Dienstag, 27. September 2016

REZENSION: "Der Sommer mit Kate" (Kyle Kaden)

Copyright Ullstein Taschenbuch



Titel: Der Sommer mit Kate
Autor: Kylie Kaden
Genre: Roman / Liebesroman
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2015
Format: Taschenbuch (9,99 €)
Seiten: 480
ISBN: 978-3-548-28663-1




Inhalt

Ein Jahr lang waren Fray, Kate und Jack unzertrennlich - bis eine Nacht am Strand in einer Katastrophe endet und die drei auseinanderreißt. Kate verschwindet spurlos und lässt ihre beste Freundin und ihren Freund allein zurück. Als nun Jahre später Jack plötzlich wieder vor Fray steht, kochen die Erinnerungen an die Ereignisse von damals wieder hoch - und die Gefühle, die sie immer für ihn gehegt hat. Doch die Ungewissheit darüber, was in jener Nacht geschah, nagen noch immer an ihr. Kann sie Jack wirklich trauen?

Cover

Die Aufmachung des Buches ist wirklich ansprechend: die Farben harmonieren miteinander, das Motiv wirkt verspielt und verträumt und dass die Blumen und der Titel sich haptisch von der Oberfläche abheben ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Meine Meinung

Vom Inhalt her habe ich mir eine aufregende Geschichte mit einer dramatischen Lovestory erhofft. Leider bin ich mit Der Sommer mit Kate in der Beziehung nicht wirklich zufrieden. 
Zunächst einmal hat mir missfallen, was für einen schlechten Geschmack Jack bei Frauen hat - vor allem, wenn man bedenkt, wie gutherzig er eigentlich ist. Weder Kate noch Sara (Jacks neue Freundin, mit der er einen Sohn hat) wären zu meinen Freundinnen geworden.  Nicht, weil sie keine Unschuldsengel sind (von mir aus dürfen sie Macken und Fehler haben), aber beide sind von Zeit zu Zeit richtige Biester, was er wohl rechtzeitig erkannt hätte, wenn er nicht hormongesteuert und deshalb vollkommen blind gewesen wäre. Jack lässt Fray sofort links liegen, als Kate in die Klasse kommt. Das ist schon ziemlich hart. Aber noch viel mehr hat mich gestört, dass er später sagt, er hätte Fray immer mehr geliebt als Kate - nur wiederspricht das völlig seinem damaligen Verhalten. Wahrscheinlich habe ich deshalb mit Fray und Jack als Paar gehadert. Die Chemie zwischen den beiden wirkte meiner Meinung nach etwas forciert, sodass der Funke einfach nicht überspringen wollte. Zwar sind die beiden durchaus kompatibel miteinander, aber diese Anziehungskraft, die zwischen den beiden offenkundig bestehen soll, war für mich nicht ganz greifbar. Vielleicht lag es ja an der Unentschlossenheit der beiden. Aus Jack wurde ich einfach partout nicht schlau: mal ging er in die Vollen, mal zog er sich zurück. Diese ständigen Sinneswandel waren auf Dauer einfach nur anstrengend, auch wenn ich es durchaus an ihm schätze, dass er nicht skrupellos eine Affäre anfängt. Fray stand ihm in der Beziehung auch in nichts nach. Sie ist derart unsicher, was Jacks Gefühle für sie und seinen Anteil an Kates Verschwinden betrifft, dass ich irgendwann etwas genervt von ihrer emotionalen Achterbahnfahrt war. Dabei war es doch offensichtlich, dass ihr Misstrauen und ihre Zweifel an Jack vollkommen unbegründet sind. Insgesamt wussten die beiden einfach nicht, was sie wollen, weshalb ich mich nicht auf ihre Liebesgeschichte einlassen konnte. 
Auch erschein mir die Erzählwelt an sich zu eindimensional, d.h. nicht weitläufig und komplex genug. Fray bewegt sich so gut wie gar nicht aus ihrer Straße heraus - außer es handelt sich um einen Ausschnitt aus ihrer Jugendzeit, bei denen sie auch mal Ausflüge unternehmen, sodass sich wenigstens dort hin und wieder die Szenerie wechselt. Die meiste Zeit über befindet sie sich jedoch in ihrem Haus, das sie saniert. Dadurch ist ihr Leben relativ eintönig und - so leid es mir tut - langweilig. Mir ist zwar klar, dass in der Realität der Alltag nicht immer aufregend ist (mein persönlicher erst recht nicht), aber in einem Roman will ich eben diesen Trott hinter mir lassen, anstatt ihn mir noch mehr ins Bewusstsein zu rufen.
Besser gefiel mir daher der mysteriöse Fall um Kate. Im Endeffekt war es meine Neugier, was in jener Nacht am Strand wirklich passiert ist, die mich zum Weiterlesen motiviert hat. Ich hatte zwar nach dem ersten Drittel eine Vermutung, aber sicher war ich mir nicht (und wie sich herausgestellt hat, lag ich auch falsch). Ich mochte es durchaus, wie man nur Stück für Stück die Ereignisse rekonstruieren konnte, wenngleich ich die Heimlichtuerei mancher Charaktere, die zu unnötigen Komplikationen geführt hat, nicht wirklich gutheißen kann. In den Flashbacks wurde dadurch glücklicherweise die Spannung aufgebaut, die der Liebesgeschichte im gegenwärtigen Geschehen gefehlt hat.

Fazit

Der Roman war leider nicht annähernd so dramatisch und fesselnd, wie ich mir erhofft hatte. Mir fehlte ein bisschen Action im gegenwärtigen Geschehen sowie die Magie zwischen Fray und Jack. Einzig allein Kates Verschwinden hat mich bei der Stange gehalten, aber auch nicht in dem Maße, dass ich das  Buch nicht aus der Hand legen konnte.



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