Dienstag, 6. Dezember 2016

REZENSION: "Das wilde Leben der Jessie Jefferson 02" (Paige Toon)

Copyright Harper Collins

Titel: Das wilde Leben der Jessie Jefferson
Autor: Paige Toon
Genre: Jugendroman / Young Adult
Verlag: ya! (Harper Collins)
Erscheinungsjahr: 2016
Format: Klappenbroschur (15 €)
Seiten: 304
ISBN: 978-3959670685



Seitdem Jessie herausgefunden hat, dass ihr Vater kein geringerer ist als Rockstar-Legende Johnny Jefferson, hat sich ihr Leben komplett verändert. Nach dem Sommer in LA kehrt Jessie zunächst in ihre Heimatstadt in England zurück und versucht, dort weiterzumachen, wo sie aufgehört hat. Endlich geht sie mit dem gutaussehenden Tom aus, für den sie schon lange schwärmt, und nähert sich auch ihrer ehemals besten Freundin Libby und ihrem Stiefvater Stu wieder an. Doch dann kommt für Jessie der Supergau: Ihre Identität fliegt auf und plötzlich ist sie immer und überall von Paparazzi umgeben. Als wäre das nicht schon schlimm genug, steht nun auch die Beziehung zu Tom auf der Kippe, denn der attraktive Jack, ein Musiker, den Jessie in LA kennengelernt hat, will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen...

Das Cover passt zum ersten Teil - wieder sieht man auf den ersten Blick, dass es sich um einen Teenie-Roman für Mädchen handelt, was ich aber gar nicht schlimm finde, schließlich ist Jessie auch ein ganz normaler Teenie mit ganz normalen Teenie-Problemen. Mir gefällt es das Cover auf jeden Fall!

Johnny und seine Frau Meg hatte ich ja schon nach Diesmal für immer ins Herz geschlossen und mich wahnsinnig darüber gefreut, sie in Das verrückte Leben der Jessie Jefferson wiederzutreffen. Und endlich wird mit Das wilde Leben der Jessie Jefferson nun auch die Geschichte der 15-jährigen Jessie fortgesetzt. Paige Toons Jugendroman-Debüt war für mich ein voller Erfolg und auch mit dem zweiten Band trifft sie wieder absolut ins Schwarze. Diesmal trifft der Leser auf eine erwachsenere, mittlerweile relativ verantwortungsbewusste und nicht mehr ganz so rebellische Jessie, die irgendwie versucht, mit ihrem neuen Leben als Rockstar-Tochter umzugehen.

Jessie ist zunächst einmal nach England und in ihr altes Leben mit ihrem Stiefvater Stu zurückgekehrt und hält sich bedeckt, denn noch soll niemand (bis auf ihre engsten Freunde) erfahren, wer ihr berühmter Vater ist. Ich finde es bewundernswert, wie bodenständig Jessie bleibt - trotzdem sie alles haben und bei Johnny und Meg ein Leben in Saus und Braus führen könnte, ist es ihr sehnlichster Wunsch, in ihrem alten Haus wohnen zu bleiben und damit ihrer verstorbenen Mutter nahe zu sein. Ich fand es auch rührend, wie sich Jessies Beziehung zu Stu, mit dem sie sich vor dem Kontakt zu Johnny ständig gestritten hat, gebessert hat. Jessie ist erwachsener geworden und trotzdem kann sie mit vielem noch nicht so richtig umgehen.

In Paige Toons dreiteiliger Aschenputtel-Geschichte geht es eher weniger um die Schwierigkeiten der Protagonistin, sich in ihr neues Leben einzufügen. Viel eher geht es darum, dass Jessie sich damit schwer tut, sich von ihrem alten Leben zu verabschieden. Denn obwohl sie alles daran setzt, so normal wie möglich zu sein, ist dem Leser von Anfang an klar, dass es unweigerlich darauf hinausläuft. Im ersten Teil des Romans hat Jessie aber erst einmal ganz normale Teenager-Probleme: Endlich kommt sie mit ihrem Schwarm zusammen, hat die ein oder andere Auseinandersetzung mit einem ihrer beiden "Väter" und vermisst ihre jüngeren Brüder, die sie in LA zurücklassen musste. Und über allem schwebt Jack, der gutaussehende, aber unsympathische Herzensbrecher aus Band 1. Als Leser spürt man deutlich, dass Jessie sich noch immer nach ihm sehnt, obwohl sie mit aller Macht dagegen ankämpft. Hier hat Toon wieder sehr authentisch und bewegend die verworrene Gefühlswelt eines Teenagers dargestellt.

Im zweiten Teil geht es dann richtig zur Sache, denn es kommt wie es kommen muss und Jessies Identität fliegt auf. Von heute auf morgen ist sie rundum die Uhr von Bodyguards umgeben, kann nicht mehr vor die Tür gehen, ohne fotografiert zu werden, und muss abgeschottet von ihren Freunden in einer riesigen Villa leben. Nicht mal mehr in die Schule darf Jessie gehen - man merkt, wie ihr das Ganze zusetzt und wie sehr sie darunter leidet, auch das letzte bisschen Normalität verloren zu haben. Und auch zurück in LA fühlt Jessie sich verloren und nach dem Wiedersehen mit Jack ist das Gefühlschaos perfekt.

Im zweiten Teil der Jessie Jefferson Reihe geht es also ebenso turbulent weiter wie in Band 1. Jessie kommt kaum zu Atem und so ist es auch für den Leser eine rasante, aufregende und amüsante Achterbahnfahrt. Ich bin beim Lesen wieder voll und ganz in Jessies Welt eingetaucht, habe die süße Aschenputtel-Geschichte genossen und mich auch über die bekannten Charaktere sehr gefreut. Vor allem über Johnny, den ich seit Diesmal für immer einfach liebe. :D Natürlich ist die Handlung nach wie vor nicht unbedingt neu oder besonders originell - manches ist sogar ziemlich vorhersehbar. Aber Das wilde Leben der Jessie Jefferson ist wie schon sein Vorgänger ein Roman, bei dem einen das überhaupt nicht stört. An Jessies Seite macht es einfach großen Spaß und man hat das Gefühl, diesen Traum (den ja sicher jeder von uns in seiner Jugend hatte) mit ihr gemeinsam zu leben. Man möchte einfach immer weiterlesen und unbedingt wissen, welche verrückte Wendung Jessies Leben auf der nächsten Seite wohl nehmen wird. Ich war am Ende ziemlich enttäuscht, dass ich das Buch schon durch hatte, und freue mich schon auf das Wiedersehen mit Jessie, Johnny, Meg und Jack in Band 3 der Serie.

Ich liebe Paige Toons Aschenputtelgeschichte rundum die 15-jährige Jessie und ihren berühmten Vater Johnny Jefferson. Es macht einfach so unglaublich viel Spaß, an Jessies Seite in ein Leben als Rockstar-Tochter einzutauchen. Für mich ist Das wilde Leben der Jessie Jefferson wieder ein absoluter Pageturner, obwohl die Geschichte stellenweise etwas vorhersehbar ist. Das fällt einem bei der rasanten Handlung sowieso fast nicht auf!



Die Reihe:

Band 2: Das wilde Leben der Jessie Jefferson

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen