzig eine lustige Autorenrunde, in der vier Autorinnen gemeinsam mit Astrid eine spontane Geschichte aus zufälligen Wörtern aus dem Publikum bildeten. Super lustig! Außerdem habe ich natürlich ein paar Bücher gekauft - allerdings nicht so viele, wie ich gern wollte, denn die meisten Bücher auf meiner Wunschliste waren gar nicht da. Zwar konnte ich sie mir am nächsten Tag auf der Messe noch schnappen, aber leider ohne Signatur. Schade, denn darauf hatte ich mich am meisten gefreut. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Drachennacht in Leipzig deutlich besser gefallen hat. Auch wenn die in Frankfurt trotzdem sehr schön war, freue ich mich auf nächstes Jahr!

Buchmesse-Sonntag


Am Sonntag gingen wir nur noch einmal kurz auf die Messe - kurz vor der Heimfahrt quasi. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um mir endlich noch ein paar Bücher (vor allem Drachen) zuzulegen. Zu berichten gibt es deswegen nicht besonders viel, dafür seht ihr jetzt aber meine komplette Ausbeute. Alle Bücher werde ich euch noch einmal in einem separaten Post vorstellen. Ich freue mich aber auf jeden Fall schon wahnsinnig auf's Lesen!

© Buntes Tintenfässchen

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Mein Fazit: Diese Messe war wieder einmal durchwachsen. Warm werde ich mit der FBM immer noch nicht wirklich. Leipzig ist einfach intimer, schöner und herzlicher. Allen, die sich wegen des Wahlergebnisses in Sachsen noch überlegen wollen, ob sie ins braune Leipzig reisen sollten, sage ich: Schaut euch an, wie es in Frankfurt zugegangen ist! Da wird dem rechten Bernd Höcke (sorry, der muss einfach) ein Podium gegeben und zugelassen, dass es regelrecht zu Ausnahmezuständen kommt. Dafür habe ich wirklich keine Worte mehr übrig. Einfach ätzend, was alles so unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit laufen kann.

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