Montag, 19. Dezember 2016

REZENSION: "Kiss me in New York" (Catherine Rider)

Copyright cbt


Titel: Kiss me in New York
Autor: Catherine Rider
Genre: Jugendroman / Young Adult / Liebesroman
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2016
Format: Klappenbroschur (12,99 €)
Seiten: 288
ISBN: 978-3570164556


Nachdem ihr Freund sie verlassen hat, will Charlotte einfach nur noch weg aus New York und das Weihnachtsfest bei ihrer Familie in England verbringen. Doch ein Blizzard macht ihr einen Strich durch die Rechnung: An Heiligabend sitzt Charlotte am JFK Flughafen in New York City fest, ihr Flug ist gecancelt, ihre Gastfamilie bereits in die Ferien aufgebrochen. Auch Anthony hat es gerade am 24. Dezember hart erwischt, denn als er seine Freundin vom Flughafen abholen will, muss er miterleben, wie sie einem anderen in die Arme fällt und ihn eiskalt stehen lässt. Verzweifelt lässt er sich auf eine Bank fallen - direkt neben Charlotte. Kurzerhand beschließen die beiden Sitzengelassenen, die Nacht in New York gemeinsam zu verbringen und dabei ein 10-Schritte-Programm zu absolvieren, um ihre Expartner ein für allemal zu vergessen. Große Gefühle bleiben da natürlich nicht aus...


Das Cover ist wundervoll winterlich gestaltet und macht direkt Lust auf eine süße, romantische Weihnachtsgeschichte. Ich finde es dennoch einen Ticken zu kitschig - so übertrieben auf die Teenie-Tränen-Drüse hätte man nicht drücken müssen :D

Da ich in der Weihnachtszeit immer ziemlich sentimental und empfänglich für die ein oder andere kitschige Schnulze bin, greife ich gerne mal zu Büchern wie Kiss me in New York von Catherine Rider. Natürlich darf man von solchen eher seichten, aber gefühlvollen Romanen nicht unbedingt ganz große Erzählkunst und ausgeklügelte Plots erwarten, aber wenn man wie ich einfach manchmal nur gut unterhalten werden möchte, dann ist man mit diesem Jugendbuch auf jeden Fall gut beraten.

Kiss me in New York ist ein recht typischer Jugendroman mit zwei Protagonisten, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird - Charlotte und Anthony. Da hinter dem Pseudonym Catherine Rider zwei Autoren stecken, liegt die Vermutung nahe, dass jeder der beiden beim Schreiben jeweils einen Part übernommen hat. Das würde zumindest erklären, weshalb die Passagen sich im Stil tatsächlich leicht unterscheiden. Man nimmt Charlotte und Anthony als zwei völlig verschiedene Personen mit unterschiedlichen Ansichten wahr - die sie ja auch sind. Damit finde ich den Erzähl- und Schreibstil sehr gelungen und authentisch.

Die Geschichte an sich hat mich ein wenig an die klassischen, sentimental-witzigen Weihnachtsfilme erinnert. Charlotte und Anthony wurden beide von ihren Partnern sitzen gelassen und treffen nun völlig niedergeschlagen am Flughafen in New York aufeinander. Die zwei sind vollkommen verzweifelt und am Boden zerstört und lassen sich daher auf ein irrwitziges Vorhaben ein: Sie beschließen, sich anhand eines Ratgebers mit 10-Schritte-Programms endlich von ihren Expartnern loszusagen und bilden so für eine Nacht ein Team. Der Roman umfasst tatsächlich nur diesen einen halben Tag, den Anthony und Charlotte zusammen in New York verbringen und so ist man ganz nah an den Charakteren dran und hat das Gefühl, tatsächlich an ihrer Seite durch die verschneite Stadt zu streifen und von einer komischen Situation in die nächste zu stolpern.

Es gibt viele skurrile und witzige Szenen, aber auch gefühlvolle und bewegende. Anthony und Charlotte haben nichts zu verlieren und offenbaren dem jeweils anderen ihre geheimsten Gefühle - schließlich gehen sie davon aus, sich nach dieser Nacht niemals wiederzusehen. Und so verbringen sie einen ungewöhnlichen heiligen Abend miteinander und merken schon bald, dass er gar nicht so furchtbar ist wie erwartet. Denn natürlich knistert es langsam aber sicher gewaltig zwischen den beiden, obwohl sich keiner von ihnen das eingestehen will. Hier wird die Geschichte ein bisschen zu stereotypisch und märchenhaft und man fragt sich unweigerlich: Wer verliebt sich schon in nur einer Nacht? Aber wenn man sich darauf einlässt und es einfach als gegeben hinnimmt, kann die Story wirklich sehr unterhaltsam sein.

Das liegt zum Teil auch an den Charakteren - die Protagonisten Anthony und Charlotte sind authentisch und vielschichtig und man lernt durch die vielen verschiedenen Situationen immer wieder neue Seiten an ihnen kennen. Auch die anderen Personen, die ihren Weg kreuzen, sind einzigartig und tragen ihren Teil zum rasanten Tempo der Geschichte bei. Vom angeblichen Bettler, dem Charlotte kurzerhand für 50 Dollar den Hund abkauft, bis hin zum liebeskranken und ziemlich angetrunkenen Doug, den Charlotte und Anthony in einer Bar aufgabeln und spontan zu einer Single-Party begleiten. Hinter jeder Ecke wartet das nächste abstruse Szenario und das finde ich an diesem Roman so toll.

Catherine Riders Kiss me in New York ist eine romantische Weihnachtsgeschichte mit tollen Charakteren, die von vorne bis hinten einfach Spaß macht. Ein witziger Trip durch das verschneite New York, bei dem der ein oder andere Kuss gemäß des Titels natürlich nicht fehlen darf. Die Geschichte um zwei unglückliche Liebende, die zufällig aufeinandertreffen und sich gegenseitig helfen, ist (klar) nichts wirklich Neues - aber erfrischend und authentisch erzählt! Meine Empfehlung für kuschelige Abende auf dem Sofa.



2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich würde das Buch genauso beschreiben wie du ich finde es gut fals man sich noch nicht sicher ist ob man es lesen soll oder nicht!Danke! :-)

Anonym hat gesagt…

*falls

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