Mittwoch, 23. Dezember 2015

Adventskalender: Türchen 23


 Morgen ist Heiligabend und in jeder Familie gibt es ja eigene Traditionen und Bräuche - allein in Deutschland wird dieser Tag auf die verschiedensten Arten gefeiert. Welche gravierenden Unterschiede es schon von Dorf zu Dorf geben kann, zeigen wir euch hinter diesem Türchen, denn wir wollen euch verraten, wie in unseren Familien der Heilige Abend gefeiert wird.

♥♥Weihnachten in Svenjas Familie♥♥


Mein Bruder und ich sind zwar schon seit ein paar Jahren ausgeflogen, aber trotzdem kommen wir jedes Jahr an Heiligabend im Haus unserer Eltern zusammen und das geht so:
Am Morgen des 24. wird erst einmal ganz gemütlich gemeinsam gefrühstückt und zwar mit Sonntagsbrötchen und Gewürzhonig und bei Kerzenschein und Räuchermännchen-Duft. Danach schmücken wir alle zusammen ganz traditionell den Weihnachtsbaum und lassen nebenbei den Fernseher laufen (vorzugsweise Märchen oder klassische Weihnachtsfilme - dieses Jahr läuft "Der kleine Lord"). Nach dem Schmücken legen wir gleich die Geschenke unter den Baum.
Um 12.00 Uhr heißt es: Alle Mann ins Auto und ab zu Oma (2 Dörfer weiter). Dort essen wir traditionell Nudelsuppe. Meine Oma hat diesen Brauch von ihrer Schwiegermutter übernommen. Es geht dabei darum, vor den Ausschweifungen und fettigen Braten der kommenden Feiertage noch einmal gesund und fettarm zu essen. Allerdings ist es in der Praxis nicht ganz so nobel und vorbildlich, wie es sich vielleicht anhört - schließlich schmeckt Omas Nudelsuppe einfach fantastisch und Nachtisch gibt es lustigerweise auch :D
Nach dem Nudelsuppe-Schlemmen fahren wir wieder nach Hause und bereiten schon einmal alles fürs Kaffeetrinken vor - Stollen, Plätzchen, Früchtebrot. Am Nachmittag gehen meine Eltern (und manchmal auch mein Bruder) dann zum Krippenspiel in die Kirche. Ich bleibe zuhause und bereite unterdessen das Abendessen vor. Wir sind zwar alle nicht christlich, aber ich hege die größte Abneigung gegen die Kirche und deswegen gehe ich seit einigen Jahren nicht mehr mit. Klingt vielleicht hart, aber ich ertrage das reiligiöse Gesülze einfach nur sehr schwer :P
Nach der Kirche wird Kaffee getrunken und dann kümmern wir uns alle zusammen um das Abendessen. In dieser Hinsicht gibt es bei uns keine Tradition: Es gibt jedes Jahr ein anderes Menü. Es ist immer etwas Festliches und Besonderes wie z.B. Wildgulasch mit Schupfnudeln oder gefüllte Lende. Gegen 17.30 Uhr kommen meine Großeltern zu uns und es wird erstmal gepunschelt - mit Muttis selbstgemachtem Glühwein oder auch Feuerzangenbowle. 
Gegen 19.00 Uhr essen wir dann zusammen und hören nebenbei Weihanchtsmusik. Wenn alles verputzt und aufgeräumt ist, ist es soweit: Bescherung! Die läuft bei uns ganz schlicht ab: Jeder gibt seine Geschenke an die Beschenkten weiter und ausgepackt wird zusammen. Obwohl ich ja nun schon lange kein Kind mehr bin, ist die Bescherung für mich immer noch das Schönste an Heiligabend. Nicht wegen der Geschenke, die ich bekomme (obwohl die natürlich auch jedes Jahr fantastisch sind :D), sondern wegen der, die ich mache. Ich liebe es, zu schenken. 
Nach der Bescherung sitzen wir noch ein wenig bei Punsch und Musik zusammen, unterhalten uns und beschäftigen uns wie die kleinen Kinder mit unseren Präsenten. Das war dann unser Heiligabend und an den folgenden Feiertagen essen wir einmal bei meinen Eltern und einmal bei Oma und Opa. Traditionell gibt es Hasen- und Enten- bzw. Gänsebraten und für mich Kartoffeln und Gemüse ;)


♥♥Weihnachten in Kathas Familie♥♥


Um ehrlich zu sein, gibt es bei uns keine richtige Weihnachtstradition, zumindest nicht spezifisch für Heiligabend. Das Einzige, was bei uns in Stein gemeißelt ist, ist, dass meine Mutti, mein Vati, meine Schwester und ich zusammenkommen. Leider ist das gerade bei der arbeitenden Bevölkerung nicht immer einfach, da es nun mal auch Berufe gibt, die auch an Heiligabend Anwesenheit erfordern. Daher bin ich eigentlich die einzige Person, die immer Zeit hat (das Privileg der Studierenden). Dieses Jahr ist der Ablauf zumindest so geplant, dass ich am 24. nach Hause fahre (ich muss heute Abend noch arbeiten). 4 Stunden Zugfahrt - wie ich mich freue :/ 
Wenn wir dann endlich zusammen hocken und das große Gekuschel (vorerst) vorbei ist, gibt es das Weihnachtsessen. Dieses Jahr wird es Kartoffelsalat nach Mamas intergalaktisch gutem Rezept + Würstchen geben - allerdings nicht eine 08/15-Wurst, sondern Sucuk vom Türken, die ich extra mitbringe. Die Jahre davor hat es einen schwedischen Schinken mit Honig-Senf-Kruste gegeben, aber da der Aufwand sehr hoch ist (und mein Vati es jetzt nicht unbedingt als kulinarisches Highlight empfindet), wird eben dieses Jahr etwas anderes kredenzt. In den Genuss seiner heißgeliebten Schleßischen Weißwürste mit Pfefferkuchensoße kommt er ein andermal (die bekommt er nur, wenn wir zu den Feiertagen bei seinen Eltern sind, was erst zum 26.12. soweit sein wird). Da es dieses Jahr meine Schwester ist, die abends zur Arbeit aufbrechen muss, werden wir wohl außerdem am 24. keine Zeit haben, ins Kino zu gehen, wie es in den letzten Jahren der Fall gewesen ist (passenderweise kamen da immer irgendwelche Hobbit-Verfilmungen oder andere gute Filme, die wir alle sehen wollen). Stattdessen wird es nach dem Essen die Bescherung geben. In letzter Zeit haben wir es so gehandhabt, dass wir ums Geschenkeauspacken würfeln. Wenn jemand eine 6 hat, darf er sich eins seiner Geschenke aussuchen und es auspacken. Das kann sich natürlich entsprechend in die Länge ziehen - je nachdem, wie viel Glück man hat. Erfahrungsgemäß hab ich schon einen Berg zerknülltes Geschenkpapier neben mir liegen, während meine Schwester immer ungeduldiger nach ihren Geschenken stiert, weil sie einfach kein Glück hat. In Anbetracht ihrer begrenzten Zeit an dem Tag, hoffe ich, dass es dieses Mal anders abläuft. Außerdem hat sie sich eh bloß Geld gewünscht - daher auch die vielen Geldgeschenk-Tutorials in unserem Adventskalender ;) 
Das ganze Prozedere wird musikalisch untermalt von diversen Weihnachts-CDs oder weihnachtlichen Playlists, die auch die Feiertage über rauf- und runtergespielt werden, bis wir sie wieder in einen Schrank verstauen und die kommenden Monate nicht eines Blickes würdigen. Außerdem wird nebenbei ordentlich Alkohol fließen :D
Die übrigen Feiertage verbringen wir weiter in kleiner Runde. Am 26. brechen wir nach Sachsen zu meinen Großeltern väterlicherseits auf (dort gibt es Kaffee und Kuchen und Abendessen) und am 27. fallen wir in meiner ehemaligen Heimat Leipzig ein, um uns mit Mamas Brüdern + Familie und ihrer Mutti zum Essen und Bowlen (Kalorien verbrennen!!!!) zu treffen. Erfahrungsgemäß wird das eine ziemlich unterhaltsame Zusammenkunft. Ansonsten ist, wie gesagt, bei uns nichts in Stein gemeißelt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob wir einen Tannenbaum haben werden. Das ist für mich quasi so etwas wie die Weihnachtsüberraschung^^

 Alles Liebe,

Svenja und Katha

3 Kommentare:

frostyface hat gesagt…

Hi!

Schöner Post!
Wir würfeln auch immer, jedenfalls seitdem mein kleiner Bruder aus dem Alter raus ist, wo der Weihnachtsmann persönlich vorbeischaut ... Allerdings steht eine 6 bei uns nicht dafür, dass man eins seiner Geschenke auspacken kann, stattdessen greift man in den Geschenkesack und verteilt das Geschenk, das man gezogen hat (manchmal an sich selbst, aber das ist eher selten der Fall). Sobald alle Geschenke verteilt sind - und das kann dauern - packen alle gleichzeitig aus.
Ich mag diese Tradition sehr. ;)

LG und ein schönes Fest!
frostyface

Svenja Prautsch hat gesagt…

Das klingt auch nach einer sehr schönen Tradition. Ich werde das Würfeln morgen mal vorschlagen, vielleicht können wir das auch mal machen :)

Ganz liebe Grüße und besinnliche Feiertage ;)
Svenja

Katharina P. hat gesagt…

Die Idee ist tatsächlich ziemlich gut. Die werd ich meinen Lieben auch mal unterbreiten :)

Liebe Grüße und schöne Weihnachten,
Katha

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