Donnerstag, 10. Dezember 2015

REZENSION: "Der Weihnachtsabend" (Charles Dickens)

Copyright Suhrkamp Insel Verlag
Titel: Der Weihnachtsabend

Autor: Charles Dickens

Genre: Erzählung / Weihnachtsgeschichte

Verlag: Suhrkamp Insel Verlag

Erscheinungsjahr: 2015 (Erstveröffentlichung 1843)

Format: Taschenbuch (7,00 €)

Seiten: 135

ISBN: 978-3458361022


Inhalt:

Ebenezer Scrooge ist ein hartherziger Mensch und ein skrupelloser und geiziger Geschäftsmann, dem es stets nur um eines geht: Geld. Er macht sich weder etwas aus dem Weihnachtsfest noch aus seinem Neffen oder seinem verarmten Gehilfen. Doch das soll sich ändern! Am Weihnachtsabend wird er zuerst von seinem verstorbenen Geschäftspartner Jacob Marley und schließlich von drei weiteren Geistern heimgesucht, die ihn die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnachtsfeste und damit sein eigenes Elend vor Augen führen...


So gefällt mir das Cover:

Das Cover dieser Neuauflage gefällt mir unglaublich gut, weil es so zauberhaft und weihnachtlich wirkt, wie es ja letztlich auch die Geschichte ist. Der rote Hintergrund, die gebückte Gestalt des Ebenezer Scrooge, die verschlungenen Schnörkel und die wirbelnden Schneeflocken bilden den Zauber der Weihnachtsgeschichte für mich perfekt ab.

Meine Meinung:

Charles Dickens' Eine Weihnachtsgeschichte, in dieser Neuauflage mit dem Titel Der Weihnachtsabend, - es gibt wohl kaum einen Menschen auf der Welt, der die Geschichte nicht kennt. Am populärsten sind sicherlich die zahlreichen Verfilmungen, von denen auch einige zu meinen absoluten Lieblingen gehören, aber gelesen hatte ich die Vorlage bisher noch nicht. Höchste Zeit! Und da kam die Neuübersetzung von Eike Schönfeld, 2015 im Insel Taschenbuch Verlag erschienen, gerade recht.

Asche auf mein Haupt: Von Charles Dickens hatte ich bisher noch gar nichts gelesen. Schlimm, ich weiß. Deswegen fiel es mir anfangs ein bisschen schwer, mich in seinen Erzählstil und in die Sprache hineinzufinden - immerhin ist die Geschichte annähernd 200 Jahre alt. Aber wenn man einmal drinnen ist, lässt sich Dickens dann eigentlich doch ganz gut lesen und man muss längst nicht so aufmerksam sein wie beispielsweise bei Shakespeare. Charles Dickens hat tatsächlich seinen ganz eigenen Stil, wobei es mir besonders gut gefällt, dass er so detail- und bildreich beschreibt und so eine zauberhafte Welt erschafft, in die man als Leser förmlich hineingesogen wird.

Die Geschichte selbst ist für mich persönlich die schönste Weihnachtsgeschichte überhaupt und das hat die Lektüre von Der Weihnachtsabend nur bestätigt. Ich war ziemlich überrascht, wie nah sich manche Verfilmungen (z.B. "Die Muppets Weihnachtsgeschichte" und "Disneys Eine Weihnachtsgeschichte") an die Vorlage gehalten haben und stieß so auf viele Details, die ich schon aus den Filmen kannte. Dennoch gab es auch einige Handlungselemente, die anscheinend nicht so häufig filmisch umgesetzt wurden und die ich deswegen für mich ganz neu entdecken konnte.

Ebenezer Scrooge ist im Wesentlichen so, wie man ihn auch aus den Filmen kennt: Ein hartherziger, gefühlskalter Mensch; ein Geizkragen und Einzelgänger. Und trotzdem ist er irgendwie eine liebenswerte Figur, einfach, weil er einem ziemlich leid tut. Ich hatte das Gefühl, dass seine Läuterung im Buch vielleicht etwas schneller vonstatten geht als in den Verfilmungen und fand es sehr schön, auf jeder Seite nachzuvollziehen, wie sich sein Wesen nach und nach wandelt. Ich habe mich auch wahnsinnig gefreut, die anderen Personen wie Bob Cratchit, Tiny Tim, Scrooges Neffen und natürlich die Geister wiederzutreffen, die alle einfach zauberhaft sind.

Insgesamt hat mir wirklich jede einzelne Seite von Dickens' Weihnachtsklassiker gefallen, am besten natürlich das Ende. Jeder kennt es und doch war es wieder sehr bewegend und berührend, zu lesen, wie Ebenezer Scrooge in nur einer Nacht von einem kaltherzigen, verbitterten alten Mann zu einem liebenswerten, mitfühlenden Menschen wird. DAS macht wirklich Lust auf Weihnachten und lässt einen an das Gute im Menschen glauben.

Mein Fazit:

Eine Weihnachtsgeschichte beziehungsweise Der Weihnachtsabend von Charles Dickens ist DER Weihnachtsklassiker schlechthin und deswegen ein absolutes Muss für jeden, der zwar die ein oder andere Verfilmung, aber noch nicht das Buch selbst kennt. Mir hat das Lesen unheimliche Freude bereitet und ich kann nur immer wieder darüber staunen, was für eine große Wirkung ein so verhältnismäßig kurzer Text hat. Jetzt kann Weihnachten kommen!



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