Freitag, 11. November 2016

WHO THE FUCK IS FITZEK? - Die "10 Jahre Sebastian Fitzek" Jubiläumsshow



Gekauft hatte ich die Tickets Anfang Februar und gestern war es dann endlich soweit: Sebastian Fitzek las im Haus Auensee in Leipzig aus seinem neuen Thriller "Das Paket". Im Gepäck eine gigantische Multimedia-Show, jede Menge Witz und Humor (ja, tatsächlich) und die Band Buffer Underrun, die den Soundtrack zum Buch komponiert hat und live performte. Ich war wirklich begeistert und bin noch total geflasht von dieser doch sehr ungewöhnlichen Lesung. Und daran möchte ich euch natürlich auch kleines bisschen teilhaben lassen ;)

Meinen ersten Fitzek habe ich schon vor einer ganzen Weile gelesen und zugegebenermaßen musste er damals lange im Regal ausharren, bis ich ihn schlussendlich in die Hand nahm und las. Wenn ich mich richtig erinnere, war das ganz klassisch Die Therapie, Fitzeks Debütroman, der ihn quasi über Nacht zum Bestsellerautor machte. Übrigens sehr zum Unglauben vieler Menschen (nicht zuletzt Fitzek selbst) und sogar der europäischen Zentrale von Amazon in Großbritannien, die - wie Fitzek gestern berichtete - sich fragte, wer da in Deutschland die Bestsellerautoren Dan Brown und J. K. Rowling überholte und an die deutsche Zentrale eine E-Mail schrieb. Mit dem Betreff: Who the Fuck is Fitzek? Und unter diesem Motto steht (zumindest zum großen Teil) auch die "10 Jahre Fitzek" Jubiläumsshow.

Kurz nach 18.00 Uhr und damit eine Stunde vor Einlass reihten wir uns in die Schlange vor dem Haus Auensee ein und ich war total verblüfft darüber, wie viele (hauptsächlich junge) Menschen gekommen waren, um Sebastian Fitzek zu sehen. Kein Sänger, Schauspieler oder Youtube-Star, sondern ein Schriftsteller. Mich als Büchermensch macht das allein schon unheimlich glücklich. So wie die Plätze in der zweiten Reihe, fast direkt vor der Bühne, die wir dank einer Stunde in der Kälte Stehen ergattern konnten. Sobald die Plätze gesichert waren, bin ich erst einmal zum Fanshop getingelt und habe mich mit dem super coolen "Who the Fck is Ftzk?"-Shirt ausgestattet. Und dann war es soweit: Eine Stimme aus dem Off verkündete, dass nun Sebastian Fitzek die Bühne betreten würde, der auch prompt mit einem gigantischen Applaus begrüßt wurde - das Publikum ging total ab. Für einen Autor. Der absolute Wahnsinn!

© Buntes Tintenfässchen
Nach einem witzigen Disput mit Megow, dem Koordinator der Show und offensichtlich ein Mark Forster Double, fiel der Vorhang schließlich mit großem Tamtam und die Band Buffer Underrun trat auf den Plan, die Fitzeks Lesung musikalisch untermalen sollte. Schon die ersten paar Minuten waren unheimlich unterhaltsam und auch ein bisschen surreal: Man konnte es nicht fassen, dass man tatsächlich eine Lesung besucht. Denn alles daran war so abgedreht und modern inszeniert, dass man nur staunen konnte. Fitzek plauderte locker aus seinem Leben, gab Anekdoten zum Besten und erzählte in witziger Art und Weise von seiner Kindheit. Um dann galant zu der Kindheit seiner Protagonistin Emma in Das Paket überzuleiten, die alles andere als glücklich ist.

© Buntes Tintenfässchen
Mit Fotos aus dem Kinderalbum untermalte Fitzek seine Erzählungen, bevor dann passend zu dem Prolog von Das Paket, aus dem Fitzek zuerst las, ein schauriges Bild von einem Kinderzimmer im Mondschein auf den riesigen Bildschirm projiziert wurde. Zusammen mit der wirklich genialen und perfekt auf die Situation abgestimmten Musik von Buffer Underrun sowie gruseligen Geräuschen bildete es den Rahmen für Fitzeks Worte und man konnte sich von der geheimnisvollen Stimmung tragen lassen. So war es mit allen Stellen, die Fitzek aus seinem neuesten Thriller vorlas, und obwohl ich das Buch ja schon gelesen hatte, habe ich mich keine Sekunde gelangweilt. Visuelle, musikalische und textuelle Elemente haben sich einfach perfekt ergänzt - das war ein ganz besonderes Erlebnis. Sogar mein Freund, der ja kein großer Bücherleser ist (Gegensätze ziehen sich eben doch an) war begeistert!

© Buntes Tintenfässchen
Mit seiner Lesung von Das Paket ging Sebastian Fitzek generell ziemlich neue und unkonventionelle Wege. So baute er passend zum Thriller ein mysteriöses Paket ein, das eine Zuschauerin bis zum Ende auf dem Schoß halten und dann schließlich öffnen musste, und demonstrierte, wie Musik den Grundton einer Textstelle verändern kann. Hierfür las er eine Szene aus Das Paket dreimal: Jeweils zu gruseliger, romantisch-kitschiger und pathetischer Hintergrundmusik. Das Ergebnis war erstaunlich. Mit der richtigen Musik könnte Fitzek also zum Beispiel auch romantische Liebesschnulzen schreiben :D

© Buntes Tintenfässchen
Was mir auch besonders gut gefallen hat: Fitzek hat nicht durchgehend gelesen, sondern die Lesung immer wieder unterbrochen und mit witzigen Showeinlagen, Ausführungen zu den psychologischen Grundlagen seiner Romane und Geschichten aus seinem Leben aufgepeppt. Dabei hat er sich auch immer wieder selbst auf die Schippe genommen, zum Beispiel mit dem Song "Who the fuck is Fitzek?", mit der Melodie von "Tür an Tür mit Alice", den er lautstark zum Besten gab - das Publikum grölte mit.

© Buntes Tintenfässchen
Auch dabei: Ein Videoclip mit Megow als Reporter, der Passanten direkt vor einer Buchhandlung ein Foto von Fitzek unter die Nase hielt, sie fragte, ob sie diesen Mann kennen würden und welchen Eindruck sie von ihm hätten. Ihr könnt euch vorstellen, dass es da ziemliche skurrile und vor allem urkomische Antworten gab. Sebastian Fitzek ist sich nicht zu schade, sich auch mal gepflegt selbst auf die Schippe zu nehmen und das ist einer der Gründe, warum er so sympathisch und bodenständig wirkt. Ein weiterer Grund und auf jeden Fall der wichtigste: Sebastian Fitzek ist ganz nah an seinen Lesern dran. Macht immer wieder klar, dass er seinen Erfolg nur ihnen zu verdanken hat, und das hat man auch bei der Show gestern gespürt.

© Buntes Tintenfässchen
Fitzek hat das Publikum durchgehend miteinbezogen, den ein oder anderen Leserbrief vorgelesen und im Anschluss an die Show auch noch signiert. Und das lange. Sehr lange. Denn man hatte den Eindruck, die ganze Halle würde sofort nach Fitzeks letztem Wort an den Signiertisch stürmen - ich auch, klar. Und so warteten wir geschlagene zwei Stunden (was meinen Freund dann doch sichtlich an seine Grenzen brachte). Aber es hat sich gelohnt, denn Sebastian war trotz der späten Stunde nicht nur absolut professionell, sondern auch freundlich und zuvorkommend und hat sich über die vielen lieben Worte der Fans zur Show sehr gefreut. Und so kam ich dann um 00:05 Uhr doch noch zu seiner Signatur in meiner Ausgabe von Das Paket.

Ich muss sagen, dass ich von dieser Lesung / bombastischen multimedialen Show wirklich restlos begeistert bin. Sebastian Fitzek ist für mich nicht unbedingt der begnadetste Schriftsteller und beste Thriller-Autor unter der Sonne, aber seine Bücher sind durchweg unterhaltsam, spannend, thematisch interessant und klug recherchiert. Und vor allem: Fitzek ist ein Entertainer und ein Phänomen. Als Autor füllt er ganze Hallen, jede seiner Aktionen ist noch größer und gigantischer als die vorherige und doch ist er auf dem Boden geblieben und nimmt sich so viel Zeit für seine Fans bzw. Leser wie kaum ein anderer Schriftsteller. Ich lese seine Bücher zwischendurch doch ganz gerne und vor allem bewundere ich ganz einfach sein Auftreten in der Öffentlichkeit. Klar, Sebastian Fitzek verkauft seine Bücher zu einem großen Teil dadurch, dass er sich selbst inszeniert. Aber das finde ich zum einen doch mal ganz erfrischend und zum anderen macht er das derart geschickt, dass man ihn einfach nur mögen muss!

Mein Fazit: Wenn ihr noch die Chance dazu habt, dann schaut euch die "10 Jahre Fitzek" Jubiläumsshow unbedingt an! Es lohnt sich, aber sowas von! Das war mit Abstand die beeindruckendste Lesung, die ich je besucht habe und auch wenn man kein allzu großer Fitzek Fan ist, wird man grandios unterhalten (siehe mein Freund). Und wenn ihr schon mal einen Vorgeschmack auf Das Paket haben wollt, dann könnt ihr euch hier nochmal meine *Rezension* zum Thriller durchlesen. So, jetzt gehe ich erstmal mein aktuelles Buch zu Ende und danach vielleicht einen Fitzek lesen und verabschiede mich mit den Worten:

WHO THE FUCK IS FITZEK?


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