Samstag, 5. Dezember 2015

REZENSION "Tödliche Gaben" (Hg. Silke Jellinghaus)

Copyright Rowohlt Verlag
Titel: Tödliche Gaben

Autor: Beckett, Barclay, Fitzek u.a. (Hg. Silke Jellinghaus)

Genre: Krimi / Kurzgeschichtensammlung

Verlag: Rowohlt

Erscheinungsjahr: 2009

Format: Taschenbuch (8,95 €)

Seiten: 224

ISBN: 978-3499255533


Inhalt:

Weihnachten ist das Fest der Liebe... oder des Todes? Denn auch während der Feiertage ruht das Verbrechen nicht und so kommt es schon einmal vor, dass man plötzlich einen toten Wichtel im Kofferraum hat, im gefrorenen Moor zwei Leichen gefunden werden oder genau der Mann auf der Flucht ist, der den Weihnachtsmann ermordet hat...


So gefällt mir das Cover:

Das Cover finde ich ziemlich gelungen, weil es in den Farben Rot und Weiß gehalten ist und ein typisch weihnachtliches Motiv - die Geschenkschleife - zeigt. Mir gefällt auch, dass es so minimalistisch gehalten ist und trotzdem ins Auge sticht.

Meine Meinung:

Das Buch lag schon seit einer ganzen Weile auf meinem SuB und dieses Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, es in der Vorweihnachtszeit zu lesen. Schließlich sind weihnachtliche Kriminalgeschichten mal etwas anderes und ich war super gespannt, was da alles auf mich zukommen würde. Allerdings muss ich schon vorweg sagen, dass die meisten Geschichten eher weniger spannend sind.

Der Band enthält insgesamt 11 Kurzgeschichten mehr oder weniger bekannter Kriminalautoren, von denen mir nur Simon Beckett und Sebastian Fitzek ein Begriff waren. Simon Becketts Geschichte "Schneefall" hat mich allerdings ein wenig enttäuscht. Ich war zwar sehr positiv überrascht, dass in ihr der Anthropologe Hunter vorkommt, den man ja aus Romanen wie Leichenblässe und Die Chemie des Todes kennt, aber irgendwie erschien sie mir wie eine unfertige Episode, ein Entwurf vielleicht, der nicht zu Ende gedacht wurde. Das Gleiche gilt auch für Fitzeks Geschichte "Allein", die wirklich interessant und mystisch war, mir aber zu abrupt endete und mich so eher unbefriedigt zurückließ.

Wirklich spannend waren insgesamt die wenigsten Geschichten in Tödliche Gaben. Ich würde sagen, die meisten waren eher amüsant, skurril und morbid. So zum Beispiel Friedrich Anis "Wo es dem Verbrecher schmeckt" und Linwood Barclays "Wichteltod". Beide Geschichten haben mir sehr gut gefallen und mich eher zum Schmunzeln als zum Mitfiebern gebracht. Aber für weihnachtliche Kriminalgeschichten ist das ja durchaus okay.

Mit anderen Geschichten konnte ich da schon weniger etwas anfangen. Vor allem "Der wahre Grund der Great Depression" von Jay Bonansinga konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Sie ist für eine Kurzgeschichte erstaunlich langatmig und man fragt sich einfach die ganze Zeit über, auf welchen Punkt das Ganze denn hinauslaufen soll. Außerdem ging es in vielen Episoden nicht, wie ich mir erhofft hatte, um Mord und Totschlag, sondern auch um kleinere Delikte wie Diebstahl und Entführung. Es hätte ruhig ein wenig grausamer sein können - zumindest für meinen Geschmack :)

Mein Fazit:

Tödliche Gaben hat in mir Erwartungen geweckt, die der Band leider nicht erfüllen konnte. Ich hatte mich auf spannende, grausame und blutige Kriminalgeschichten gefreut, wobei die meisten Episoden eher amüsant und zum Schmunzeln waren. Einige Geschichten kamen mir auch ziemlich unfertig vor, was mich dann irgendwie nicht befriedigt hat. Insgesamt haben mich die weihnachtlichen Krimis ein wenig enttäuscht, obwohl man auch sagen muss, dass sich das Buch schnell und locker nebenbei lesen ließ und einen so trotzdem recht gut unterhalten hat. Wer skurrile Geschichten mag, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten!


  

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