Dienstag, 1. Dezember 2015

Adventskalender: Türchen 1


Wir haben uns gedacht: Machen wir doch mal einen Adventskalender für unsere Leser - das macht bestimmt Spaß. Macht es definitiv auch, aber wieso gibt es überhaupt Adventskalender, wie ist dieser Brauch entstanden? Die Antwort darauf versteckt sich hinter unserem ersten Türchen.

Adventskalender: Brauch mit langer Tradition

Mein Adventskalender - gefüllt von Mutti <3
Seine Ursprünge hat der Adventskalender, wie wir ihn heute kennen, im 19. Jahrhundert und geht auf eine Zählhilfe beziehungsweise einen Zeitmesser zurück. Die ersten Adventskalender hielten vermutlich um 1850 Einzug in die heimischen Wohnzimmer, zum Beispiel in Form von 24 kleinen Bildern oder auch von Kreidestrichen an Wänden und Türen, von denen die Kinder jeden Tag einen wegstreichen durften. Schon die frühen Adventskalender dienten also dem Zweck, die Zeit bis zur Bescherung am 24. Dezember zu verkürzen und die Tage zu zählen. Dieses Vorgehen entwickelte sich schnell zu einer christlichen Tradition, die im Laufe der Jahre weiter ausgebaut wurde. Der erste gedruckte Adventskalender erschien 1902 in Hamburg in Form einer Weihnachtsuhr, die allerdings nicht ab dem 1. Dezember die Tage zählte, sondern erst ab dem 13. Adventskalender beziehungsweise -uhren mit 24 Feldern und Türchen wurden erst 20 Jahre später entwickelt und sind mittlerweile Standard.

Der Adventskalender wird gefüllt!

Mein Adventskalender - gefüllt von meinem Freund <3
Zwischen den 1920er und 1930er Jahren etablierten sich zusehends zwei Arten von Adventskalendern: Zum Einen der Kalender mit aufklappbaren Türchen, hinter denen sich für jeden Tag ein kleines Bild versteckte, und zum Anderen der Adventskalender, der mit Süßigkeiten und Gebäck gefüllt werden konnte. Es war also nicht mehr weit bis zum Adventskalender, wie er heute in nahezu jedem Haushalt zu finden ist. Eine etwas andere Richtung schlug der Adventskalender jedoch noch einmal während des Nationalsozialismus' und des Zweiten Weltkriegs ein. Die Nationalsozialisten ließen es sich nicht nehmen, sich die christliche Tradition zu eigen zu machen und für ihre Propaganda zu nutzen. So gab es zwischen 1933 und 1945 Adventskalender, die Bastelanleitungen für Runen und Sonnenräder, Märchen und nationalsozialistische Liedtexte, Rezepte für Gebäck und später sogar militärische Texte und Lieder enthielten. 

Der Adventskalender geht in Serie

Der Adventskalender für meinen Freund - gebastelt von mir :)
In den 1950er Jahren gab es schließlich einen wahren Adventskalender-Boom. Die Kalender wurden nun massenhaft produziert und zu einem niedrigen Preis verkauft. Zunächst handelte es sich wieder um Bilder-Kalender, ab dem Jahr 1958 versteckten sich dann hinter den Türchen erstmals Schokoladenstücke. Der kommerzielle Adventskalender war geboren! Er war übrigens zunächst nur in Deutschland verbreitet, wurde nach und nach aber auch von anderen Ländern übernommen wie zum Beispiel den USA oder Großbritannien. Heute sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt: Von Süßigkeiten verschiedenster Marken und Sorten, Spielzeug, Kosmetikartikeln, Bier, Edelsteinen, ja sogar Dessous und Sextoys - es gibt Adventskalender für wirklich jeden Geschmack. Der Trend geht aktuell allerdings in Richtung DIY und auch ich fülle und bastle lieber selbst, als zu kaufen. Mittlerweile gibt es auch begehbare und natürlich virtuelle Adventskalender. Mit letzterem wollen wir euch die Tage bis Heiligabend mit kleinen Posts, Geschichten, Rezepten, Buchvorstellungen und vielem mehr verkürzen. Ah, noch eine letzte Anmerkung: Den weltgrößten Adventskalender gibt es in (Ta Da!) Leipzig! Ja, nicht die weihnachtsverrückten Amis haben das Monopol, sondern wir Sachsen. *g* Der Adventskalender befindet sich in der Innenstadt an einer Hausfassade und hat 3 x 2m große Türchen, die jeden Tag geöffnet werden.


Und was für Adventskalender habt ihr denn dieses Jahr, was versteckt ihr hinter den Türchen, wenn ihr Adventskalender verschenkt?

Einen tollen 1. Dezember und alles Liebe,

eure Svenja 

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