Montag, 2. November 2015

REZENSION: "Silber. Das dritte Buch der Träume" (Kerstin Gier)

Copyright FJB

Titel: Silber. Das dritte Buch der Träume

Autor: Kerstin Gier

Genre: Roman / Fantasy / Jugendroman

Verlag: FJB

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Hard Cover (19,99 €)

Seiten: 464

ISBN: 978-3-8414-2168-5


Inhalt


Die Probleme für Liv wollen und wollen einfach nicht abreißen: 1. fühlt sie sich in ihrer Beziehung mit Henry aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung so unwohl, dass sie sich in ein Netz aus Lügen verstrickt, indem sie kurzerhand einen Ex-Freund erfindet. 2. spaziert Anabel noch immer durch den Traumkorridor und verkündet die Rückkehr des Dämons und 3. hat es sich Arthur zur Aufgabe gemacht, Liv, Henry und Grayson mit seinen Fähigkeiten zu tyrannisieren und sie mehrfach in Lebensgefahr zu bringen.  

Cover


Let's face it - das Cover des Buches (allgemein der ganzen Reihe) macht dem Romantitel alle Ehre: es bzw. sie sind einfach traumhaft. Durch die hochwertige Verarbeitung, den glänzenden Einband und die verspielte grafische Gestaltung ist Silber einfach ein absoluter Blickfang! Wie kann man da nicht ins Schwärmen geraten?

Meine Meinung


Ich weiß nicht, wie Kerstin Gier es macht, aber sie hat ein Talent dafür, mit nur einem Satz die Türen zu ihren Romanwelten mit einem Schwung aufzureißen und den Leser willkommen zu heißen. Die Übergänge zwischen den drei Bänden sind beinahe nahtlos, sodass man das Gefühl hat, man hätte gar nicht erst die Geschichte verlassen. Ich bin sofort wieder in das Geschehen hineingeschlüpft. Sollte das nicht bei allen funktionieren, haben Kerstin Gier und das Lektorat vorsorglich im Anhang ein Personenregister angelegt. Bei manchen der als "Komparsen" eingestuften Figuren war ich allerdings der Meinung, sie wären einen intensiveren Blick wert gewesen. Zu Matt zum Beispiel, der hier neu aufgetaucht ist, hätte ich mir ein paar mehr Backgroundinformationen gewünscht und auch bei Jasper sowie Livs Mutter und Ernest fand ich es schade, dass sie zwischenzeitlich öfter von der Bildfläche verschwunden sind (da hatte ja selbst Lottie mehr Auftritte). Aber nun gut. Positiv überrascht war ich hingegen von  Florence. Normalerweise hasse ich sie, aber in diesem Band hatte sie einige glorreiche Momente. Bei ihrer ersten Begegnung mit Matt war ich am Dauergrinsen, denn ich muss - Chapeau - den Hut vor ihrer Schlagfertigkeit ziehen. Und auch Mia hat mir in diesem Teil ausgesprochen gut gefallen, da sie mir wesentlich reifer (und frecher) vorgekommen ist. 
Ich muss an der Stelle aber auch etwas gestehen: ich finde Henry wirklich umwerfend und fantastisch, aber insgeheim habe ich immer darauf gehofft, dass sich etwas zwischen Liv und Grayson entwickeln würde. Ja, ich weiß, er ist ihr Stiefbruder, aber die beiden sind schließlich nicht blutsverwandt, also wäre es auch kein Inzest. Mir haben die Frotzeleien, das Spielerische zwischen den beiden und der gegenseitige Beschützerinstinkt einfach besser gefallen. Natürlich waren diese Aspekte alle auch bei der Konstellation Liv/Henry da, aber besonders das gegenseitige Aufziehen (ich sag nur "Käsemädchen") hat deutlich nachgelassen und irgendwann war es nur noch ein Austausch von Liebesbekundungen und (abgesehen von kleinen Störungen) ein Zustand perfekter Harmonie. Mit der Zeit verlor das ein bisschen an Reiz.
Von der Idee, dem Träumen eine Trilogie zu widmen. bin ich nach wie vor begeistert. Was soll ich sagen? Ich liebe Schlafen und Träumen und beneide daher Liv und die anderen darum, in Traumkorridoren herumspazieren zu dürfen (trotz der Gefahren). 
Man merkt, dass Kerstin Gier viel Spaß an dieser Thematik und beim Schreiben und Ausdenken ihrer Figuren und der (komischen und skurrilen) Situationen und Dialoge hatte. Einerseits ist das wunderbar, andererseits war das an manchen Stellen kontraproduktiv. Es kam keine sonderlich bedrohliche Stimmung auf, denn über allem schwebte ihr (ohne Frage fantastischer) Humor, der jede Szenerie in eine flauschig-unbekümmerte Wolke packt. Deshalb haben auch mordlüsterne Traumbesucher keine Bestürzung oder gar Angst bei mir hervorrufen können. In der Hinsicht fand ich sogar Teil 1 weitaus "grusliger" geraten. Das hat auch dazu geführt, dass ich keine drastische, kontinuierliche Spannungssteigerung wahrgenommen habe, sondern eher kleine Wellen. Das hat jedoch keineswegs den Lesegenuss abgemildert, denn die Zeilen flossen nur so dahin. Das Ende war nur allzu plötzlich da und ging auch viel zu rasch über die Bühne, sodass es nur nicht wirklich dramatisch wirkungsvoll war. Auch die Auflösung der Identität von "Secrecy" war nicht ganz der Knaller, den ich mir erhofft hatte (ich hatte eher mit einer Offenbarung vom Kaliber Gossip Girl gerechnet). 

Fazit


In vielerlei Hinsicht war Silber. Das dritte Buch der Träume nicht annähernd so spektakulär wie man es vom Abschluss einer Trilogie erwartet. Der Gruselfaktor fehlte weitgehend und manche Charaktere sind zu sehr zu Nebenakteuren geschrumpft. Dennoch hat das Lesen ungemein viel Spaß gemacht, denn Kerstin Gier schreibt einfach unglaublich unterhaltsam und steckt voller Ideen. 




An der Stelle möchte ich noch auf eine wirklich tolle Rezension zum Romna verlinken, die von Bücherfüchsin stammt *klick*

2 Kommentare:

Lena Müller hat gesagt…

Hey ;)
Das Buch will ich auch noch unbedingt lesen.
Ich bin schon so gespannt endlich ein paar Antworten zu bekommen. ;)
Ich kann mir auch vorstellen, dass das Buch nicht so toll ist wie das erste. Ich persönlich finde das erste Buch einer Trilogie immer ab schönsten, da ist noch alles neu...

LG
Lena

Katharina P. hat gesagt…

Ja, das Gefühl kenne ich. Am Anfang fühlt man sich wie ein Kind in Disneyworld und "bestaunt" alles und mit jedem neuen Band lässt das Staunen dann nach.
Meine einzige Ausnahme bei solchen Reihen ist eigentlich nur Harry Potter. Da bin ich eigentlich der Meinung, dass es immer besser geworden ist. Und Herr der Ringe. Nachdem ich mich (2 Mal) durch den Anfang gequält habe, hat's mich wirklich mitgerissen ;)

Ich hoffe, Silber sagt dir dann trotzdem zu. Der Schreibstil ist ja nach wie vor super :)

LG
Katha

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