Montag, 6. Juni 2016

DIES & DAS: Alles nur geklaut - meine Gedanken zu Plagiaten


Aus aktuellem Anlass möchte ich einfach mal ein wenig Dampf ablassen und klare Worte finden für Autoren, die sich mit fremden Federn schmücken und so eine ganze Zunft (nämlich jene der Selfpublisher) in Verruf bringen. Ich weiß nicht, inwiefern ihr das Thema in den letzten Tagen verfolgt habt, aber es scheint aktueller zu sein denn je und deswegen natürlich auch ein Thema, das uns alle angeht: Autoren, Verleger, Blogger, Leser.

Abschreiben als Zeichen der Verehrung?

Wer sich in den letzten Tagen auf diversen Blogs, in einschlägigen Facebook-Gruppen und auf diversen Internetseiten zum Thema Bücher herumgetrieben hat, der ist möglicherweise auf die aktuellste Plagiats-Affäre der Selfpublisher-Welt aufmerksam geworden. Es geht um den 16 Jahre jungen Autor Nico Abrell, der letztes Jahr mit dem Auftakt zu seiner Fantasy-Trilogie Berufen: Gefangen in Flammen debütierte. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere daran, dass ich das Buch vor einer ganzen Weile mal angelesen habe, aufgrund der Überhand nehmenden Rechtschreib-, Grammatik- und Logik-Fehler aber einfach nichts damit anfangen konnte und so auch über Seite 50 nicht hinaus kam. Ich möchte an dieser Stelle nicht über Nico urteilen und ihm auch nicht jegliches Talent absprechen - damals schon dachte ich allerdings, dass er möglicherweise einfach zu jung ist, um ein ganzes Buch (bzw. drei Bücher) zu schreiben und auch noch in Eigenregie zu verlegen. Ich dachte mir einfach, vielleicht könnte das mit etwas mehr Übung und Reife tatsächlich noch etwas werden.

Nun aber hat sich Nico Abrell selbst ins Aus geschossen und ist auch direkt Opfer eines ausgewachsenen Shitstorms in den sozialen Netzwerken geworden. Und das leider nicht ganz unschuldig, obwohl so ein Shitstorm natürlich immer über das Ziel hinausschießt und für den Betroffenen sicher eine riesige Belastung ist - vor allem, wenn er so jung und unerfahren wie Nico ist. Am Samstag nämlich deckte der Blog Schreib Fair auf, dass Nico Abrell in den zweiten Teil seiner Trilogie, Berufen: Rache des Zeus, ganze Textstellen, weitestgehend unbearbeitet, aus Werken von u.a. Stephenie Meyer, Josephine Angelini und Andreas Götz eingebaut hatte. Im Artikel stellt das Portal einen direkten Vergleich an und selbst dem unbedarftesten Leser sollte gleich klar sein: Das sind eindeutig Plagiate! Erst nach der Aufdeckung durch Schreib Fair meldete Nico sich in einer geschlossenen Facebook-Gruppe selbst zu Wort, gab zu, einen Fehler gemacht und daraus gelernt zu haben, versprach, schon in wenigen Wochen eine bereinigte Version seines Buches herauszubringen, und lieferte eine wenig plausible Erklärung für sein Handeln: Nämlich, dass er Stephenie Meyer so sehr verehre, dass er praktisch aus Wertschätzung für ihre Werke von ihr kopiert hatte.

Nun ja, diese Stellungnahme war natürlich mehr als unglücklich und provozierte zahlreiche empörte Kommentare - ganz zurecht. Zum Einen gestand der Autor nicht ein, tatsächlich und in vollem Bewusstsein eine Straftat begangen zu haben, sondern bezeichnete das Ganze eher lapidar als "Fehler" und nur einmal als "Plagiat" - in Anführungszeichen. Zum Anderen wirbt er im gleichen Atemzug für seinen Roman und kündigt eine in wenigen Wochen produzierte Neuauflage an - völlig unglaubwürdig. Und dann wäre da natürlich noch seine Aussage, er hätte von Stephenie Meyer gestohlen, weil er sie so verehre. Meiner Meinung nach zeugt aber ein Wort-für-Wort-Plagiat eher vom Gegenteil. Nur, wenn ich einen Menschen nicht ausreichend wertschätze, stehle ich von ihm - egal, ob es um geistiges Eigentum oder um materielles geht. Und natürlich muss ich schon wirklich verzweifelt sein und nicht mehr weiter wissen, um das zu tun. Was dann die Vermutung nahelegt, dass Nico heillos überfordert war und sich ganz einfach mit dem Schreiben einer ganzen Trilogie übernommen hat - absolut nachvollziehbar und nicht überraschend. Denn es hätte ihm doch klar sein müssen, dass ein solcher Betrug auffliegen muss. Ich selbst bin ja überhaupt kein Fan der Bis(s)-Bücher, aber damit stehe ich ja doch allein auf weiter Flur. Millionen von begeisterten Lesern und enthusiastischen Fans, überall und in jeder Altersgruppe: Da war es doch nur eine Frage der Zeit, bis einer von ihnen stutzig werden musste. Und so ist es gekommen.

Einfach kein Kavaliersdelikt

Ich möchte jetzt hier nicht lang und breit auf Nico Abrell rumhacken, das hat das Netz in den vergangenen beiden Tagen zur Genüge getan. Ich denke, mittlerweile dürfte auch ihm klar sein, dass er sich strafbar gemacht hat und höchstwahrscheinlich mit rechtlichen Konsequenzen rechnen muss, bzw. seine Eltern. Was mich allerdings extrem wütend macht, sind all diese "Das wird schon wieder", "Und ist ja nicht so schlimm" und "Jeder macht mal Fehler" Kommentare, denn diese implizieren, dass es ein Kavaliersdelikt ist, sich am geistigen Eigentum anderer zu bedienen, sich mit fremden Federn zu schmücken und dann auch noch Geld damit zu verdienen. Und das ist es nicht! Absolut nicht! Ganz und gar nicht! Niemals, nie! Sicher, als Plagiator hat man keinen Mord begangen und niemanden tätlich angegriffen, aber man demütigt und verletzt einen Autor, tritt sein Werk mit Füßen und bemächtigt sich unbefugt seiner Worte. Es ist Diebstahl und nichts anderes. Dass es sich um Worte und nicht um ein Bündel Geldscheine handelt, ist vollkommen irrelevant. Mal ganz abgesehen davon, dass die Geldscheine auf die gestohlenen Worte folgen.

Natürlich ist Nico jung, aber er ist sicherlich kein Kind mehr. Er ist Selfpublisher, möchte Schriftsteller sein und vermarktet seine Bücher eigenständig. Natürlich werden hinter alldem auch seine Eltern stehen (irgendwer muss ja die Verträge unterzeichnen), aber letztlich weiß er ganz genau, was er tut und ist vor allem auf seiner Fanpage und in seinen Youtube-Videos immer selbstbewusst und fast schon ein wenig arrogant aufgetreten. Für seine Taten muss er geradestehen, auch wenn es nicht einfach ist. Es nutzt gar nichts, sein Alter als Entschuldigung anzubringen, denn er war alt genug, um zu schreiben und um Geld zu verdienen, dann muss er auch alt genug sein, um die Konsequenzen zu tragen. Denn auch in seiner Video-Stellungnahme auf Youtube (mittlerweile ist diese übrigens auf "privat" gestellt und kann nicht mehr angesehen werden) spricht er nicht aus, was er getan hat. Lässt seine Fans bezüglich der Plagiate im Dunkeln und kündigt lediglich an, sich zurückzuziehen (gute Entscheidung!), bis Gras über die Sache gewachsen ist (ziemlich naiv!). Reue sieht jedenfalls anders aus.

Wie gesagt - Plagiieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat und ich finde es furchtbar, wie dieser erneute Skandal vor allem den Ruf der Selfpublisher enorm schädigt. Leser, die wie ich prinzipiell etwas skeptischer und vorsichtiger in Bezug auf selbst verlegte Bücher sind, werden von so etwas nur zusätzlich verunsichert und halten sich in Zukunft vielleicht komplett von Selfpublishern fern. Und das wäre unheimlich schade, denn so entgehen einem eine Menge talentierter Autoren wie Marah Woolf, Maya Sheperd und Peter Bunzel. Das ist doch nicht fair! So ein Plagiat schadet nicht nur dem Autor, von dem gestohlen wird, sondern auch dem Leser, den Autorenkollegen, den Verlagen und nicht zuletzt dem Plagiator selbst. Also wieso nicht selbst in die Tasten hauen? Sich selbst finden und einen eigenen Schreibstil entwickeln, ihn reifen lassen. Das ist mühselig, kostet jede Menge Arbeit und Nerven und macht am Ende nicht mal unbedingt reich, aber so what? Man schreibt doch, um zu schreiben und nicht, um sich selbst zu vermarkten und einen Haufen Kohle zu verdienen, oder? Ich könnte einfach nur schreien angesichts dessen, wie manche Menschen mit dem geistigen Eigentum anderer umgehen, auf welch verachtenswerte Weise sie wild umher klauen und dann so tun, als wären sie große Schriftsteller. Ganz allgemein gesehen und jetzt nicht nur bezogen auf einen bestimmten Autor: Ich finde das zum Kotzen und es macht mich unheimlich, wahnsinnig wütend! So!

Und das Schlimmste: Onlineshops wie Amazon reagieren immer noch nicht schnell genug auf so etwas. Und: Anscheinend lassen viele Selfpublisher ihre Bücher von einer Agentur oder einem freiberuflichen Lektor lektorieren (auch Nico Abrell, nach eigener Aussage). Wieso zur Hölle fällt so etwas dann nicht auf!? Wie kann ein erfahrener Lektor übersehen, dass sich der Schreibstil je nach Absatz ändert, dass das Manuskript in einigen Absätzen weniger stilistische und/oder Rechtschreibfehler enthält als in anderen? Also ernsthaft, das kann ich weder nachvollziehen noch verstehen. Auch der zweite Teil von Berufen kann auf Amazon noch immer bestellt werden - zwar mit einer verzögerten Versandzeit von 10 - 12 Tagen, aber immerhin. Ich will ganz ehrlich sein: Auf keinen Fall möchte ich alle Selfpublisher über einen Kamm scheren. Ich lese sehr wenige selbst verlegte Bücher (eigentlich nur von den drei Autoren, die ich weiter oben genannt habe) und ich werde in Zukunft sicher noch vorsichtiger und skeptischer sein und bei den Autoren bleiben, die ich bereits kenne und liebe. Auf gar keinen Fall heißt das, dass ich glaube, dass jeder Selfpublisher abschreibt (absolut nicht!), aber man sieht leider, wie erschreckend leicht es ist, zu plagiieren - zunächst einmal völlig unbemerkt. Und das lässt einen als Leser im unübersichtlichen Dschungel des Selfpublishing natürlich ziemlich ratlos und überfordert zurück...

