Montag, 11. Januar 2016

REZENSION: "Jane Austen bleibt zum Frühstück" (Manuela Inusa)


© blanvalet

Titel: Jane Austen bleibt zum Frühstück

Autor: Manuela Inusa

Genre: Roman / Liebesroman

Verlag: blanvalet

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Taschenbuch (9,99€)

Seiten: 381

ISBN: 978-3-7341-0179-3


Inhalt


Gerade noch hat sich Penny Lane eine ganz persönliche Beraterin in Liebesdingen gewünscht und schon im nächsten Moment wacht sie neben einer Frau mit Nachthemd und Schlafhaube auf, die sich als niemand Geringeres als Jane Austen höchst persönlich herausstellt. Die anfängliche Verwunderung weicht schnell Begeisterung, auch wenn es wahrlich nicht einfach ist, Jane Austen zu erklären, was Autos und Fernseher sind und warum Frauen Hosen tragen. Schnell freunden sich die beiden gegensätzlichen Frauen an. Und weil Freundinnen füreinander da sind, versucht sich Jane als Amor, um Penny mit ihrer großen Liebe zusammenzubringen. Überraschenderweise wird aber auch sie selbst von Amors Pfeil getroffen. 


Cover


Das Buch hat durch seine Gestaltung ziemlich einladend auf mich gewirkt, da es Wärme, Gemütlichkeit und Idylle ausstrahlt. Die Elemente harmonieren miteinander und es wirkt nicht überladen. Super!


Meine Meinung


Die Story des Romans ist süß mitzuverfolgen, aber vielleicht nicht übermäßig mitreißend (an manchen Stellen sogar etwas langatmig) - zumindest in dem Sinne, dass man keine großen Neuerungen für das Genre erwarten darf. Allerdings ziehe ich es meistens (wie auch in diesem Fall) vor, wenn ich in Liebesromanen mit keinen allzu großen bösen Überraschungen konfrontiert werde. Super gefiel mir zudem, dass keine der amourösen Entwicklungen übertrieben kitschig und schmalzig dargestellt wurde, sondern immer ein guter, für das entsprechende Paar passender Mittelweg gefunden wurde.
Im Grunde steht aber eigentlich die Freundschaft zwischen Jane und Penny im Vordergrund. Mal ehrlich: wer würde nicht gerne mit Jane Austen (bzw. seinem Lieblingsschriftsteller) befreundet sein?! Ich jedenfalls würde gerne mit Penny tauschen. Dass hier zwei Welten aufeinander treffen, ist natürlich logisch. Nicht nur wegen der unterschiedlichen Epochen, aus denen sie stammen, sondern auch wegen ihrer unterschiedlichen Veranlagungen. Jane wirkt für die heutige Zeit etwas prüde, steif und introvertiert, aber genau das mach ihren Charme aus (wenn man dafür empfänglich ist). In vielerlei Hinsicht hab ich sie sogar Penny vorgezogen - besonders, was die Ausdrucksweise angeht. Ich finde es zwar gut, dass Manuela Inusa berücksichtigt hat, dass die Menschen heute im Vergleich zu damals anders gesprochen haben, aber den Kontrast zwischen altertümlicher und moderner Sprache empfand ich zu heftig, da meines Erachtens die Wortwahl und Formulierungen der Personen in der Gegenwart übertrieben dargestellt wurden (oder reden junge Briten wirklich in diesem Slang?) Ansonsten kann ich aber nicht an Penny herummeckern: sie ist direkt, hilfsbereit, vielleicht ein bisschen faul (aber das bin ich auch) und sie ist nicht naiv. Zwar steht sie sich manchmal selbst im Weg, aber das ist ja nahezu obligatorisch für jeden Roman. 
Alle Akteure sind passend zu der Geschichte außergewöhnlich und einzigartig, vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber immerzu liebenswert. Ich muss jedoch auch bemängeln, dass aufgrund der Fülle an Charakteren manche davon relativ flach geblieben sind. Da hat es auch nicht geholfen, dass man hin und wieder in die unterschiedlichen Köpfe “hineingeschlüpft” ist. 
Für mich war das eigentlich Besondere am Roman letztlich das Entschlüsseln der diversen Parallelen zwischen der Handlung und den Romanen von Jane Austen. Als Austen-Fan ist in mir immer ein gewisse Wiedererkennungsfreude aufgekeimt, wenn ich zuordnen konnte, welcher Charakter Jane vermeintlich bei der Kreation ihrer literarischen Figuren beeinflusst haben soll. Daher konnte ich selbst gewöhnungsbedürftigen Gestalten (Stichwort Rupert) etwas Positives abgewinnen und hatte sofort Lust, wieder einen Jane Austen-Roman in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern.

Fazit


Sagen wir es so: das, was ich erwartet habe, habe ich auch bekommen, d.h. einen süßen, spritzigen Roman, der mir das ein oder andere Schmunzeln entlockt hat. Als Austen-Fan kommt man durchaus auf seine Kosten, wenngleich man keine bahnbrechenden Neuerungen und Erkenntnisse erwarten darf. Meine Kritik bezieht sich hauptsächlich auf die (über-)moderne Ausdrucksweise, dass manche literarischen Figuren mehr Form und Farbe vertragen könnten und die Geschichte mich nicht durchgängig fesseln konnte.



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