Freitag, 7. April 2017

REZENSION: "For Good - Über die Liebe und das Leben" (Ava Reed)

Copyright Drachenmond Verlag


Titel: For Good - Über die Liebe und das Leben
Autor: Ava Reed
Genre: Roman / Liebesroman
Verlag: Drachenmond Verlag
Erscheinungsjahr: 2016
Format: Softcover (12,00 €)
Seiten: 200
ISBN: 978-3-95991-961-6


Charlie und Ben waren füreinander bestimmt und eigentlich sollten sie ein ganzes Leben miteinander verbringen. Doch eines Tages kommt Ben bei einem Unfall ums Leben und lässt Charlie allein zurück. Sie verliert den Boden unter den Füßen, findet keine Kraft mehr, um wieder aufzustehen. Das einzige, was sie am Leben hält, sind die Erinnerungen an die wundervolle Zeit mit Ben. Doch wie soll sie es schaffen, nach vorn zu blicken, wenn sie doch weiß, dass es nie mehr so sein wird, wie es einmal war?

Das Cover ist einfach wunderschön und wirkt genauso melancholisch wie die Geschichte selbst. Ich liebe die Farben und das Motiv - für mich bisher eines der traumhaftesten Cover aus dem Drachenmond Verlag.

Nachdem mich Wir fliegen, wenn wir fallen von Ava Reed so umgehauen hat, war ich unglaublich gespannt auf eine weitere romantische Geschichte aus ihrer Feder: For Good - Über die Liebe und das Leben. Hier schlägt Ava aber von Anfang an einen deutlich melancholischeren Ton an und schafft mit Bens Tod eine für die Protagonistin Charlie unerträgliche Situation. Und auch für den Leser wird es gleich auf den ersten Seiten hochemotional, denn er wird direkt mit Charlies abgrundtiefer Trauer, ihrer Verzweiflung und ihrer Mutlosigkeit konfrontiert.

Man spürt ganz deutlich, dass sich Ava voll und ganz in den Schmerz ihrer Protagonistin eingefühlt hat und so wirkten die Kapitel in der Gegenwart, in denen Charlie täglich darum kämpft überhaupt aufzustehen, unheimlich bedrückend auf mich. Es ist herzzerreißend, wie sie um ihre große Liebe Ben trauert - man weiß einfach, dass er ihr Lebensinhalt war und ihr alles bedeutete. Man hat dabei nicht das Gefühl, dass Charlie übertrieben weinerlich ist und in Selbstmitleid versinkt: Für sie ist einfach die ganze Welt zusammengebrochen, sie kann nicht anders. Und man wünscht ihr einfach so sehr, dass sie es schafft, weiterzuleben.

Zwischen den Kapiteln in der Gegenwart taucht man gemeinsam mit Charlie immer wieder in ihre Erinnerungen ein, lernt Ben kennen, beobachtet, wie sich die beiden ineinander verlieben und vor allem verlieren. Diese Liebesgeschichte hat mir unheimlich gut gefallen, insbesondere weil sie so fokussiert auf die beiden Hauptcharaktere ist. Charlie und Ben stehen im Mittelpunkt und man muss sie einfach ins Herz schließen, was Bens Tod auch für den Leser umso unerträglicher macht. Als emotionaler Mensch (wie ich einer bin) hat man hier wirklich mächtig was auszustehen, nichtsdestotrotz ist die Geschichte durchgehend leicht, wundervoll romantisch und macht irgendwie auch Mut, denn am Ende steht die Erkenntnis, dass die wahre Liebe trotz all des Schmerzes immer etwas Wundervolles ist.

Mit den beiden Nebencharakteren Mia, Charlies beste Freundin, und Luke, Bens Arbeitskollege, schafft Ava einen angenehmen Kontrast zu dem verliebten Pärchen. Die resolute, etwas abgedrehte Mia und der auf liebevolle Weise so von sich überzeugte Luke haben die Geschichte etwas aufgelockert, ihr ein wenig von ihrer Schwere genommen. Beide habe ich beim Lesen lieb gewonnen und es hat mich beruhigt, dass Charlie zwei so tolle Freunde an ihrer Seite hat - auch wenn selbst diese ihr in den dunkelsten Stunden kein Trost sind.

Ich habe For Good insgesamt wirklich unglaublich gerne gelesen und währenddessen natürlich auch an Charlies Seite gelitten und gelacht. Trotzdem hat mir das Buch nicht ganz so gut gefallen wie Wir fliegen, wenn wir fallen und das hat einen bestimmten Grund: Die Handlung wirkt irgendwie zeit- und raumlos, ein bisschen schwerelos sogar. Ich habe die Charaktere die meiste Zeit über in einer Blase gesehen, was der Authentizität ein bisschen geschadet hat. Die Figuren hatten einfach nicht diese Tiefe, wie ich sie von Yara und Noel kenne. Hier hätte ich mir mehr Details auf ein paar mehr Seiten gewünscht - ansonsten aber ist dieses Buch einfach wunderbar emotional und berührend.

Wenn ich noch einen weiteren Beweis dafür gebraucht hätte, dass Ava Reed eine fantastische Autorin ist, die so unglaublich mitreißende, emotionale und berührende Romane schreibt, dann wäre er mit For Good erbracht. Einen kleinen Kritikpunkt hatte ich zwar, da mir die Charaktere nicht detailliert genug gezeichnet waren, aber trotzdem: Wow, Ava - ich liebe deine Geschichten!



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