Zum Schluss noch ein paar Worte an Nico

Ich denke tatsächlich, dass du aus deinen Fehlern lernen wirst und es tut mir schon ein wenig leid, dass du jetzt eine so schwere Zeit vor dir hast und mit den Konsequenzen deines Handelns fertig werden musst. Vermutlich wird es sehr, sehr, sehr lange dauern, bis "Gras über die Sache gewachsen ist" und dir Autoren und Leser wieder vertrauen. Es würde mich nicht wundern, wenn das niemals passieren würde, denn auch ich bin unheimlich wütend und sauer und kann es einfach nicht fassen, dass man sich so mir nichts dir nichts an fremdem Eigentum vergreift, nur um zu verkaufen und Geld zu machen. Aber: Wenn du das Schreiben liebst und wenn es dir Spaß macht, dann gib es nicht auf! Wer sagt denn, dass du in 10 Jahren vielleicht nicht eine zündende Idee hast und dann auch reif genug bist, um diese umzusetzen!? Mit eigenen Worten und einem eigenen Stil. Also steh einfach gerade für das, was du getan hast, trage die Konsequenzen, aber steh auch wieder auf. Vielleicht wirst du irgendwann tatsächlich ein guter Autor, das wird die Zeit zeigen.

Und auch ein paar Worte an all jene, die es mit ihrem Hass deutlich übertrieben haben

Ich las in einer Facebook-Gruppe, dass Nico am Wochenende mehrere Mord-Drohungen erhalten hat. Mal im Ernst: Was zur Hölle??? Egal, ob erst 16 oder älter - einen Menschen, der am Boden liegt, tritt man nicht noch nach! Und vor allem droht man ihm nicht damit, ihn umzubringen!! Völlig irrelevant, ob diese Drohungen ernst gemeint sind oder nicht, jemanden, der wahrscheinlich eh schon voller Schuldgefühle ist (ich nehme das jetzt mal an) und sich selbst große Vorwürfe macht, trifft so etwas mit einer Wucht, die man sich gar nicht vorstellen kann. Ich bin auch absolut der Meinung, dass das Verhalten von Nico Abrell unentschuldbar ist, dass er die Konsequenzen tragen muss und dass auch seine Reaktion auf das Ganze keine ernstzunehmende Stellungnahme, sondern lediglich ein "Kopf-aus-der-Schlinge-ziehen" war, aber deswegen wünsche ich ihm doch noch lange nicht, dass er seines Lebens nicht mehr froh wird. Ja, er muss sich dem Shitstorm und den Reaktionen der Öffentlichkeit stellen, aber man kann seine Meinung sachlich äußern, ohne Beleidigungen, Beschimpfungen und vor allem ohne Drohungen. Was soll das denn? Fühlt man sich irgendwie besonders stark, wenn man einen 16-jährigen Jungen derart angreift, der außerdem bereits am Boden liegt? Manche Menschen werd ich einfach nie verstehen...

Und nun - wie ist denn eure Meinung zum Thema? Haltet ihr Plagiieren auch für ein Kavaliersdelikt oder seid ihr da ebenso empfindlich wie ich? Diskussionen gerne erwünscht :)

  

8 Kommentare:

Lilly Lesepanda hat gesagt…

Huhu Svenja
von Plagiaten halte ich genau so wenig wie du auch. Nämlich nichts. Gut aber finde ich, dass er sich entschuldigt hat und ich weiß auch gar nicht, ob man mit 15 weiß was genau ein Plagiat ist...
Wenn man andere Autoren aber verehrt kann man diese ja zB am Kapitelanfang zitieren.

Liebe Grüße
Lilly

Svenja Prautsch hat gesagt…

Huhu Lily :)

Naja ich denke schon, dass man mit 15/16 weiß, was ein Plagiat ist. Schließlich wird auch das Abschreiben in der Schule mit einer 6 bestraft :P

Aber das mit den Zitaten ist eine gute Möglichkeit, das lese ich auch gerne in Büchern.

Liebe Grüße
Svenja

An Chan hat gesagt…

Huhu Svenja,

ich halte von Plagiaten auch nichts. Wenn man ein Buch schreiben möchte, soll man sich bitte auch die Arbeit machen, alles selbst zu schreiben. Ich versuche auch seit Jahren, ein Buch fertig zu bekommen und weiß, wie schwer das ist. Es gehört schon eine Menge Arbeit und Zeit und Kreativität dazu. Es ist einfach nicht fair, wenn sich ein Autor diese Mühe macht, über Monate oder Jahre an der Geschichte feilt und dann klaut sie einfach jemand und ist damit vielleicht sogar erfolgreich.

