Dienstag, 22. Dezember 2015

Adventskalender: Türchen 22


Hallo ihr Lieben!
Mit Sicherheit bin ich nicht die Einzige, die als Kind dazu verdonnert wurde, Gedichte auswendig zu lernen oder eine andere Darbietung zu erbringen, um überhaupt erst ein Geschenk zu Weihnachten überreicht zu bekommen. Was für die lieben Großeltern eine schöne Unterhaltung ist, ist für alle anderen eher Folter - zumindest ging es mir so. Ich denke eher mit Grauen daran zurück, was meine Schwester und ich so alles geträllert, vorgespielt und rezitiert haben - besonders die ersten beiden Aspekte waren sicherlich kein schöner Klang, denn (seien wir ehrlich) mit Musikalität bin ich nicht gerade gesegnet. Daher waren Gedichte das kleine Übel. Im heutigen Türchen wartet daher mein lyrischer Weihnachtsfavorit, den ihr sicherlich auch kennt. 


Es ist 

Weihnachten von Joseph von Eichendorff

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!

Ich liebe das Gedicht, weil es bei mir für die innere Ruhe sorgt, die zwischen Geschenkekauf, Einpacken, Vorbereitung des Essens, Dekorieren usw. einfach abhanden kommt. Aber immer, wenn ich das Gedicht höre oder lese, dann erinnere ich mich dran, dass ich auch mal ein Minütchen Pause brauche - so viel Zeit muss sein^^

Für alle, die noch panisch nach einem Gedicht zum Vortragen suchen, könnte das die Rettung sein ;)

Wie sieht es bei euch zu Heiligabend aus? Müsst/dürft ihr auch etwas Darbieten oder geht der Geschenkeaustausch eher still vonstatten? 

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen