Freitag, 15. Januar 2016

REZENSION: "Lying Game #1 - Und raus bist du" (Sara Shepard)

© cbt

Titel: Lying Game - Und raus bist du (#1)

Autor: Sara Shepard

Genre: Roman / Jugendroman / Thriller

Verlag: cbt

Erscheinungsjahr: 2012

Format: Taschenbuch (9,99€)

Seiten: 314

ISBN: 978-3-570-30800-4



Inhalt

Innerhalb von nur wenigen Tagen wir das Leben der 17-jährigen Emma zum absoluten Chaos: erst stellt sie fest, dass sie eine Zwillingsschwester hat, von deren Existenz sie nicht einmal ahnte, dann setzt sie ihre Pflegefamilie auf die Straße. Kurzentschlossen macht sich Emma auf den Weg, um bei ihrer unbekannten Schwester Sutton Zuflucht zu finden. Doch bei ihrer Ankunft kommt der nächste Schock: Sutton ist tot - doch scheinbar weiß das niemand außer ihr. Ihre Familie und Freunde zumindest halten Emma für Sutton. Bevor sie das Missverständnis aufklären kann, erhält sie eine Nachricht, in der ihr das gleiche Schicksal angedroht wird, wenn Emma nicht die Rolle ihrer Schwester spielt. Ihr bleibt keine Wahl: sie nimmt Suttons Platz ein. Nur so kann sie herausfinden, wer der Mörder ihrer Schwester ist. Ein schwieriges Rätsel, denn scheinbar hatte Sutton zu Lebzeiten einige Feinde. 



Cover



Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich zu dem Cover stehe. Einerseits finde ich es schon ansprechend und hübsch anzusehen, andererseits ist es auch relativ nichtssagend. Zumindest assoziere ich nicht automatisch Spannung und Nervenkitzel mit dem Buch. 

Meine Meinung


Als Fan von Pretty Little Liars war es für mich klar, dass ich die 2. Roman-Reihe von Sara Shepard unbedingt lesen muss. Ich ärgere mich gerade wirklich, dass ich so lange damit gewartet habe, denn mich hat jetzt das Lying Game-Fieber gepackt. Keine Ahnung, wie Sara Shepard das macht und woher sie ihre Ideen nimmt, aber ich hoffe, ihr wird dieses Talent in geraumer Zukunft nicht abhanden kommen. 
Trotz einiger deutlichen Parallelen zu Pretty Little Liars (Mord, Mädchengruppe, mysteriöse Nachrichten, Bedrohung auf allen Seiten) ist es doch nicht nur (wie befürchtet) ein Abklatsch davon. 
Wesentlicher Bestandteil der Geschichte sind die wilden Spekulationen, die Emma und man selbst anstellt. Da Emma gezwungen ist, den Platz einer Person einzunehmen, die sie eigentlich nicht kennt, hat man als Leser denselben Wissensstand wie sie und tappt entsprechend im Dunkeln. Wie bei Pretty Little Liars scheint irgendwie jeder (allen voran Suttons Freundinnen Madeline, Charlotte und Laurel) verdächtig zu sein oder zumindest ein Motiv gehabt zu haben, Sutton umzubringen. Es wird ziemlich deutlich, dass sie wahrlich kein Sonnenschein gewesen ist. Wer jetzt einfach an Mobbing denkt, der denkt falsch, weil Sutton und ihre Freundinnen weit darüber hinaus gehen und das auch noch lustig finden. Es ist schon ziemlich erschreckend, wozu (vor allem junge) Menschen fähig sind und welche Abgründe sich auftun können. Sara Shepard scheut sich auf jeden Fall nicht davor, weniger liebreizende Personen eine tragende Rolle zuzuschreiben. Wobei das natürlich davon abgemildert wird, dass die tote Sutton, die im Grunde die Geschichte erzählt (eine sehr interessante Perspektive), geleutert und friedlicher wirkt als zu Lebzeiten. 
Emma ist dazu mehr oder weniger der Gegenentwurf: weniger arrogant, weniger eitel und weniger biestig. Da sieht man mal wieder, wie sich ein anderes Lebensumfeld auf die Persönlichkeit auswirken kann. Zwar hat mich manchmal gestört, dass sie in manchen Situationen Tomaten auf den Augen zu haben schien, aber meistens hat sie sich als sehr gescheit erwiesen und gut kombiniert. Vor allem finde ich es gut, dass sie keine treuherzige Seele ist, sondern den anderen misstraut und die Dinge hinterfragt. Sie nimmt die Gefahr nicht auf die leichte Schulter und verhält sich entsprechend vorsichtig. Andererseits fand ich es zu Beginn befremdlich, dass sie einfach “spontan” nach ihrer Schwester gesucht hat, wenngleich das notwendig war, um die Geschichte gleich ins Rollen zu bringen. Dennoch bin ich die ganze Zeit über das Gefühl nicht losgeworden, dass die Ereignisse etwas zu rasch aufeinanderfolgten. Klar ist es super, dass zwischendurch keine Langeweile aufkommt, aber ein paar Szenen hätten schon etwas ausgebaut werden können. Außerdem sind manche Charaktere für mich noch nicht recht greifbar, was wahrscheinlich auch so sein soll. Ich denke, in den Folgebänden werde ich noch mehr als genug über sie erfahren. 
Trotz der allgegenwärtigen Gefahr bleibt auch noch Platz für alltägliche Problemchen und etwas Liebesdrama, sodass man zwischenzeitlich die Nerven etwas beruhigen kann. Allerdings ist hier das Potential noch deutlich nicht ausgeschöpft.
Letztlich war ich richtig gehend enttäuscht, als ich die letzte Seite umgeblättert habe. Mir brennt es unter den Nägeln, sofort weiterzulesen , denn am Ende ist natürlich nichts geklärt. Vielmehr haben sich unglaublich viele Fragen aufgetan, die beantwortet werden müssen. Ich kann mir vorstellen, dass die gesamte Handlung noch viel komplexer wird und die Rätsel nicht so leicht zu lösen sein werden. So ähnlich wie Pretty Little Liars, nur mit einer Mädchengruppe mit einer vollkommen anderen Dynamik. Besonders interessiert mich hier (neben Suttons Mörder), was mit Thayer, Madelines Bruder, geschehen ist. 

Fazit


Der Auftakt der Reihe ist definitiv ein Page Turner der besonderen Art. Hier verbinden sich Elemente eines Jugendromans wunderbar mit denen eines Krimis. Ich bin vollkommen in Emmas und Suttons Welt abgetaucht und hoffe, dass auf diesen vielversprechenden Anfang eine ebenso packende Fortsetzung folgt.



2 Kommentare:

Lena Müller hat gesagt…

Hey ;)
Die Reihe will ich auch schon die ganze Zeit lesen, aber irgendwie komme ich bisher dazu nie!
Ich hoffe ich werde sie bald angehen!

LG
Lena

Katharina P. hat gesagt…

Hallo Lena :)
Ja, das altbekannte Problem: so viele Bücher, so wenig Zeit^^ Eigentlich will man den ganzen Tag nichts anderes machen als lesen.
Ich will dich nur ungern "beeinflussen", aber es würde sich auf jeden Fall lohnen, das Buch etwas weiter oben auf der Leseliste zu platzieren - vor allem, weil die Reihe angeblich noch besser wird ;)

Liebe Grüße,
Katha

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