Montag, 19. Oktober 2015

UNTERWEGS auf der Frankfurter Buchmesse 2015 ODER: Wie ich mich durch die Massen quälte


Dieses Jahr ging es für mich zum ersten Mal nach Frankfurt auf die Buchmesse. Ich war super gespannt und es waren schließlich ein paar aufregende, anstrengende und ereignisreiche Tage, in denen ich nach Herzenslust in Bücherbergen stöberte, mir einige interessante Lesungen und Auftritte ansah und jede Menge unglaublich tolle Autoren und Blogger treffen durfte. Was ich alles erlebt habe und was in meiner Reisetasche so alles mit zurück nach Leipzig kam, das habe ich für euch in diesem Post zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen :)

Eine neue Stadt entdecken - Frankfurt am Main

Am Mittwoch bin ich erst einmal mit dem Zug nach Altenburg gefahren, wo ich dann meine Mutti getroffen habe. Von dort aus ging es mit dem Auto in Richtung Frankfurt und zwar - man mag es kaum glauben - im Schneegestöber. Zum Glück ging der Schnee nach und nach in Regen über und so kamen wir unbeschadet im schönen Frankfurt an. Am nächsten Tag ging es für uns erst einmal in die Innenstadt, denn bevor ich mich ins Getümmel auf der Buchmesse stürzte, wollte ich erst einmal Frankfurt kennenlernen. Das Wetter hat leider nicht ganz mitgespielt und so stapften wir munter durch den Dauerregen und haben in so manchem Shoppingcenter Zuflucht gesucht. Hier habe ich jetzt ein paar Impressionen von Frankfurts Innenstadt für euch:






Der Römer















Gang durch die verregnete Innenstadt







Der Kaiserdom St. Bartholomäus, die größte Kirche Frankfurts



Blick auf den Altar des Frankfurter Kaiserdoms



Die Frankfurter Skyline von unten




Blick auf den Main




Frankfurt bei Nacht - hier schaut man direkt auf den Commerzbank Tower mit einer Höhe von 259m (300m mit Antenne). Bis 2003 war das Hochhaus der höchste Wolkenkratzer Europas.









Nachdem wir uns ein wenig die Innenstadt angesehen hatten, meldete sich mein Bruder, der unbedingt ein signiertes Exemplar von Thees Uhlmanns Debütroman Sophia, der Tod und ich haben wollte. Also hieß es für mich: Schnell mal auf die Messe schlüpfen und nach Thees Uhlmann suchen. Das ist mir auch gelungen und dank des Kiepenheuer & Witsch Verlags hab ich mein Exemplar auch bekommen, dass der Autor und Sänger anschließend noch für mich signiert hat. Dafür vielen lieben Dank :)





Der Messeturm in der Regenwolke



Sänger und Schriftsteller Thees Uhlmann im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur



Sophia, der Tod und ich mit persönlicher Widmung <3






Freitag: Bücher, Bücher und nochmals Bücher

Am Freitag habe ich mich dann aufgemacht, um die Buchmesse endlich ausführlich zu erkunden. An diesem Tag hatte ich keinen wirklichen Terminplan und so schlappte ich einfach von Gang zu Gang und holte mir hier und dort ein paar Anregungen für zukünftige Lesevergnügen. Das ging ganz gut, da die Messe an diesem Tag noch nicht für Privat-, sondern erst einmal nur für Fachbesucher und Presse geöffnet war. Es war zwar nicht gerade leer, aber doch relativ angenehm. Ich ahnte ja noch nicht, was mich am Wochenende erwarten würde... Erst einmal genoss ich es, an jedem Stand einfach so stehenbleiben und in Ruhe stöbern zu können und habe mir außerdem den großartigen Thomas Gottschalk auf dem Blauen Sofa anschauen können. Da ich früh dran war, habe ich einen Platz in der zweiten Reihe ergattert und ich habe es wirklich unheimlich genossen, Thomas Gottschalk einmal live zu sehen, der aus dem Interview zu seiner Biografie Herbstblond eine wahre Show machte. Thomas Gottschalk ist eben ein wahrer Entertainer und das hat man auch gemerkt. Mir jedenfalls hat es riesigen Spaß gemacht, ihm zuzuschauen und zuzuhören, auch wenn ich das Buch vielleicht eher nicht lesen werde, da Biografien nicht ganz mein Fall sind. Ansonsten habe ich mich wie gesagt in Ruhe umgeguckt und außerdem für euch einige Goodies eingesammelt, damit die Daheimgebliebenen auch etwas davon haben :)
Hier kommen nun ein paar Impressionen vom Messe-Freitag für euch:




Beim Wandern durch die Messehallen, sticht was sofort ins Auge? Richtig - Bücher!


Es waren am Freitag schon einige Menschen unterwegs, aber der Andrang hielt sich noch in Grenzen.


Das Außengelände der Frankfurter Messe mit Blick auf den beeindruckenden Messeturm (vor dem Bau des Commerzbank-Towers der größte Wolkenkratzer Europas). Ich fand es großartig, dass auf der Buchmesse auch das Außengelände mit einbezogen wurde. Hier stolperte man nicht nur über Fressbuden, sondern auch über Aktionszelte (unter anderem von Dawanda und Werthers Echte) und über Lese- und Signierzelte. Wäre das Wetter schöner gewesen, wäre es perfekt gewesen.


Wer sich schon immer gefragt hat, wie das "Monsterbuch der Monster" aus Harry Potter live und in Farbe aussehen würde:



Thomas Gottschalk im Gespräch: Da blieb kein Auge trocken :D



...und dabei war der Entertainer außerdem unglaublich sympathisch...



...und erzählte voller Leidenschaft von seiner Autobiografie.



Auch bei den Kinder- und Jugendbüchern gab es einiges zu sehen.



Am schönsten fand ich wieder einmal den Stand vom Magellan Verlag.






Samstag: Ächzen und Drängeln in der Masse

Man kennt es ja aus Leipzig: Während am Donnerstag und Freitag überwiegend Schulklassen auf der Buchmesse unterwegs sind (in Frankfurt eben Fachbesucher und Presse), ächzen die mit Büchern überladenen Messehallen dann am Wochenende regelrecht unter der Masse der heranströmenden Besucher. Doch was mich in Frankfurt am Samstag erwartete, war wirklich jenseits von Gut und Böse. Überall stauten sich die Massen, wurde man von rechts nach links in Bücherstapel geschubst und ließ sich teilweise resigniert von der Menschenmenge von A nach B tragen. Ich war wirklich froh, dass ich mir am Freitag schon alles in Ruhe angesehen hatte, denn das war am Samstag einfach nicht möglich. Mal kurz innehalten und sich das neue Buch von Autor XY anschauen? No go! Die Menge will schließlich weiter und duldet keinen Stillstand. Zum Glück standen am Samstag für mich drei Veranstaltungen von Verlagen auf dem Plan, sodass ich hoffte, der Menge weitgehend entkommen zu können. Das ist mir allerdings nur zum Teil gelungen.
Los ging es mit dem Blogger-Frühstück vom Aufbau Verlag, Skoobe und dot.books. Hier gab es nicht nur leckere Brezeln und eine Goodiebag mit fantastischem Inhalt, sondern man konnte auch einige Autoren treffen und sich super nett unterhalten. Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich die anwesenden Autoren alle nicht kannte, da sie hauptsächlich eBooks schreiben und ich ja erklärter Papier-Liebhaber bin. Aber es war trotzdem ziemlich informativ und spannend. Super fand ich, dass der Sprecher (ich habe leider seinen Namen vergessen, aber er war großartig) auch auf die Aktion Blogger für Flüchtlinge aufmerksam machte und anschließend Spenden für die Flüchtlinge sammelte, die Skoobe sogar noch verdoppeln wollte. Einige Blogger links und rechts von mir stöhnten schon entnervt auf, als der Moderator auf das Thema Flüchtlinge zu sprechen kam, aber ich fand es absolut richtig und außerdem wirklich großartig, dass ein Unternehmen wie Skoobe seinen Einfluss nutzt, um Gutes zu tun und die Menschen zu informieren und zum Mithelfen zu bewegen. Dafür möchte ich ein ganz großes Danke sagen! Hier seht ihr nun einige Bilder vom Blogger-Frühstück:



Schon beim Blogger-Frühstück waren es ziemlich viele Leute, aber es hat riesigen Spaß gemacht.



Bov Bjerg, Autor von Auerhaus, erschienen im Aufbau Verlag.


Sammeln für die Aktion Blogger für Flüchtlinge - falls sich jemand fragt, wo mein Kleingeld hin ist...


Die tolle Goodiebag vom Aufbau Verlag, Skoobe und dot.books - unter anderem mit leckerem Lesenselexier (eine super Idee) und Lesefutter.



