Mittwoch, 29. März 2017

UNTERWEGS in Hamburg: Aladdin-Musical und ein Hauch von Fernost


Mittlerweile zum zweiten Mal hat es meine Familie und mich in das schöne Hamburg verschlagen. Letztes Jahr waren wir dort, um uns den König der Löwen anzusehen, denn unsere Eltern hatten meiner Schwester und mir zu unseren erfolgreich (und ziemlich gut) abgeschlossenen Ausbildungs- und Bachelorzeugnissen Karten für dieses Musical geschenkt (ja, unsere Eltern sind ein Traum <3). 
Um aus diesen Ausflügen allmählich eine Tradition zu machen, stand in diesem Jahr der Besuch des Aladdin-Musicals an.

 ***Freitag, 17.03.2017 - Anreisetag
Aufstehzeit: 7.00 Uhr. Stimmung: im Keller.
Ich kann machen, was ich will, das frühe Aufstehen ist und bleibt für mich eine Qual. Da hilft auch mein morgentlicher Kaffeepot relativ wenig. Der Plan, im Zug zu schlafen, wurde von zwei aufgeweckten Mädchen vereitelt, die nach der Aufmerksamkeit ihrer Eltern gierten.
Ankunft: 13.58 Uhr. Stimmung: dankbar.
Nach über 5 Stunden Zugfahrt konnte ich meiner Familie in die Arme fallen und - was der Sache noch besser gemacht hat - meine Schwester drückte mir einen dampfenden Becher Kaffee in die Hand. Was soll man dazu noch sagen?!
Wir sind dann auch unverzüglich zu unserer Bleibe (wie beim letzten Mal das Commundo Tagungshotel) aufgebrochen, haben das Zimmer bezogen und dann ein wenig unsere Portemonnaies erleichtert Gegen Abend stieß dann der Rest unserer Verwandtschaft/Bekanntschaft endlich zu uns (nach einer Busverspätung von mehreren Stunden). Abendplanung: Essen fassen und Alkohol trinken am schönen Elbufer. Klingt nett, war es aber nicht. Erstens war es extrem kalt, zweitens war das Restaurant, auf das unsere Wahl fiel, nicht allzu bombastisch (zumindest in Bezug auf das Preis/Leistungs- verhältnis). Während mein Cousin, meine Family und ich dann zurück zum Hotel gefahren sind, haben die anderen 6 die Reeperbahn unter die Lupe genommen (das hatten wir schon letztes Jahr abgehakt). Letztlich sind wir mit unserer Entscheidung viel besser dran gewesen: es hat nämlich gegen 22 Uhr angefangen, zu schütten. Wir saßen derweil im Warmen an der Hotelbar bei diversen Cocktails. Episode dazu: Ein wenig merkwürdig fand ich den Moment, als der Barkeeper mit unseren Getränken kam und fragte, wer den Sex on the Beach bestellt habe. Als ich mich daraufhin gemeldet habe, schaute er mich an und meinte: "Ja, das hab ich mir gedacht." Frage an alle: Wie soll ich das verstehen? Als Beleidigung oder als Kompliment?! o.O

***Samstag, 18.03.2017 - Musical-Tag
Aufstehzeit: 8.20 Uhr. Stimmung: neutral.
Meine Lebensgeister konnte ich beim Frühstück wiederbeleben (das Buffet dort ist spitze!), danach ging's gen Innenstadt. Der eine Teil ist Richtung St. Pauli marschiert, wir Vier haben ein wenig die Gegend um die Hamburger Universität erkundet. Das lohnt sich definitiv! Die Universitätsgebäude können sich wirklich sehen lassen. 
Hauptgebäude der Universität Hamburg
Wohngegend
Die Wohngegend dort in der Nähe ist auch ziemlich schick (wahrscheinlich auch wahnsinnig teuer) und hat mich ein wenig an die Straßen in manchen Stadtteilen Londons erinnert.
Unser eigentliches Ziel war jedoch das japanische Teehaus Yu Garden direkt neben dem Museum für Völkerkunde. Auch wenn die Anlage nur knapp 1.200 qm groß ist, hat man sich sofort nach Asien versetzt gefühlt (selbst bei den kühlen Temperaturen). Ich war zwar noch nie in Japan, aber ich für meinen Teil fand es sehr authentisch gebaut. Am liebsten wäre ich ewig an diesem idyllischen Fleckchen geblieben und es hat mich definitiv in meinem Vorhaben bestärkt, den Fernen Osten einmal zu erkunden. Übrigens kann man hier auch Hochzeiten feiern - meines Erachtens die perfekte Kulisse für so eine Veranstaltung!
Tor des Yu Garden
Yu Garden
Zum Aufwärmen sind wir dann ins Dat Backhus eingekehrt. Der Optik zufolge handelt es sich wahrscheinlich um das typische Studentencafé - zumindest hat die Einrichtung ein entsprechend modernes, kuscheliges Flair. Und als Buchliebhaber fühlt man sich aufgrund der Deko sofort Zuhause :-) Besonders cool war, dass zwei der Angestellten dort ursprünglich aus der Nähe unserer Heimat kamen, sodass meine Schwester und mein Vati (die gesprächige, kontaktfreudige Hälfte unserer Familie) prompt mit ihnen ins Plaudern gerieten. 
Dat Backhus Innen
Dat Backhus Innen
Anschließend haben wir uns dann auch schon Richtung Holstenstraße begeben. Da wir jedoch noch etwas Zeit zu überbrücken hatten, bevor das Musical anfing, sind wir noch ein wenig herum gewandert. Wobei "wandern" wahrschienlich der falsche Ausdruck ist. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer Apotheke (meine Mutti hatte einen steifen Nacken), aber die sind in Hamburg bei Weitem nicht so häufig anzutreffen wie bei mir hier unten in Franken. Allerdings muss ich auch gestehen, dass wir einfach komplett in die falsche Richtung gelaufen sind. Wären wir an der Bahnstation nach links statt nach rechts gegangen, hätten wir eine vor der Nase gahabt. Lange Rede, kurzer Sinn: wir wurden fündig, Mama ging's besser. Danach haben wir uns noch beim Inder über das Mittagsbuffet hergemacht (yum!) und sind dann zurück zum Stage Theater marschiert, wo wir uns mit den anderen getroffen haben.