Ich greife aus solchen Gründen (plus den vielen Fehlern, die man des Öfteren bei Selfpublishern findet) auch kaum zu solchen Werken. Was, wie du bereits geschrieben hast, den guten Selfpublishern, die wirklich viel Arbeit in ihre Werke stecken, zu lasten geht... und ich bin mir selbst schon nicht mehr sicher, ob ich jemals den Weg des Selfpublishings wählen werde, wenn dies weiter so negativ belastet wird. :/

LG Alica

Svenja Prautsch hat gesagt…

Huhu Alica :)

Da gebe ich dir recht. Ich versuche mich auch seit Jahren am Schreiben (wobei das nicht so sehr das Problem ist, sondern vielmehr die vorhergehende Recherche-Arbeit, für die ich - ich muss es einfach so sagen - schlichtweg zu faul bin :D Aber ohne diese geht es nun mal nicht). Keine Ahnung, ob jemals etwas dabei herauskommt, aber wenn ja, würde ich vermutlich auch nicht auf Selfpublishing zurückgreifen. Wie gesagt, es gibt viele gute Autoren, die sich selbst verlegen und wenn man bedenkt, wie schwierig es mittlerweile ist, als Neuling in einen Verlag reinzukommen (wenn nicht gar unmöglich), dann ist das auch absolut verständlich und eigentlich eine gute Lösung. Aber ich da ich selbst so kritisch in Bezug auf Selfpublishing bin, würde ich mich da wahrscheinlich nicht sehen. Es ist einfach schwierig... :/

Liebe Grüße
Svenja

Patchis Books hat gesagt…

Hallo Svenja. :) Ich bin gerade durch Zufall auf diesen Artikel hier gestoßen und finde ihn äußerst interessant zu lesen und stimme deinen Worten zu 100% zu. Ich bin selbst im Begriff ein Buch zu schreiben, weiß um die viele Arbeit, die dahinter steckt und finde es unglaublich dreist, diese ganze Arbeit, ja die Kreativität der Autoren zu klauen. Ich denke, mit 15/16 ist man alt genug um zu wissen, dass es strafbar ist und man sollte auch so viel Hirn besitzen, um zu sehen, dass es falsch ist, ganze Textpassagen zu klauen. Was ich mich jetzt frage - wie sieht es mit Band 1 aus? Ist der frei von Plagiaten? Ich hab die ganze Sache erst jetzt mitbekommen und kenne Nico nicht (weder als Youtuber, Autor noch privat) und bin noch nicht so informiert wie vielleicht andere. Hat da jemand was gehört bezüglich Band 1?
Naja. Auf jeden Fall werde ich in Zukunft auch kritischer sein, habe aber so meine SP-Autoren, die ich gern lese und denen ich zu 100% vertraue und treu bleibe. Ich bin gespannt, ob wir da noch was hören oder ob das tatsächlich alles unter den Tisch gekehrt wird, wie ich vermute. Fakt ist: es ist eine Straftat, wie du schon sagtest & ich würde unheimlich gern, wenn ich denn darf, deinen Artikel in meinem Blogeintrag verlinken. (natürlich warte ich auf dein Einverständnis)
Allerliebste grüße & sorry für den Roman - Patchouli ♥

Svenja Prautsch hat gesagt…

Hallo liebe Patchouli :)

Erst einmal vielen Dank für deine Worte und dein Lob. Und natürlich darfst du den Post gerne verlinken, da freue ich mich sehr :)

