Sonntag, 8. Mai 2016

REZENSION: "Der Sommer der Sternschnuppen" (Mary Simses)

Copyright blanvalet


Titel: Der Sommer der Sternschnuppen
Autor:  Mary Simses
Genre: Roman / Liebesroman
Verlag: blanvalet
Erscheinungsjahr: 2016
Format: Klappenbroschur (9,99 €)
Seiten: 448
ISBN: 978-3734102530




Inhalt:

Grace macht gerade eine schwere Zeit durch - ihr Freund hat sich von ihr getrennt, ihre Stelle als technische Redakteurin wurde gestrichen und zu allem Übel ist ihre Wohnung in New York auch noch aufgrund eines Wasserschadens unbewohnbar. Geschlagen kehrt sie in ihre Heimatstadt Dorset zurück, um den Sommer im Haus ihrer Eltern zu verbringen. Neuen Lebensmut fasst Grace erst, als sie erfährt, dass auch ihre alte Jugendliebe Peter, mittlerweile ein gefeierter Regisseur, nach Dorset zurückgekehrt ist. Doch nicht nur die alten Gefühle holen Grace wieder ein, sondern auch die Tragödie, die sich vor 17 Jahren in der Kleinstadt ereignete...


So gefällt mir das Cover:

Das Cover hat mich direkt angesprochen, ich finde es einfach wunderschön und besonders. Ich liebe die Bilder von den Vögeln und Blumen und den blauen Stern, der einen Bezug zum Titel herstellt. Ein künstlerisches, frühlingshaftes Cover, das Lust auf eine leichte, romantische Geschichte macht.

Meine Meinung:

Nach Der Sommer der Blaubeeren ist Der Sommer der Sternschnuppen Mary Simses' zweiter Roman. Auch diesmal geht es um eine junge Frau, die irgendwie noch nicht so richtig ihren Platz in der Welt gefunden hat und deren Leben durch einen Besuch in ihrem Heimatort, der Kleinstadt Dorset, völlig auf den Kopf gestellt wird.

Protagonistin ist die 32-jährige Grace Hammond, die nach ihrer Kündigung, der Trennung von ihrem Freund und dem Wasserschaden in ihrer New Yorker Wohnung vorübergehend wieder bei ihren Eltern einzieht. Eine typische Ausgangssituation für eine romantische Komödie also und eine solche ist Der Sommer der Sternschnuppen ganz ohne Frage. Doch erst einmal zu Grace: Mit ihr konnte ich mich von Anfang an sehr gut identifizieren, denn sie ist ein wenig neurotisch, ein wahrer Ordnungs-Fanatiker und ein absoluter Grammatik-Freak, der immer und überall den Rotstift zückt, wenn ihr ein Fehler über den Weg läuft. Außerdem hat sie jahrelang einen wenig anspruchsvollen Job gemacht (sie hat als technische Redakteurin Bedienungsanleitungen verfasst und computergenerierte Übersetzungen korrigiert) und irgendwo tief drinnen immer gewusst, dass sie eigentlich mehr vom Leben will. Das konnte ich unheimlich gut nachvollziehen, denn mir geht es beruflich gerade ganz ähnlich und das ja sogar auf dem gleichen Gebiet.

Manchmal fand ich Grace aber auch ein wenig anstrengend, denn ich hatte oft das Gefühl, dass sie absolut nicht weiß, was sie will. Sie kam mir ab und an wie ein kleines Mädchen vor, das nicht weiß, dass es etwas gut kann und dafür Wertschätzung verdient hat. Bei einer 32-jährigen Frau erschien mir das etwas merkwürdig, andererseits lässt sich dieses Verhalten auch auf den frühen Tod ihrer Schwester zurückführen, die immer im Rampenlicht stand. Grace gibt sich noch immer die Schuld an dem, was vor 17 Jahren passiert ist, und deswegen tat sie mir dann doch schon wieder leid.

Ich sagte ja, Der Sommer der Sternschnuppen ist eine romantische Komödie mit allem was dazu gehört. Jede Menge Fettnäpfchen, in die Grace zielsicher tritt, der ein oder andere Fauxpas und ein witziger Machtkampf mit der arroganten und ungerecht schönen Regan, die Grace noch aus ihrer Schulzeit kennt, sorgen auf jede Fall für gute Laune während des Lesens, für den ein oder anderen Lacher und natürlich für fremd Schämen Deluxe, wie man es von Bridget Jones kennt. Und dann wären da natürlich noch die Männer: Gerade noch verschmäht und von ihrem Freund tief gedemütigt, wird Grace in Dorset plötzlich gleich von drei attraktiven Herren der Schöpfung umworben und fühlt sich je nach Tagesform mal von dem einen, mal von dem anderen angezogen.

Im Mittelpunkt steht dabei der erfolgreiche Regisseur Peter Brooks - Grace' erste große Liebe. Nun tut sie alles, um ihm zu gefallen und malt sich schon eine schillernde Zukunft an seiner Seite aus. Dabei nimmt sie anfangs nur am Rande wahr, dass auch der gefeierte Schauspiel-Star Sean Leeds und der gut aussehende Geschichtslehrer und Fahrradverkäufer Mitch ein Auge auf sie geworfen haben. Hier ging mir Grace ein bisschen auf die Nerven, denn es ist offensichtlich, dass sie absolut nicht weiß, was sie will. Mal so, mal so und dann wieder so - das hab ich ihr irgendwie nicht ganz abgenommen. Überhaupt war mir die Situation mit den drei liebeskranken Männern einen Ticken zu unglaubwürdig und konstruiert. Für mich war dann am Ende auch vorhersehbar, für wen sie sich entscheiden wird, aber das verrate ich euch natürlich nicht. ;)

Trotzdem lässt sich Der Sommer der Sternschnuppen durchgehend angenehm und flüssig lesen und ist dank des lockerleichten Erzählstils der Autorin die perfekte Frühlings- bzw. Sommerlektüre. Auch das Setting, die direkt am Meer gelegene Kleinstadt Dorset, wo jeder jeden kennt und Apfel Pie praktisch zum Sommer dazu gehört, hat mir wieder sehr sehr gut gefallen und mich zum Träumen und Genießen eingeladen. In diesem Zusammenhang finde ich auch die Covergestaltung besonders originell, denn in den Klappen versteckt sich ein leckeres Rezept für typisch amerikanischen Apfel Pie, das ich mit Sicherheit bald mal ausprobieren werde.

Mein Fazit:

Der Sommer der Sternschnuppen erzählt eine sommerliche, romantische Geschichte mit viel Witz und Charme, die mir sehr amüsante Lesestunden beschert hat. Komplett überzeugen konnte mich Mary Simses allerdings auch mit ihrem zweiten Roman nicht, denn stellenweise war mir die Handlung etwas zu vorhersehbar und konstruiert. Kurzweilige Unterhaltung verspricht das Buch aber auf jeden Fall.





2 Kommentare:

kleeblatt hat gesagt…

Das Buch klingt gut und auch wenn es kleine Abzüge gibt, ich stelle es mal auf meine Wunschliste. Mal schauen wann ich dazu komme, es zu kaufen ;)

Liebe Grüße
Corinna

Svenja Prautsch hat gesagt…

Huhu :)

Es lohnt sich auf jeden Fall - es ist eben eine sommerliche Geschichte, bei der man gut abschalten kann. Ich brauch so etwas auch ab und zu mal :)

Liebe Grüße
Svenja

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