Eingang zum Theater
Beim Einlass hat meine Mutti mal wieder für einen absoluten Brüller gesorgt. Bei der Taschenkontrolle wurde sie gefragt, ob sie eine Nagelfeile oder dergleichen bei sich trage (die Waffen einer Frau^^) und was antwortet sie? "Nein, eine Feile nicht. Aber einen Schraubenzieher." Und das war ihr voller Ernst (sie ist sehr  praktisch veranlagt). Die Kontrolleurin war so perplex, dass sie das gar nicht weiter überprüft hat.
Als wir bei unseren Plätzen ankamen, war ich erstmal geschockt: wir saßen ganz oben in der letzten Reihe. Allerdings waren meine Bedenken vollkommen unbegründet, denn selbst von dort hat man einen sehr guten Blick auf die Bühne (vorausgesetzt man hat gute Augen bzw. eine Sehhilfe).
Meiner Meinung nach war Aladdin vor allem ein visuelles Erlebnis. Das Bühnenbild und die Kostüme waren farbenprächtig und funkelnd, was auf mich eine nahezu hypnotische Wirkung hatte. Aber auch die Schauspieler selbst waren richtige Leckerbissen - es war die reinste Sixpack
-Parade (bei Männern und Frauen gleichermaßen). Somit sind wir alle auf unsere Kosten gekommen ;-) In Bezug auf den Gesang muss ich jedoch sagen, dass es definitiv nicht mit Der König der Löwen mithalten kann. Zwar ließ sich im Verlauf der Vorführung eine Steigerung feststellen, jedoch hatte ich nicht das Gänsehauterlebnis, das ich bei KdL hatte. Die Dialoge jedoch waren ähnlich gut: es gab wieder diverse Aussagen mit Bezug zu unserer realen Welt, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor. Letzteres ist vor allem Dschinni zu verdanken. Bereits in den Filmen ist er mein unangefochtener Liebling und Schauspieler Enrico de Pieri ist in der Hinsicht die perfekte Besetzung. Er ist eine Rampensau, wie sie im Buche steht, und hat damit alle anderen an die Wand gespielt! Summa sumarum war es ein überaus magisches, extravagantes Erlebnis für große und kleine Märchenfans. Es ist einfach überwältigend, was das Ensemble und die Crew auf die Beine gestellt haben!
Ausblick vom Dampfer
Unser Abendprogramm bestand dann in einer einstündigen Dampfschifffahrt auf der Elbe (für die wir Gott sei Dank Gruppenrabatt bekommen haben) sowie einem kulinarischen Gaumenschmaus im Watergate. Fazit dazu: riesige Portionen, super im Geschmack und leckere Cocktails, die es in sich haben (besonders mein "König der Löwen"-Drink). Kein vergleich zum Abend davor.




