Donnerstag, 8. Juni 2017

REZENSION: "Katz und Maus" (Simon Beckett)

Copyright Rowohlt


Titel: Katz und Maus
Autor: Simon Beckett
Genre: Kriminalgeschichte / Kurzgeschichte
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsjahr: 2016
Format: Hardcover (8,00 €)
Seiten: 64
ISBN: 978-3-499-29071-8


Seit der forensische Anthropologe David Hunter vor einiger Zeit in seiner Wohnung brutal angegriffen wurde, schwingt die Angst immer mit. Und ein grausamer Fund reißt alte Wunden wieder auf, denn als Hunter von einem Fall zurückkehrt, findet er vor seiner Tür eine Reisetasche, in dem sich ein abgetrennter Fuß befindet...

Das schmale Büchlein ist wirklich hübsch gestaltet und passt optisch perfekt zu den anderen Romanen aus der "David Hunter"-Reihe. Der Einband ist wieder schlicht in Schwarz-Weiß gehalten und wird nur vom Titel und der Zeichnung einer Katze geschmückt - mir gefällt's!

Diese Kurzgeschichte aus der Feder meines liebsten Krimi-/Thriller-Autoren Simon Beckett ist mir letztes Jahr doch glatt durch die Lappen gegangen. Das habe ich jetzt nachgeholt, denn auf alles, was mit der Figur des David Hunter zu tun hat, fliege ich ja. Man sollte sich aber auf jeden Fall darauf einstellen, dass die Geschichte viel zu schnell vorbei ist. Natürlich, das weiß man vorher, aber trotzdem war ich am Ende irgendwie enttäuscht darüber, dass ich David Hunter schon wieder gehen lassen musste.

Die Story ist vor allem deshalb spannend, weil es wieder um einen Fall geht, der David Hunter persönlich betrifft. Nachdem er vor einiger Zeit in seiner Wohnung brutal angegriffen wurde, dringt auch diesmal jemand in seine Privatsphäre ein, indem er eine Tasche mit einem verwesenden Körperteil vor seiner Haustür deponiert. Jemand spielt mit dem forensischen Anthropologen Katz und Maus, fordert ihn heraus und führt ihn an der Nase herum. In der Kurzgeschichte wird das Beweisstück in gewohnter Manier von David Hunter untersucht, was letztlich zum Mörder führt.

Eine kurze, aber gut gemachte Ermittlung, in der David Hunters Kombinationsgabe und sein unvergleichliches Talent als forensischer Anthropologe gefragt sind. Wie immer habe ich mich an die TV-Serie "Bones" erinnert gefühlt - Becketts Schreibstil ist einfach so dermaßen bildhaft, dass man teilweise das Gefühl hat, an Hunters Seite im Sektionssaal zu stehen. Eine schaurige Erfahrung, auch bei dieser Kurzgeschichte. Allerdings war mir der Fall doch ein wenig zu schnell gelöst, ein wenig oberflächlich. Auch das offene Ende lässt einen etwas ratlos zurück, aber gleichzeitig auf einen Bezug auf einen möglichen neuen Hunter-Fall hoffen.

Katz und Maus ist ein kleiner Abstecher in die Welt des forensischen Anthropologen David Hunter und bietet eine interessante Ermittlung zu einem kuriosen Fall. Am Ende bleiben lose Fäden, die möglicherweise eine Brücke zwischen dem letzten und nächsten Hunter-Fall schlagen. Ganz sicher gute Unterhaltung, mir aber doch etwas zu kurz und gedrängt. Da lese ich lieber wieder von ausführlichen Ermittlungen.





(Da die rechte Hand immer noch schmerzt, sind die Texte nach wie vor linkshändig verfasst)

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