Donnerstag, 2. Juni 2016

REZENSION: "Menduria - Das Buch der Welten" (Ele Mang)

© Ueberreuter Verlag

Titel: Menduria - Das Buch der Welten (Menduria #1)
Autor: Ela Mang
Genre: Roman / Jugendroman / Fantasy
Verlag: ueberreuter
Erscheinungsjahr: 2015
Format: Gebundene Ausgabe (16,95€)
Seiten: 384
ISBN: 978-3-7641-5058-7



Inhalt

Eine merkwürdige Krankheit scheint auf der ganzen Welt im Umlauf zu sein: überall fallen Menschen in einen komatösen Schlaf, aus dem sie nicht aufwachen können. Auch Linas und Bejamins Mutter fällt der Krankheit zum Opfer. Als wäre das noch nicht schrecklich genug, erscheint Lina ein silberfarbener Wolf, der sie in die fabelhafte Parallelwelt Menduria bringt. Denn deren Herrscher Xedoc ist die Ursache allen Übels. Nur mithilfe des Buch der Welten können die Geschwister ihn aufhalten und die Menschen aus ihrem Zustand befreien.

Cover

Keine Frage: Menduria ist ein Eyecatcher erster Klasse. Das Buch kommt romantisch und verspielt daher und zieht den Betrachter (speziell mich) automatisch an. Ich finde es traumhaft, wie in der Collage dekorative Elemente und Objekte, die unmittelbar mit der Handlung zu tun haben, miteinander verbunden sind. Zusammen mit den aufeinander abgestimmten Farben ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. 

Meine Meinung

Leider kann ich mich nicht ganz den euphorischen Lobeshymnen anschließen, über die ich mehrfach gestolpert bin. Hauptsächlich hängt das mit dem Anfang des Romans zusammen. Der Start war für mich etwas holprig, die Sätze flossen etwas zäh, die Dialoge wirkten gestelzt und sperrig und die Ereignisse folgten eher episodenhaft aufeinander. Dadurch konnte ich mich nicht in die Charaktere hineinfühlen. Lina und Benjamin wirkten zwar lieb, aber auch konturlos. Ich war schon versucht, lieber zu einem anderen Buch zu greifen, aber die Neugier hat dann doch gesiegt. Es musste ja schließlich einen Grund für die positive Resonanz geben. Und tatsächlich wurde die Handlung interessanter, sobald Lina und Benjamin Menduria betreten. Erst da bekommt man einen Blick in ihre Köpfe und auf ihre Persönlichkeit.
Auch von der Fantasiewelt Menduria konnte ich mir zu Beginn kein rechtes Bild machen. Man bekommt als Leser immer ein paar Brocken hingeworfen, wie die Welt aufgebaut ist und welche Wesen dort leben. Mir persönlich fehlten einfach solche liebevollen Details und Ausführungen à la J.K. Rowling oder Cornelia Funke, die vor meinem geistigen Auge eine ganze Welt entstehen lassen und mich ins Staunen versetzen. Ich hatte nie das Gefühl, Zutritt zu Menduria zu haben, und fühlte mich eher als Außenstehende denn als Partizipierende.
Soweit klingt das nicht so berauschend. Ich muss allerdings auch sagen, dass sich der Roman mit jeder Seite besser lesen lässt. Allmählich hat sich Ela Mang 'warm geschrieben'. Die Sätze greifen zunehmend fließender ineinander und allmählich hatte ich den Durchblick. Wenn man erstmal verstanden hat, dass die Schöpfer Menduria mit ihren Gedankenströmen erschaffen und Menduria deshalb ein Konglomerat aller möglichen Fabel-, Märchen- und Fantasieelemente ist, kann man sich besser auf das Geschehen einlassen. Mein anfängliches Problem blieb jedoch weiterhin bestehen, wenn auch leicht abgemildert. Ela Mang hält sich nicht lange mit inneren Monologen auf, sondern konzentriert sich auf das Geschehen. Im Highspeedmodus rauscht sie von einem Ereignis zum nächsten. Das ist einerseits gut, weil die Handlung dadurch nicht ins Stocken gerät, andererseits fehlten mir diese Momente, die zum Verweilen einladen. Manchmal waren die Sprünge auch so plötzlich, dass ich das Gefühl hatte, ich hätte etwas übersprungen. Etwas ausgebremst und aufgelockert wurde das Ganze hauptsächlich durch die sich anbahnende Liebesbeziehung von Lina und Darian, dem Anführer der Dunkelelfen. Ihre Dialoge waren jugendlich und spritzig, meist humorvoll und niedlich. Auch wenn mich die Vorhersehbarkeit etwas stört, so habe ich ihre Szenen doch sehr gerne gelesen. Ebenso zwiegespalten bin ich in Bezug auf die Art, wie Mang bestimmte Geheimnisse 'lüftet'. Das ging mir manchmal einfach zu schnell.
Gelungen fand ich besonders die letzten Kapitel, in denen es ziemlich actionreich zuging und die mich tatsächlich neugierig gemacht haben. Zum einen wegen einer Entwicklung bezüglich Benjamin, zum anderen wegen eines Satzes von Lupinia (eine Elfe), der mich zum Grübeln bringt und mich nicht loslässt. Demnach werde ich die Reihe wohl tatsächlich fortsetzen. 

Fazit

Der Anfang war nicht wirklich mein Fall: holprig, bruchstückhaft, undurchsichtig. Wenn man aber erstmal die ersten Kapitel überwunden hat, wird die Story tatsächlich besser - sowohl der Inhalt als auch der Narrationsstil. Vor allem die Liebesgeschichte hat mich bei der Stange gehalten und die letzten Seiten haben bei mir auch tatsächlich das Interesse am Folgeband entfacht. 




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