Also, das einzige, was ich noch gehört/gelesen habe, ist, dass die Plagiate in Band 2 wohl auf jeden Fall über die von "Schreib Fair" genannten Beispiele hinausgehen. Es gibt wohl noch deutlich mehr Passagen. Bezüglich Band 1 habe ich persönlich noch nichts gehört - ich habe das Buch ja da und ich kann nur sagen, dass die paar Seiten, die ich zu lesen imstande war, aufgrund der vielen Fehler und der unausgegorenen Schreibe auf jeden Fall zu einem 15-Jährigen passen. Es ist ja nicht auszuschließen, dass der Autor auch hier schon kopiert hat, aber ich will ihm auch nichts unterstellen und gehe eher davon aus, dass er einfach dann mit Band 2 überfordert und unter Zeitdruck war - so wirkt es zumindest. Wegen der Konsequenzen...ja hm, da hab ich leider auch die Befürchtung, dass die wohl ausbleiben. Zumindest rechtlich. Ich habe in den letzten Tagen immer mal bei Carlsen reingeschaut (den Verlag betrifft es ja vor allem), aber keine Meldungen diesbezüglich entdeckt. Bleibt die Frage, ob der Verlag das öffentlich machen würde...Ich würde es ja schon befürworten, wenn einmal ein Exempel statuiert würde. Dass es dann gerade an einem Teenager wäre, nun ja, das ist eben Pech.

Liebste Grüße,
Svenja :)

Anonym hat gesagt…

Ein sehr gelungener Bericht über die Tatsachen, die der "Autor" Nico Abrell leider bis heute zu vertuschen versucht.
Auf YouTube ist er wieder kreativ als "Coverdesigner" unterwegs und hat noch immer keine öffentliche Stellungsname zu den Plagiaten abgegeben. Ich finde auch, dass es ein "Kopf-aus-der-Schlinge-ziehen“ ist und seine "Entschuldigung" nicht wirklich überzeugend war. Ich denke ihm wird es wieder gut gelingen, in die Autorenwelt einzusteigen, denn es gibt so viele, die diesen Autor lieben und vergöttern. Warum? Weil er geheim hält, was er sich geleistet hat und viele seiner Fans einfach nicht mitbekommen haben, dass er ein Dieb ist. Deswegen bedanke ich mich herzlich für deinen ehrlichen Tatsachen-Bericht. Jeder Leser sollte vor Plagiatoren gewarnt werden und diese dürfen sich nicht einfach in einen Mantel des Schweigens hüllen und erwarten, dass dadurch alles vergessen wird. Er soll gefälligst zu seiner Schande stehen und öffentlich zugeben: "Ja, ich habe plagiiert. Es tut mir leid!" Stattdessen hört man nur Rumgedrucks wie "Es ist alles gesagt, was gesagt werden muss..." Nein! Eben nicht. Er gibt es einfach nicht öffentlich zu und damit macht er sich in meinen Augen nur noch unsympathischer.
Die Leute, die ihn mit ihren „Ist doch alles halb so schlimm“-Postings auch noch bauchpinseln sind für mich noch ein schlimmerer Schlag ins Gesicht, als der Plagiator selbst, denn wie du schon sagtest, suggerieren sie, es handle sich dabei um einen Kavaliersdelikt. Diebstahl ist einfach Diebstahl!

Svenja Prautsch hat gesagt…

Hallo und danke für dein Kommentar und deine ehrlichen Worte! Ich finde es auch nach wie vor schade, dass auf die Enthüllungen nur ein kleiner, kaum vernehmbarer Auschrei folgte und hatte eigentlich damit gerechnet, dass es Konsequenzen geben würde (habe da auch immer mal wieder bei Carlsen nachgeschaut, aber nichts). Klar, Nico ist noch ein Kind, aber ich denke, ein so offensichtliches Plagiat hätte einfach geahndet werden müssen. Aber vielleicht wurde es das ja - abseits der Öffentlichkeit. Ich weiß nicht, ob Nico seine Karriere wirklich so wiederaufnehmen kann. Vielleicht in 10 Jahren oder so. Dann würde er aber große Stärke beweisen, wenn er sich klar von seinen alles andere als harmlosen "Jugendsünden" distanzieren würde.

Liebe Grüße
Svenja

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