Mittwoch, 30. Dezember 2015

REZENSION: "Divinitas" (Asuka Lionera)

Copyright Drachenmond Verlag

Titel: Divinitas

Autor: Asuka Lionera

Genre: Roman / Romantasy

Verlag: Drachenmond Verlag

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Broschiert (14,90€)

Seiten: 339

ISBN: 978-3-95991-022-4


Inhalt


Fye kann sich nur sehr vorsichtig zwischen den Menschen bewegen. Immerzu muss sie verschleiern, wer oder was sie ist, denn als Halbelfe wird sie vom Volk gefürchtet und von den Schwarzen Rittern gejagt. In einem Moment der Unachtsamkeit offenbart sich ihre Identität. Prompt wird sie gefangen genommen und soll unverzüglich hingerichtet werden. Als sie fast jede Hoffnung aufgegeben hat, eilt ihr ein Fremder zur Hilfe und verhilft ihr zur Flucht. Fye ist verwirrt: Wer ist ihr unbekannter Retter? Und warum hilft er ihr? Die Antwort darauf wird ihre bisheriges Leben für immer verändern.

Cover


In das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Es ist wirklich der Wahnsinn! Die Intensität der Farben haut einen wirklich um und das Mädchen (es wird wohl Fye sein) ist umwerfend schön (besonders ihre Augen). Die Gesamtposition ist einfach wunderbar stimmig.

Meine Meinung


Zunächst einmal liebe ich grundsätzlich das Konzept des Romans. Ich habe eine Schwäche für Geschichten in einer mittelalterlich-fantastischen Welt, Elfen mag ich seit Herr der Ringe sowieso und bei einer Kombination aus Liebe und Action ist für die meisten Gefühlslagen und Geschmäcker etwas dabei. Besonders gut gefällt mir an Divinitas, dass es auf der Grundlage eines selbstentwickelten RPG der Autorin basiert (eine ziemlich einzigartige Produktionsgeschichte). Bei Spielen mit einem solchen Setting schlägt mein kleines Gamer-Herz automatisch höher, sodass es mich durchaus reizen würde, das ursprüngliche Spiel mal auszutesten. Aber nun zurück zum Buch. 
Fye mochte ich von Anfang an, da sie willensstark und kämpferisch (ich mag keine hilflosen Protagonisten) sowie aufbrausend, temperamentvoll und schwer zu beeindrucken ist. Im Laufe des Geschehens erkennt man allerdings, dass sie in bestimmten Bereichen schnell unsicher wird und sie entsprechende Selbstzweifel plagen. Zum einen ist das verständlich, schließlich strotzen wir alle nicht permanent vor Selbstbewusstsein, zum anderen finde ich, dass diesen Gedanken zu viel Platz eingeräumt wurde. 
Fye’s Wegbegleiter Vaan ist im Grunde alles, was man sich wünschen könnte: überaus ansehnlich, trainiert, mitfühlend, hilfsbereit, leidenschaftlich, treu und liebevoll. Abgesehen von einem kleinen Makel (Stichwort “Fluch”) also perfekt. Für meinen Geschmack vielleicht zu perfekt, da ich meine Schwierigkeiten mit zu häufigen Liebesschwüren und -bekundungen habe, aber derlei Dinge liegen ja im Auge des Betrachters. Ich kann mir vorstellen, dass die meisten weiblichen Leser vor Verzückung dahinschmelzen werden. 
Neben den sympathischen Figuren gibt es natürlich auch noch eine Reihe von Charakteren, die man hassbedingt am liebsten in den Boden stampfen würde und die Fye und Vaan jede Menge Steine in den Weg schmeißen. Von Anfang an suspekt war mir Gylbert, wenngleich ich bei ihm die Vermutung (oder Hoffnung?) hatte, dass in ihm mehr schlummert als der herzlose Kerl, der er zu sein scheint. Ob ich damit richtig lag und er ein potenzieller Konkurrent für Vaan im Kampf um Fye’s Gunst war, lest ihr im Buch ;-) 
Bei Giselle, Vaans Schwester, wusste ich von Anfang an, dass sie ein fieses, intrigantes Miststück ist. Und dennoch wirkte sie im Vergleich zu anderen, später auftauchenden Charakteren überraschenderweise nahezu harmlos. Beim Lesen wird es also nicht langweilig. Passagen, in denen sich die Ereignisse überschlagen, wechselten mit solchen, in denen der Fokus mehr auf der Liebesbeziehung liegt und damit ausführlichere und teilweise sehr anschauliche (!) Beschreibungen erfolgen, bei denen man definitiv nicht prüde sein darf. Insgesamt wird die Lektüre also abwechslungsreich und dynamisch. 
Ungemein positiv war ich zudem davon überrascht, welche Richtung der Roman eingeschlagen hat. Es gibt eine Fülle an Twists im Plot und unvermutete Enthüllungen und Zusammenhänge. Immer, wenn ich dachte: “Okay, was soll jetzt noch passieren?”, hat Asuka Lionera der Geschichte eine 180°-Wende verpasst und meine aufkeimende Hoffnung auf ein Happy End im Keim erstickt. Genau das zeichnet einen guten Autor aus. Meine “Kritik” in der Hinsicht ist jedoch, dass ich mir hier mehr Ausführlichkeit gewünscht hätte, um den Veränderungen mehr Zeit und Raum zum Wachsen zu geben.
Ein paar weitere Kleinigkeiten, die mich gestört bzw. irritiert haben, waren beispielsweise, dass jemand in dieser mittelalterlich-fantastischen Welt eine Brille trägt oder dass die Ausdrucksweise hin und wieder zu modern war. Das betraf weniger die Dialoge, als vielmehr die Gedankengänge von Fye und Vaan.

Fazit


Divinitas ist gleichermaßen romantisch und actionreich und lädt damit zum Träumen und Mitfiebern ein. Asuka Lionera platziert Wendungen im Plot geschickt an solchen Stellen, an denen man gerade glaubte, auf das Happy End zu zusteuern. Dadurch ist die Lektüre abwechslungsreicher und komplexer, als man es auf den ersten Seiten hätte vermuten können. Leider gingen diese Passagen aber so rasch vorüber, dass sie ihre volle Wirkung nicht entfalten konnten. Hier fehlte mir der Schönschliff. 


Die Reihe:

1. Band: Divinitas
Vorgeschichte: Falkenmädchen

2 Kommentare:

Asuka Lionera hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Katharina P. hat gesagt…

Hallo Asuka,
hm, vielleicht kam das falsch rüber: wie gesagt, gefiel mir die Grundidee und die ganzen Wendungen super, aber ich hätte mir erhofft, dass sie mehr Tragweite bzw. Möglichkeiten zum Spannungsaufbau (à la Game of Thrones) gehabt hätten. Außerdem tendiere ich bei meinen Bewertungen wahrscheinlich ohnehin zu einem überkritischen Blick. Ich freue mich dennoch immer noch sehr, dass ich das Buch entdeckt und gelesen habe :)
Ich wünsche dir und deiner Familie auch einen super Start ins Jahr 2016 und vor allem ein Übermaß an kreativen Ideen ;)

Kommentar veröffentlichen