Donnerstag, 6. Juli 2017

REZENSION: "The One" (Maria Realf)

© Rowohlt


Titel: The One
Autor: Maria Realf
Genre: Roman / Liebesroman
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Taschenbuch (9,99 €), E-Book
Seiten: 384
ISBN: 978-3-499-27314-8

Nur noch wenige Monate trennen Lizzie von der Hochzeit mit dem attraktiven, fürsorglichen Sportlehrer Josh. Lizzie ist sich absolut sicher, dass sie mit Josh glücklich bis ans Lebensende wird - zumindest bis Alex wieder vor ihr steht. Alex, der ihre erste große Liebe war, ihr Seelenverwandter. Derjenige, der sie vor zehn Jahren verlassen und ihr damit das Herz gebrochen hat. Er hätte sich keinen ungünstigeren Zeitpunkt aussuchen können, um zurückzukehren. Beharrlich weigert sich Lizzie, seiner Bitte um ein Gespräch nachzukommen. Doch Alex lässt nicht locker, denn was er ihr zu sagen hat, könnte ihre Zukunft für immer verändern.

An sich ein klassisches, aber doch modernes, romantisch-anmutendes Cover. Es sticht nicht unbedingt heraus, aber kann sich definitiv sehen lassen. Besonders gut gefällt mir jedoch daran, dass die zarten Blumenranken im Hintergrund auch im Buchinneren als Zierde zu Beginn jedes Kapitels verwendet wurden.

Der Anfang von The One war soweit sehr gut und ansprechend, sodass nach nur wenigen Seiten mein Interesse geweckt war. Der Stoff ist natürlich nicht das absolute Novum, weshalb im Wesentlichen der Verlauf recht vorhersehbar war. Allerdings muss ich auch zugeben, dass es ein/zwei Sachen gab, mit denen ich nicht in dieser Form gerechnet hätte. Auch finde ich an sich Geschichten, bei denen man in etwa weiß, worauf sie hinauslaufen, nicht weiter problematisch, denn manchmal ist das genau das, was man braucht. Dass mich The One letztlich nicht vom Hocker gerissen hat, liegt weder in der Vorhersehbarkeit der Handlung noch im Schreibstil der Autorin (der an sich gelungen ist) begründet, sondern überwiegend in meinem mangelnden Bezug zu den Charakteren und fehlender Detailspannung (im Sinne von kleineren Spannungsepisoden).
Erzählt werden die Ereignisse in zwei verschiedenen Zeitebenen: das gegenwärtige Geschehen kurz vor der Hochzeit und das vergangene Geschehen zehn Jahre zuvor. Dadurch bekommt man einen Einblick in Lizzies Beziehung mit Josh und Lizzies Beziehung mit Alex. Letztere erscheint bis zu einem bestimmten Punkt nahezu märchenhaft-perfekt. Eigentlich war das ganz süß, aber durch die bruchstückhafte Rekapitulation ihrer gemeinsamen Geschichte wollte bei mir der Funke nicht überspringen. Daran konnte auch ihre erneute Annäherung nichts ändern, welche trotz Lizzies anfänglicher Weigerung, sich mit Alex zu treffen und eines kleinen Disputs, nahezu unproblematisch verlief. Lizzie verzeiht ihm ziemlich schnell, was wohl auch mit Alex' Bekanntgabe zusammenhängt. Aus mir unerfindlichen Gründen hat mich das gestört. Auch im weiteren Verlauf wollte sich bei mir nicht das Gefühl einstellen, dass die zwei die einzig wahre Liebe miteinander verbindet.
Bei der Konstellation Lizzie/Josh fehlte mir jegliche Leidenschaft und Magie, was wahrscheinlich auch als Kontrastprogramm zu Alex gedacht war. Dadurch wirkten sie mehr wie Freunde auf mich, die aufgrund ihrer ähnlichen Persönlichkeitsmerkmale sehr gut miteinander harmoniert haben. Josh ist - ebenso wie Lizzie - einer von den "Guten". Ich empfand es einerseits als angenehm, dass Josh nicht im Verlauf der Handlung mit immer mehr Fehlern attribuiert worden ist, sodass sein Konkurrent Alex eindeutig als die bessere, passendere Wahl erschien. Im Gegenteil verhält sich Josh meines Erachtens die ganze Zeit über großartig, da er verständnisvoll auf Alex' Rückkehr reagiert, anstatt ein Eifersuchtsdrama zu inszenieren, und auch sonst ist er ein relativ ausgeglichener, liebevoller Mensch bzw. Verlobter. Sein einziger Makel ist vielleicht, dass er sehr viel Zeit in das Training seiner Kinderfußballmannschaft steckt, anstatt sich um die Hochzeitsvorbereitungen zu kümmern. Aber es hat nie die Dimension angenommen, dass ich persönlich davon genervt gewesen wäre. Andererseits reicht genau das der Geschichte zum Nachteil, denn dadurch fehlt ein Antagonist oder zumindest eine Hassfigur, die dem Ganzen etwas Würze verliehen hätte. Der Einzige, der negativ aufgefallen ist, war Alex' Bruder Connor, der sich wie ein störrisches, beleidigtes Kleinkind verhalten hat. Damit ist er zwar zum Auslöser allen Übels geworden, aber er war insgesamt so selten präsent, dass es dem Ganzen etwas den Wind aus den Segeln genommen hat.


Vom Prinzip her ist The One ein guter romantisch-tragischer Roman, der sogar ein/zwei Überraschungen für mich im Petto hatte. Ich bin mir sicher, dass er bei vielen Leser/innen auf positive Resonanz stoßen wird. Mir persönlich fehlte es insgesamt jedoch an Highlights - sowohl im Plot als auch in den Charakterisierungen - sodass ich nicht mit dem Herzen dabei war.



Vielen Dank an Rowohlt für das freie Exemplar, welches ich durch etwas Glück im Zuge einer Verlosung bei Lovelybooks erhalten habe :-)

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen