Freitag, 15. April 2016

REZENSION: "Einfach. Für dich." (Tammara Webber)

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Titel: Einfach. Für dich.
Autor: Tammara Webber
Genre: Roman / Liebesroman
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsjahr: 2015
Format: Taschenbuch (8,99€)
Seiten: 520
ISBN: 978-3-7341-0150-2





Inhalt

Eine einzige Nacht teilt Landon Maxfields Leben in zwei Hälften: in die Zeit vor dem od seiner Mutter und die Zeit danach. Seitdem ist er nicht mehr der Junge, der er einmal war. Er ändert seinen Rufnamen in "Lucas", lässt sich tattowieren und piercen und lässt sich in der Schule hängen. Auf dem College bekommt er eine zweite Chance. Sogar mehr als das. Denn als er Jaqueline in einem seiner Kurse kennen und lieben lernt, hat er die Möglichkeit, jene verhängnisvolle Nacht aufzuarbeiten. Er setzt alles daran, Jaqueline zu helfen - komme, was wolle. Selbst wenn er sie dafür belügen muss. 


Cover

Das Buch ist auf jeden Fall wunderschön anzusehen. Es strotzt nur so vor Romantik und bringt einen sofort in die entsprechende Stimmung. 

Meine Meinung


Die ersten Kapitel waren absolut super. Der ironische Ton, in dem Lucas (bzw. die Autorin) die Geschichte erzählt, und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit haben mir sehr gut gefallen. Auch der Umstand, dass Lucas mal kein aalglatter, unglaublich gut aussehender romantischer Held ist, sondern eindeutige einen kleinen Dachschaden hat und Ecken und Kanten besitzt, haben mich sofort für ihn eingenommen. Allerdings finde ich, dass das Label 'Bad Boy' zu weit gegriffen ist. Was mich aber schon auf den ersten Seiten gestört hat, waren diese ausführlichen Beschreibungen von Jaquelines Aussehen. Klar ist er als Künstler an Details interessiert, aber ich finde es immer etwas nervig, wenn quasi in Endlosschleeife jeder optische Vorzug einer Person geschildert wird. Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man denkt: "Okay, ich hab's kapiert!"  
Abgesehen von der Tatsache, dass Jaqueline wohl umwerfend aussieht, blieb sie mir jedoch ein Rätsel. Daher war es mir die meiste Zeit vollkommen schleierhaft, warum Lucas auf sie steht. Während die Autorin sich mit Lucas sehr viel Mühe gegeben hat, um seine Facetten (die manchmal aber irgendwie nicht ganz zusammenzupassen schienen) herauszuarbeiten, blieb Jaqueline total flach. Man bekommt einige Brocken aus ihrem Leben und zu ihrem Charakter hingeworfen, aber so richtig etwas daraus gemacht hat Tammara Webber nicht. Dadurch konnte mich die Liebesgeschichte nun wirklich nicht mitreißen. Um ehrlich zu sein, habe ich fast bis zum Schluss gehofft, es würde eine andere Frau um die Ecke kommen, in die Lucas sich verliebt. Eine, die ich wirklich mögen würde. Zum Glück konnte ich mich dann irgendwann doch noch für sie erwärmen - allerdings erst im letzten Viertel des Buches, als man mehr über sie erfahren hat. Das war problematisch, weil ich einfach nicht in die Romanze abtauchen konnte.
Die intimen Szenen zwischen den beiden bzw. ziwschen Lucas' Jugendversion und irgendeiner dahergelaufenen Grazie wurden immer sehr plastisch beschrieben. Das war schon fast so, also würde man eine Liebesszene auf der Mattscheibe mitverfolgen. Das ist an sich nicht schlecht. Manchmal hatte ich nur das Gefühl, sie wären zu utopisch ausgefallen. Lucas erschien mir eher wie das Idealbild eines Sexpartners, der genau wusste, was er wann machen musste. Ich denke, das ist in der Realität sehr selten. Aber als Anleitung für Männer wäre es durchaus empfehlenswert :) Im Verlauf der Handlung haben diese Beschreibungen aber etwas Überhand genommen. Weniger ist eben auch manchmal mehr.
Wesentlich interessanter als die eigentliche Lovestory fand ich Lucas' Vergangenheit. Immer wieder wird angedeutet, dass seine Mutter unter tragischen Umständen ums Leben gekommen ist, aber bis zum Schluss wartet man auf die Auflösung (auch wenn man es natürlich irgendwann vermuten kann). So blöd es klingen mag, aber ich fand es ziemlich gut, dass es nicht einfach "nur" ein Autounfall oder Krebs gewesen ist (ja, auch das sind tragische Tode, aber sie sind nicht besonders selten in Romanen). Auf jeden Fall ist ihr Tod der Knackpunkt für alles: er hat Lucas zu dem Menschen gemacht, der er jetzt ist - sein Aussehen, seine Entscheidungen und sein Verhalten während der gesamten Geschichte.  Das hat den Roman gewissermaßen für mich "gerettet".
Letztlich wirkte es aber manchmal so, als könne sich der Roman nicht ganz entscheiden, was er nun sein will: eine Liebesgeschichte oder Selbstfindungsroman. Natürlich kann man beides problemlos miteinander verknüpfen (phasenweise hat das auch geklappt), aber manchmal hatte ich den Eindruck, beide Teile wären irgendwie unfertig. Deshalb kam ich beim Lesen immer etwas aus dem Tritt.


Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: die Love Story hat mich wahrlich nicht vom Hocker gehauen. Dazu fehlte mir zu sehr der Einblick in Jaquelines Gedanken- und Gefühlswelt.  Lediglich Lucas und seine Vergangenheit haben mich zum Weiterlesen animiert, auch wenn ich nicht immer von seiner Person begeistert war. Phasenweise wurde es aber zu langatmig.




2 Kommentare:

Lena Müller hat gesagt…

Hey ;)
Mir hat das Buch auch nicht soo gefallen, ich habe mir wirklich mehr darunter vorgestellt. Mir ging es also so wie dir.
Ich habe damals gleich 'Lieblingsmomente' gelesen und das hat mir auch gar nicht gefallen.

Liebe Grüße,
Lena

Katharina P. hat gesagt…

Hallo Lena,
"Lieblingsmomente" war für mich leider auch eher eine Enttäuschung. Ich find's immer irgendwie schade, wenn der Klappentext besser klingt als der Roman selbst. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu anspruchsvoll ;)
Lass es mich wissen, wenn du in Bezug auf Liebesromane (oder aus einem anderen Genre) mal ne Empfehlung hast. Darüber würde ich mich wirklich freuen :)

Liebe Grüße,
Katha

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