Samstag, 30. April 2016

REZENSION: "Ghostbound #1" (C.M. Singer)

Copyright Amrûn Verlag

Titel: Ghostbound
Autor: C.M. Singer
Genre: Roman / Liebesroman / Krimi / Fantasy
Verlag: Amrûn Verlag

Erscheinungsjahr: 2013
Format: E-Book (4,99 €), Taschenbuch (14,80€)
Seiten: 480
ISBN: 978-3-944729-01-5




Inhalt

Das erste Aufeinandertreffen von Elizabeth und Daniel endet damit, dass Daniel ihr die Tür vor der Nase zuschlägt. Als Detective passt es ihm gar nicht, dass die junge Journalistin ihre Nase in seinen Fall steckt. Doch noch am selben Abend hat er bei ihrem Anblick Schmetterlinge im Bauch. Doch noch bevor sich die beiden einander annähern können, wird Daniel im Beisein von Elizabeth umgebracht. Wie durch ein Wunder kehrt Danny jedoch zu ihr zurück - als Geist. Damit beginnt eine sonderbare, magische Liebesgeschichte, die nicht nur davon überschattet wird, dass Danny keinen Körper hat. Denn seine Mörder sind weiterhin aktiv und haben ihr Augenmerk nun auf Elizabeth gerichtet. Können sie gemeinsam die Serienmorde aufklären?

Cover


Für meinen Geschmack gibt es definitiv zu wenige fliederfarbene Bücher, daher bin ich schon von vornherein von der Aufmachung begeistert. Silhouetten finde ich auch immer klasse, folglich bin ich rundum zufrieden mit der Optik.


Meine Meinung

Der Roman hat mir auf Anhieb gefallen. Man wird zwar Knall auf Fall in die Geschichte hineingeworfen, aber man kann sich sofort orientieren. Es gibt eine klare Linie, ein klares Ziel, auf das C.M. Singer hinarbeitet, weshalb man nicht von unnötigen Details abgelenkt wird. Sie verliert sich nicht in ausschweifenden Beschreibungen (im Gegensatz zu mir), sondern kommt zum Punkt. Ein weiterer Pluspunkt ist ihr heiterer Erzählstil. Obwohl wir es hier mit einem Mordfall bzw. mehreren zu tun haben, war ich permanent köstlich amüsiert. Das liegt sowohl an der ironischen Selbstbetrachtung der Protagonistin, als auch an den humorvollen Dialogen, die zwischen Elizabeth, Daniel und auch Nebencharakteren wie Tony oder Riley zustandekommen. Dadurch wirkte das Geschehen durchweg unbeschwert, was angesichts der Thematik etwas paradox erscheint. Trotzdem gefiel mir das. Außerdem konnte ich dadurch gar nicht umhin, alle wichtigen charaktere sofort ins Herz zu schließen. Da sie so gut aufeinander abgestimmt sind und sich ergänzen, haben sie mich nie gelangweilt oder großartig aufgeregt (auch wenn ich am Anfang eine Abneigung gegen Tony hatte).
Was ich ein wenig zu kritisieren habe, ist, dass man sich vorher bewusst machen muss, dass es sich hier nur um den ersten Teil einer Trilogie handelt und sich somit auch die Mordserie über drei Teile erstreckt. Soll heißen: die Ermittlungen gehen etwas mühselig voran. Im Prinzip werden in Ghostbound lediglich die Verdächtigen eingeführt und grundlegende Anhaltspunkte präsentiert. Mutmaßungen gibt es demnach viele, aber ein konkreter Verdacht lässt sich dadurch nicht formulieren. Ich war am Ende eigentlich genauso schlau wie vorher. Die detektivische Ermittlungsarbeit verläuft und liest sich daher etwas zäh. Ich hatte fortwährend das Gefühl, dass die Aufklärung des Verbrechens hinter die Liebesgeschichte zurücktritt. Das ist im Großen und Ganzen nicht weiter schlimm, da Daniel und Elizabeth eine sehr unterhaltsame und liebevolle Beziehung führen. Hin und wieder war es mir zwar etwas zu harmonisch, denn ich mag es lieber, wenn die Fetzen fliegen und die Partner nicht permanent ihre ewigliche Liebe zueinander bekunden, aber da die zwei quasi noch in ihrer "Flitterwochenphase" sind, sehe ich das nicht allzu kritisch. Dieser Umstand macht den Roman weniger zu einem Krimi oder Thriller, sondern eher zu einem Liebesroman mit einer kriminalistischen Nebenhandlung. Eine eigenwillige Mischung, die aber seltsamerweise recht gut für mich funktioniert hat. Lediglich den Spannungsbogen habe ich ein wenig vermisst, auch wenn es zum Ende hin doch nochmal dramatisch wird. Insgesamt hat es mich von der Ausgangssituation ein wenig an den Film Ghost - Nachricht von Sam erinnert, nur eben moderner und spritziger. Außerdem gibt es einige deutlich verbesserte Kommunikationsmittel, sodass Daniel auch mit seinen Freunden und Verwandten in Kontakt treten kann. Das war für den Fortgang der Geschichte sehr hilfreich. 

Fazit

Ghostbound lebt in erster Linie von den witzigen Dialogen und der wunderbaren Dynamik der Charaktere. Der Grundstein für die Kriminalhandlung ist zwar gelegt, aber Elizabeth, Daniel und Tony stehen definitiv noch am Anfang ihrer Ermittlungsarbeiten. Eine fühlbare, mitreißende Spannung konnte sich dadurch noch nicht aufbauen. Ich hoffe, im zweiten Band kommen sie diesbezüglich ein gutes Stück weiter.  





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