Beim Blogger-Frühstück habe ich außerdem Ulrich kennengelernt, der den Blog Leos' Literarische Landkarten betreibt. Eine super interessante Seite - schaut mal vorbei, es lohnt sich ;)
Anschließend ging es für mich zum Blogger Eat&Greet vom Droemer Knaur Verlag und spätestens hier wurde mir bewusst: Wenn ich nicht als wandelndes Wrack aus der Messe rausgehen möchte, brauche ich starke Nerven, ganz viel Wasser und jede Menge Zigarettenpausen. Hier drängten und quetschten sich Blogger und verirrte Privatbesucher auf engstem Raum und als die Tüten und Häppchen verteilt wurden, war es am Stand von Droemer Knaur beinahe unerträglich eng. Man konnte kaum treten und stehen, geschweige denn sich unterhalten. Zum Glück konnte ich mich dann an einem der wenigen Tische niederlassen und erstmal verschnaufen. Zunächst gesellten sich die Autorinnen Cornelia Zogg und Carine Bernard zu mir, mit denen ich mich glänzend unterhalten habe. Anschließend kam noch Michaela Grünig bei mir vorbei, die mir ihr aktuelles Buch Ohne Ziel ist der Weg auch egal vorstellte. Ich muss sagen, dass sowohl die anwesenden Autoren als auch die Mitarbeiter von Droemer Knaur supernett waren und alles dafür getan haben, dass wir Blogger uns trotz des Ansturms rundum wohlfühlten. Schließlich traf ich noch die Bloggerin Ulrike (Literatur im Internet), mit der ich mich ziemlich lange übers Bloggen, Studieren und über die Messe unterhalten habe. Es hat mich wirklich unheimlich gefreut, sie kennenzulernen und ich kann euch ihren Blog nur wärmstens empfehlen. 




Andrang beim Droemer Knaur Blogger Eat&Greet



Leckere Literatur-Kekse


Ein Traum für alle, die schon immer einmal im wahrsten Sinne des Wortes Bücher verschlingen wollten




Danach stand für mich eigentlich das Leser- und Bloggertreffen von Lovelybooks auf dem Plan. So entspannt wie in Leipzig sollte es allerdings nicht werden. Ich machte mich gegen 14.15 Uhr auf den Weg und stolperte direkt in eine wogende Menge hinein, die allem Anschein nach die Arme nach den begehrten Goodiebags ausstreckte. Zum eigentlichen Treffen durchkommen und sich entspannt unterhalten? Keine Chance! Die Menge quetschte und drängelte und ich war mittendrin. Nach und nach wurde ich nach vorne gestoßen und geschoben und fand mich direkt am Verteiler-Tisch wieder. Dort drückte mir eine Lovelybooks-Mitarbeiterin direkt eine Tüte in die Hand, mit den Worten: Und jetzt ganz schnell raus hier! Ich versuchte es, aber das gestaltete sich ziemlich schwierig. Nur nach und nach kam ich vorwärts und irgendwann spuckte mich die Menge wieder aus. Ich war so fix und fertig, dass ich einfach nur weg wollte (ja ich gebe zu, ab zu Wasser, frischer Luft und Zigarette) und so das eigentliche Treffen verpasste. Das fand ich sehr schade. Natürlich habe ich mich unheimlich über die tolle Goodiebag gefreut und möchte mich dafür ganz sehr bei Lovelybooks bedanken, aber eigentlich wollte ich ja den Autoren lauschen und mich nett mit anderen Lovelybookern unterhalten, wie dieses Jahr in Leipzig. Die Organisation war mehr als unglücklich und es zeigte sich wieder einmal die Identität einiger Messebesucher: Wenn es etwas kostenlos gibt, gibt es kein Halten mehr! Da nahmen auch Erwachsene keine Rücksicht auf Kinder und Jugendliche und so gingen viele eigentlich angemeldete Nutzer leer aus, bekamen dafür aber einige blaue Flecken. Liebes Lovelybooks-Team: Die Aktion ist wirklich klasse, aber bitte organisiert das Ganze das nächste Mal besser. 
Statt also beim Lesertreff zu sein, schlenderte ich noch einmal durch die Hallen, bevor ich mich dann erst einmal auf den Rückweg machte.



Grabsch, Stoß, Schlag, Drängel: Die Lovelybooks Goodiebags sind begehrt, nicht nur bei Lovelybookern...


Ich liebe ja Eulen - in allen Formen und Farben. 



Ein Aufruf, den man direkt so unterschreiben möchte.





Sonntag: Wenn die Füße qualmen...

Am Sonntag war die Luft für mich dann langsam raus - der Samstag mit seinen Besuchermassen hatte mich unheimlich erschöpft. Also ging ich die Sache langsam an und schlenderte wieder einmal durch die Messehallen - direkt ans Ende der Schlange für die Signierstunde(n) von Sebastian Fitzek. Da hatte ich eh hingewollt und da ich ja schon alles gesehen hatte, machte ein bisschen Anstehen mir nun auch nichts mehr aus. Das an sich war super entspannt, denn es wurden Schokoriegel und Getränke an die Wartenden verteilt und außerdem lernte ich auch in der Schlange ein paar nette Menschen kennen, mit denen ich mich locker unterhielt. Etwa eine Stunde und zwei Bücherkäufe später stand ich dann auch schon am Signiertisch und konnte Sebastian Fitzek persönlich treffen - ein unheimlich tolles Erlebnis. Sebastian ist wirklich sympathisch und hat sich viel Zeit für seine Fans genommen. Im Gepäck hatte ich dann nicht nur ein Erinnerungsfoto und zwei signierte Bücher, sondern auch eine Autogrammkarte, die ich im Laufe der Woche an euch verlosen möchte ;)




Sebastian Fitzek (oder Max Rhode??) und ich - waaaaaaah <3



Die Blutschule - mit persönlicher Widmung



Passagier 23 - ebenfalls mit persönlicher Widmung





Kaum vom Signiertisch weg, stolperte ich schon ins nächste Ereignis: einen Auftritt von Glasperlenspiel. Ich bin zwar kein großer Fan, aber zugehört habe ich trotzdem sehr sehr gern, denn live ist die Band wirklich unheimlich gut, das muss man einfach so sagen. Und da ich schon einmal da stand, habe ich mir gleich ein Autogramm geholt und für euch habe ich natürlich auch eines im Gepäck :)




Glasperlenspiel beim Auftritt



...und beim Signieren, wofür sich die beiden wirklich viel Zeit genommen haben.




Danach war ich dann endgültig fertig - körperlich und nervlich. Also machte ich mich mit dem Zug auf den Rückweg nach Leipzig. Da musste das ganze Chaos dann erst einmal ausgepackt und sortiert werden. Naja, am Sortieren arbeite ich noch :D

Meine Bücher-Ausbeute: Sowohl gekaufte als auch Rezensionsexemplare. Eine genauere Auflistung folgt wie immer in der Monatsstatistik (das würde jetzt den Rahmen sprengen) :D


Wer genau hinsieht, kann hier noch den ein oder anderen Blick auf meinen Schreibtisch erhaschen (Tipp: Er ist rot!)
Ein Chaos an Kulis, Notizheften, Aufklebern, Leseproben, Lesezeichen, Süßigkeiten, Autogrammen und und und...ich kann schon mal verraten: Das behalte ich nicht alles für mich allein ;)


Damit war die Frankfurter Buchmesse für mich zu Ende. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, war super aufregend und ich habe viele Erfahrungen, Bücher und Goodies mit zurück nach Leipzig genommen. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Buchmesse in Frankfurt längst nicht so entspannt und angenehm ist wie die in Leipzig und auch als Privatbesucher hätte ich mich wohl ziemlich geärgert, da der Fokus einfach auf Fachbesuchern und Bloggern lag. Ob ich mir das Gewusel nochmal antue - wir werden sehen. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt auf die Leipziger Buchmesse im März und bin gespannt darauf zu hören, was ihr in Frankfurt so für Erfahrungen gemacht habt oder wieso ihr auf keinen Fall dorthin möchtet. 

Liebe Grüße,
eure Svenja

4 Kommentare:

Münis BookWorld hat gesagt…

wow sooooo viele tolle Bilder!! ich sehe einiges, dass ich auch fotografiert habe wie die Eule!!! ;)) Ich war am Samstag da ;)

Svenja Prautsch hat gesagt…

Ach vielleicht sind wir ja übereinander gestolpert :D Ja es gab wirklich viel zu fotografieren, das Smartphone war stets im Anschlag :P

Der Duft von Büchern und Kaffee hat gesagt…

Hallo Svenja,
da hast du ja richtig viel erlebt. Dein Bericht und deine Bilder geben einen wirklich wundervollen Einblick in deinen Messeausflug.
Besonders das Monsterbuch fand ich richtig cool. Ich habe es leider auf der Messe nicht gesehen.
Das Blaue Sofa einmal live zu sehen, fand ich auch richtig toll, zumal ich es immer sehr interessiert im Fernsehen verfolgt habe :o)
Ein wundervoller Bericht. Großes Lob.
Liebe Grüße Tanja

Svenja Prautsch hat gesagt…

Dankeschön :)

Ich muss gestehen, ich weiß gar nicht mehr, an welchem Stand das Monsterbuch der Monster ausgestellt war. :D Ich fand es einfach nur so toll, dass ich es direkt fotografiert habe. Es war aber kein richtiges Buch, sondern nur eine Box in Buchform.

Das Blaue Sofa kannte ich ja schon von der Buchmesse in Leipzig. Ich fand nur, dass es in Frankfurt vielleicht ein bisschen unglücklich platziert war, so mitten in einem Durchgang. Da war es ganz schön laut und hektisch.

Liebe Grüße
Svenja

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