Donnerstag, 3. Dezember 2015

REZENSION: "All I want for Christmas" (Amy Silver)

Copyright Rowohlt Verlag

Titel: All I want for Christmas

Autor: Amy Silver

Genre: Roman

Verlag: Rowohlt

Erscheinungsjahr: 2015 (Erstausgabe 2011)

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 336

ISBN: 978-3499271915


Inhalt:  

Weihnachten in London: Drei Frauen sehen dem Weihnachtsfest aus völlig unterschiedlichen Gründen eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Während die alleinerziehende Mutter und Cafébesitzerin Bea das erste gemeinsame Weihnachten mit ihrem kleinen Sohn und außerdem eine große Party in ihrem Honey Pot Café plant, hat die frisch Verlobte Olivia die gesamte Familie ihres Freundes zu sich eingeladen und muss nun eine riesige Feier ausrichten. Und dann ist da noch Chloe - Workaholic und Diät-Fanatikern, die zusammen mit ihrer Affaire - einem verheirateten Mann - eigentlich einen romantischen Urlaub in Venedig geplant hatte. Doch alles kommt anders und so kreuzen sich die Wege der drei grundverschiedenen Frauen und das Honey Pot Café wird zu einem beinahe magischen Ort, an dem alles möglich zu sein scheint...


So gefällt mir das Cover:

Das Cover ist weihnachtlich, aber eher dezent gehalten und nicht so überladen. Das gefällt mir ganz gut, da es Lust auf eine eher stille und besinnliche Weihnachtsgeschichte macht. Ich mag auch die Farben, weil sie zurückhaltend sind und nicht sofort "Weihnachten" schreien - trotzdem lässt das Cover meiner Meinung nach Weihnachtsstimmung aufkommen. Ich finde es perfekt.

Meine Meinung:

All I want for Christmas war mein erster Roman von Amy Silver und deswegen war ich sehr gespannt, da man ja schon einiges von der Autorin gehört hat. Da ich ein absoluter Weihnachtsfan bin, habe ich mich auf eine besinnliche Geschichte gefreut, die mich schon einmal auf das Fest einstimmt und mich ebenso berührt und unterhält - und genau das habe ich auch bekommen.

Erzählt werden abwechselnd die Geschichten der drei Frauen Bea, Olivia und Chloe und zwar in jeweils recht kurzen Kapiteln. Das gefällt mir persönlich super gut, da die Handlung so sehr dynamisch ist und so ähnlich wie ein Film wirkt. Man springt quasi zwischen den drei Handlungssträngen hin und her, wobei sich diese allerdings oftmals kreuzen, da sich auch die Wege der drei Frauen kreuzen. Das Ganze erinnert ein wenig an "Tatsächlich...Liebe" oder "Valentinstag" - sehr süß und unterhaltsam.

Die Protagonistin scheint die Cafébesitzerin Bea zu sein, denn ihre Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, während es bei den beiden anderen ein Er-Erzähler ist. Das hat zur Folge, dass Bea einem am nächsten ist: Man kann sich gut in sie hineinversetzen und fühlt mit ihr. Ihre Geschichte ist eine sehr traurige und bewegende. Sehr erfrischend fand ich es allerdings, dass sie nicht die alleinerziehende Übermutter ist, sondern ein Mensch mit Fehlern und einer eher unschönen Vergangenheit, von der man als Leser nicht verschont wird. Das macht Bea nur noch menschlicher, authentischer und auch sympathischer, denn jeder von uns hat ja schon Dinge getan, auf die er nicht stolz ist. 

Ein großer Teil der Handlung spielt sich in Beas Honey Pot Café ab, das mich total an Lukes Café in "Gilmore Girls" erinnert hat (inklusive des Handyverbots). :D Genauso hab ich mir Beas Laden auch vorgestellt, denn er scheint eine Zuflucht für alle Gestrandeten zu sein und ein Ort, an dem man sich vom Alltag erholen und einfach eine gute Tasse Kaffee und leckeres Essen genießen kann. Diesen zentralen Ort finde ich sehr schön gewählt und ich mochte es sehr, dass er Bea, Olivia und Chloe - drei völlig Fremde - zusammengeführt hat. Eine beinahe magische und verträumte Vorstellung, die für mich einen Großteil des Charmes von All I want for Christmas ausmacht.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem das Zusammenspiel der völlig unterschiedlichen Charaktere Bea, Olivia und Chloe. Bea erholt sich gerade nach einem schlimmen Schicksalsschlag und kommt allmählich wieder auf die Beine, Olivias Glück scheint perfekt zu sein, als ihr langjähriger Freund sich mit ihr verlobt, und Chloe ist eine selbstsüchtige Zicke, die sich nach und nach kaputt gearbeitet und irgendwie keine Freude am Leben hat. Dass ausgerechnet diese drei Frauen sich immer wieder begegnen und allmählich zu Freundinnen werden, ist erstaunlich und der Weg dahin war äußerst spannend und amüsant, da vor allem Bea und Chloe ein ums andere Mal aneinander geraten. 

Insgesamt kam während des Lesens bei mir wirklich Weihnachtsfeeling auf, weil ich einfach auf jeder Seite mit den drei Hauptpersonen mitgefiebert und sie bei ihren Weihnachtsvorbereitungen begleitet habe. Angereichert ist die flockig leichte Geschichte mit einer wohl dosierten Prise Liebe: Während Bea langsam ihrem besten Freund Sam näher kommt, ist sich Olivia plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob sie Kieran heiraten soll, und Chloe weiß nicht mehr, ob sie wirklich will, dass ihre Affaire Michael seine Frau endgültig für sie verlässt. Das Ganze ist absolut nicht kitschig, sondern genau richtig und herzerwärmend - passend zur weihnachtlichen Lektüre. Auch Amy Silvers Schreibstil hat mir zugesagt: Der Roman ließ sich flüssig runter lesen und war sehr kurzweilige, aber stimmungsvolle und amüsante Lektüre.

Mein Fazit:

Mit All I want for Christmas bin ich so richtig in Weihnachtsstimunng gekommen. Die Geschichte ist kurzweilig, unterhaltsam und stellenweise sehr berührend und herzerwärmend - diese Mischung lässt beim Lesen absolut keine Langeweile aufkommen. Besonders gut gefallen haben mir die drei völlig unterschiedlichen Protagonistinnen, von denen jede ihr eigenes Päckchen zu tragen hat, und die sich entgegen aller Logik langsam anfreunden. Für mich war Amy Silvers Weihnachtsroman alles in allem sehr rund, hat sich wahnsinnig gut lesen lassen und ist eine stille, einfühlsame Lektüre - passend zum besinnlichen Weihnachtsfest. Ich hab absolut nichts zu meckern :)


  

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen