Mittwoch, 4. Oktober 2017

REZENSION: "Friedhof der Kuscheltiere" (Hörspiel nach Stephen King)

© der Hörverlag
Titel: Friedhof der Kuscheltiere
Autor: nach Stephen King
Genre: Hörspiel / Horror / Thriller
Sprecher: László Kish, Christin Marquitan, Manfred Steffen u.a.
Erscheinungsjahr: 1999
Format: Hörspiel (nicht mehr erhältlich, als Hörbuch bei Randomhouse Audio)
Länge: 180 Minuten
ISBN: 978-3-89940-911-6

Familie Creed zieht samt Kater Church aus der Großstadt in ein verschlafenes Städtchen namens Ludlow. Doch was auf den ersten Blick idyllisch erscheint, entpuppt sich als wahrer Alptraum. Denn im Wald hinter dem Haus der Creeds befindet sich ein alter Indianerfriedhof - ein schauriger, sagenumwobener Ort. Man sagt, wer hier beerdigt wird, würde ins Leben zurückkehren. Was das jedoch für die Hinterbliebenen bedeutet, muss Familie Creed bald am eigenen Leib erfahren...
Das Cover passt sicherlich gut zum Horror-Genre und mir gefällt die düstere Farbgebung in Schwarz-Grün. Es hat etwas Bedrohliches, Gruseliges. Und viel mehr als den Namen des Autors in großen Lettern braucht es sicher nicht, um zu zeigen, in welche Richtung die Geschichte geht.


Geschichte

Friedhof der Kuscheltiere - das Buch ist sicherlich jedem ein Begriff, denn es gilt als eines DER Bücher des Horror-Genres. Und es sollte mein erster Ausflug ins Universum des Stephen King sein und gleichzeitig habe ich mich einmal an etwas ganz anderes herangewagt: Ein Hörspiel für Erwachsene. Das heißt natürlich, ich kann euch nichts zum Schreibstil des Master of Horror sagen, sondern lediglich die Figuren, die Handlung, das Setting und die Produktion beurteilen. Also los geht's:

In Friedhof der Kuscheltiere geht es um den Arzt Louis Creed, seine Frau und seine beiden Kinder. Am Anfang der Geschichte zieht die Familie in das verschlafene Städtchen Ludlow und freundet sich direkt mit dem netten Nachbars-Ehepaar an. Der alte Jud zeigt Louis und seiner Familie recht bald danach den alten Tierfriedhof im Wald. Und als kurze Zeit später der Kater der Creeds, Church, überfahren wird, nimmt das Grauen seinen Lauf... Soweit die Ausgangssituation. Anfangs fand ich die Geschichte zum Gähnen langweilig. Schon bei diesem stark eingekürzten Hörspiel dauert es und dauert es, bis die Story mal in Fahrt kommt und ich habe zwischenzeitlich ein wenig die Lust und das Interesse verloren. Die Figuren jedoch sind gut gezeichnet und werden von den unterschiedlichen Erzählern überzeugend verkörpert, was mich dann doch am Ball bleiben ließ.

Und dann kommt das Grauen: Louis vergräbt den toten Kater seiner Tochter auf Anraten von Jud auf dem alten Indianerfriedhof, oberhalb des Tierfriedhofs, und dieser steht am nächsten Tag quicklebendig vor der Haustür. Naja, nicht ganz so lebendig, denn schließlich wurde das Tier überfahren und müffelt nach Verwesung. Aber auch dann: Kein Grusel. Die Zombiekatze hat mich eher belustigt als geschockt und wirklich spannende Momente fehlten. Stattdessen lebt die Familie erst einmal für eine Weile ganz normal weiter (mit Zombie-Church an ihrer Seite), bis das nächste Unglück passiert. Ich will natürlich nicht spoilern, aber: So wie die Tiere sich verändern, wenn sie von den Toten auferstehen, so verändern sich auch Menschen.

Ein wenig spannend wurde die Geschichte tatsächlich erst mit den letzten zwei, drei Tracks. Aber auch da: Gegruselt habe ich mich nicht. Ich fand die Handlung durchgehend plump und uninteressant und die wenigen Schockmomente, die sich wirklich an einer Hand abzählen lassen, erscheinen schlichtweg zu konstruiert, als dass man Angst haben könnte. Schon nach der ersten CD habe ich mit ziemlichem Desinteresse zugehört und bin immer wieder abgeschweift, weil mich eigentlich rein gar nichts an der Geschichte fesseln konnte. Das kann beim Buch natürlich ganz anders sein und mag an der schlechten Produktion liegen - deswegen bezieht sich diese Einschätzung auch wirklich nicht auf Stephen Kings Roman, sondern ausschließlich auf das dazugehörige Hörspiel.

Hörspielproduktion

Die Sprecher sind großartig gewählt und haben mich, im Gegensatz zur Story, absolut überzeugt. Ansonsten aber ist die Produktion des Hörspiels einfach nur unterirdisch. Die Soundeffekte sind viel zu laut (oder die Stimmen zu leise?), übertönen bisweilen die Sprecher und sind teilweise auch schlecht auf die Handlung abgestimmt. Auch die gesamte Spannung fehlt in dieser Hörspiel-Fassung des King-Klassikers und so ist die Geschichte viel eher zum Brüllen komisch als schaurig und gruselig. Schade.

Lahm, einfach nur lahm. Das ist das erste, was mir zu der Hörspiel-Fassung von Stephen Kings Klassiker Friedhof der Kuscheltiere in den Sinn kommt. Die Geschichte ist öde, nicht mal ansatzweise spannend und wirkt oftmals eher lächerlich als schaurig. Hinzukommen eine schlechte Produktion und ein unglückliches Sound-Design. Dieses Hörspiel war leider gar nichts für mich! Eventuell würde ich mich irgendwann noch einmal an das Buch heranwagen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Zombie-Thematik mich dann überhaupt noch packen kann. Was sagt ihr: Lohnt sich das Buch?



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