***Sonnatg, 19.03.2017 - Abreisetag
Aufstehzeit: 8.20 Uhr. Stimmung: ausbaufähig.
Wie immer bei diesen Trips hat man das Gefühl, sie wären viel zu kurz (3 Tage sind auch wenig). Deshalb war ich auch nicht direkt in Aufbruchstimmung. Zum einen, weil ich gerne mehr Zeit mit meiner Family verbracht hätte (ich seh sie zu selten), zum anderen, weil Zuhause eh nur eine chaotische Bude und ein Stapel zu erledigender Unikram auf mich gewartet haben. Ich hab sogar ernsthaft auf dem Rückweg einen Extrazwischenstopp eingelegt, um noch Bücher aus der Unibib abzuholen. Kein Kommentar -.-

So meine Lieben, das war mal wieder ein Reisebericht in Überlänge meinerseits. Ich muss das mit dem Kürzen einfach noch lernen ;-)
Ich würde mich freuen, wenn ihr in die Kommentare schreibt, ob ihr schon mal in Hamburg wart, ob ihr eines der Musicals schon angesehen habt, welche(s) ihr mir für die Zukunft empfehlen könnt und was ich mir in Hamburg vielleicht mal unbedingt ansehen sollte (das Sightseeing kommt immer zu kurz^^).

Allerliebste Grüße,

4 Kommentare:

Der Duft von Büchern und Kaffee hat gesagt…

Hallo Katha,
ich liebe Hamburg. Immer wenn ich Urlaub habe, versuche ich dort den ein oder anderen Tagesausflug hinzumachen. Ich finde die Stadt ist so vielseitig. Dort wird einem einfach nicht langweilig. Schade, dass der erste Tag vom Wetter nicht so gut war und auch das Restaurant ein kleiner Reinfall war. Direkt gegenüber von König der Löwen gibt es ein Portugiesenviertel. Da kann man richtig gut essen. Das wäre vielleicht ein Tipp gewesen. Auch die Speicherstadt mag ich sehr. Da kann man wiederum richtig gut Kaffee in der Kaffeerösterei trinken.

Gerade heute habe ich ein Plakat von Aladdin gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass der Abend richtig schön war. Die Anekdote mit deiner Mutter war sehr schön zu lesen. Ja, ein wenig Ehrlichkeit kann auch schon mal "entwaffnend" sein ;o)

Ich freue mich, dass du so eine schöne Zeit in Hamburg hattest :o)

Ganz liebe Grüße
Tanja

Book Blossom hat gesagt…

Guten Morgen liebe Katha!

Ich finde es toll, dass ihr gemeinsam die Disney Musicals in Hamburg besucht. Es ist schon lange ein Traum von mir den "Lönig der Löwen" live zu sehen und auch Aladdin ist eines meiner liebsten Disney Märchen, weshalb mich da wohl auch niemand lange überreden müsste. *grins*

Hamburg selbst wäre natürlich auch ein Highlight. Mein Freund hat die Stadt schon besucht und schwärmt immer von seinem Aufenthalt dort. ;) Dein Beitrag hat auch mir einen tollen Einblick geliefert!! :D

Liebste Grüße
Nina von
BookBlossom ♥♥♥

Katharina P. hat gesagt…

Hallo Nina,
"König der Löwen" kann ich dir wirklich nur wärmstens empfehlen! Meine Schwester und ich hatten schon beim Intro Gänsehaut und Tränchen in den Augen. Einerseits, weil es so gut war, andererseits weil dabei so viele gute Kindheitserinnerungen hochgekommen sind :-) Und wir hatten da wirklich geniale Plätze: 2. Reihe! Keine Ahnung, was meine Eltern unternehmen mussten, damit wir dort sitzen konnten o.O
Ich freu mich jedenfalls schon auf künftige Musicals. Ich bete ja für eine Umsetzung von "Pocahontas" und "Mulan" :-) "Mary Poppins" soll aber auch klasse sein. Ach, es gibt einfach zu viele gute Musicals und nicht genug Freizeit...

Leider hab ich von der Stadt selbst noch nicht so viel gesehen: den Bahnhof, das Rathaus (und umliegende Einkaufsstraßen), die Reeperbahn + etwas von St. Pauli. Und natürlich das Elbufer. Mein Tipp ist ja in der Beziehung: sich bei Nacht mit einem Cocktail auf die Dachterrasse des Hard Rock Cafés setzen. Der Ausblick ist einfach traumhaft *-*

Liebe Grüße,
Katha

Katharina P. hat gesagt…

Hallöchen Tanja,
tausend Dank für den Tipp mit dem Portugiesenviertel. Das werde ich mir definitiv merken und beim nächsten Besuch alle in die Richtung lotsen! ;-)

In der Speicherstadt waren wir tatsächlich auch schon - und in besagter Kaffeerösterei. Die platzte ja förmlich aus allen Nähten :-P Dementsprechend war es schier unmöglich, dort einen Platz zu bekommen. Wir waren stattdessen in dem Chilimuseum in der Nähe (weil ich so gerne Scharfes esse^^).

Wohnst du in der Nähe von HAmburg oder fährst du nur im Urlaub in die Gegend?

Liebe Grüße,
Katha

P.S.: Falls du noch mehr Tipps für mich hast, dann immer her damit! :-D

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