Donnerstag, 20. August 2015

REZENSION: "Diesmal für immer" (Paige Toon)

Copyright S. Fischer Verlag
Titel: Diesmal für immer

Autor: Paige Toon

Genre: Roman / Liebesroman

Verlag: S. Fischer Verlag

Erscheinungsjahr: 2014

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 432

ISBN: 978-3596195510

Inhalt:

Eigentlich hat Meg ein perfektes Leben: Zusammen mit ihrem Freund Christian und ihrem einjährigen Sohn Barney lebt sie in einem traumhaft gelegenen Haus in Südfrankreich und geht in der Mutterrolle voll auf. Doch da gibt es ein Problem: Barney ist nicht Christians Sohn und wird seinem leiblichen Vater Tag für Tag ähnlicher. Allmählich bekommt Meg Panik, denn beim Vater ihres Sohnes handelt es sich in Wahrheit um den weltberühmten Rockstar Johnny Jefferson, ihr ehemaliger Chef und Christians bester Freund. Meg weiß nicht was sie tun soll - Christian ist im Prinzip ein toller Vater und Johnny ein drogensüchtiger und alkoholabhängiger Frauenheld, für den sie allerdings immer noch etwas empfindet. Schließlich trifft Meg eine Entscheidung und bringt damit einen Stein ins Rollen, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihres Sohnes, Christians und Johnny von Grundauf verändert.


 So gefällt mir das Cover:

Das Cover hat in der Buchhandlung sofort meine Aufmerksamkeit erregt, weil es in so verträumten Farben gehalten ist und zusammen mit dem Titel auf eine locker leichte Liebesgeschichte hindeutet - und das war genau das, was ich brauchte. Außerdem ist es ziemlich zeitgemäß gestaltet und macht Lust auf Sommer, Palmen und Luxus - passt für mich hervorragend zur Story. 

Meine Meinung:

Paige Toons Roman Diesmal für immer hat mich in der Buchhandlung praktisch angelächelt und da ich irgendwie gerade emotional die Liebes- und Kinder-bekomm-Schiene fahre, dachte ich mir: Super, genau mein Thema. Am Anfang fand ich die Geschichte zwar etwas schwerfällig, da die Hauptperson Meg ziemlich viel lamentiert und mit ihrer Situation so gar nicht zurechtkommt, andererseits ist das ja auch eine schwierige Situation, in die man sich als Leser erst einmal hineinfühlen muss. Nach und nach klappt das ganz gut, was vor allem daran liegt, dass man von Anfang an weiß, dass Megs derzeitiger Freund Christian nicht der Vater ist, sondern der Rockstar Johnny Jefferson. So gibt es zwar keinen Überraschungsmoment in dieser Beziehung, aber man ist in der Lage, Megs emotionales Dilemma mitzuverfolgen und gemeinsam mit ihr zu versuchen, die Situation irgendwie zu klären.

Insgesamt ist mir Meg als Protagonistin schon recht sympathisch, denn sie ist trotz allem eine starke Frau und will nur das Beste für ihren Sohn. Im Laufe der Geschichte wird sie allerdings ganz schön spießig und verklemmt - sie ist Mutter mit Leib und Seele und erinnert teilweise an Helikoptereltern. Ab und an hätte sie ruhig etwas lockerer und entspannter sein können. Mit ihrer pflichtbewussten Art ist sie der Gegenpol zu Barneys leiblichem Vater Johnny, der so ziemlich dem Klischee eines verlotterten Rockstars entspricht. Er ist ständig in Entzugskliniken, verpasst sich zusammen mit seiner ebenso verlotterten Freundin auch mal eine Überdosis, raucht, trinkt und kennt kein Limit. Es kommt einem Wahnsinn vor, dass Meg versucht, sein Verhalten irgendwie zu kompensieren, denn Johnny ist einfach das komplette Gegenteil von einem fürsorglichen Vater.

Für Christian allerdings konnte ich mein Herz nicht wirklich erwärmen. Er tut mir zwar schon leid, denn er ahnt ja gar nicht, dass Barney nicht sein Sohn ist, sondern der seines besten Freundes, aber letztlich ist auch Christian nicht wirklich der geborene Vater. Das zeigt sich ja schon daran, dass ihm nicht einmal auffällt, wie ähnlich Barney seinem besten Freund sieht. Er ist viel unterwegs, verpasst sogar den ersten Geburtstag von Barney und ist immer nur für ein paar Tage zuhause. Ich finde es insgesamt sehr geschickt, wie Christian dargestellt ist, denn er ist sozusagen die Vernunft und lange nicht so interessant wie sein bester Freund Johnny, der nicht nur als überirdisch reich, sondern auch als wahnsinnig gut aussehend beschrieben wird. Aus diesem Grund hofft man natürlich während des Lesens durchgehend, dass Meg und Johnny wieder zusammenkommen und dass Johnny einen Zugang zu seinem Sohn findet.

Die Geschichte an sich ist vielleicht etwas zu klischeehaft und übertrieben romantisch, aber das hat mich gar nicht gestört, denn wer wünscht sich das nicht? Einmal das Bett mit einem begehrenswerten, gutaussehenden Rockstar zu teilen und seine Welt voller Luxus und Reichtum zu genießen. Diesmal für immer zielt ganz ohne Frage auf die tiefen Wünsche und Sehnsüchte des Lesers ab, lebt aber auch von der Dynamik zwischen den einzelnen Personen. Mir gefällt sehr gut, dass jeder Charakter eine starke Persönlichkeit mit vielen Facetten hat und so wachsen einem nicht nur Meg und Johnny trotz ihrer offenkundigen Schwächen und Fehler ans Herz, sondern auch Megs resolute Freundin Bess, Johnnys aktuelle lesbische Assistentin Lena und sogar seine übertrieben "abgefuckte" und zu allem grundsätzlich negativ eingestellte Freundin Dana. Es ist sehr amüsant mitzuverfolgen, wie die Charaktere miteinander interagieren - ganz besonders Meg und Johnny, die beide beinahe schon lächerlich eifersüchtig auf den neuen Partner des jeweils anderen sind und ständig umeinander herumscharwänzeln, aber jegliche Zuneigung füreinander vehement abstreiten. 

Dabei liest sich der Roman wunderbar leicht und locker, ist dabei aber schon ziemlich spannend, denn auf jeder Seite denkt man wieder: Jetzt landen sie im Bett, was sie dann aber doch nicht tun. Es ist beinahe, als würde man sich eine Soap anschauen oder eine fluffige Liebeskomödie, in der sich die Protagonisten immer wieder verpassen und man einfach nur schreien möchte: Jetzt kriegt euch ein und tut es endlich! Und das macht Diesmal für immer für mich zur perfekten Sommerlektüre, denn es nimmt einen mit in eine glamouröse Welt und lässt einen den Alltagsstress für ein paar Stunden vergessen.

Mein Fazit:

Als ich Diesmal für immer von Paige Toon in der Buchhandlung entdeckte, habe ich es vor allem deswegen gekauft, weil ich mich auf eine romantische, fluffig lockere Geschichte mit Höhen und Tiefen gefreut habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Roman hat mich wirklich wunderbar unterhalten und mich mit in eine (nicht immer nur) schillernde Welt genommen. Dem ein oder anderen mag die Story sicher etwas zu übertrieben und kitschig sein, aber manchmal braucht man das einfach und genauso ging es mir. Das Einzige, was mich gestört hat, war Megs viel zu rationale, spießige und gewissenhafte Ader. Ich mochte sie beim lesen zwar, kann man mir aber nicht vorstellen, dass ich auf einer Party viel Spaß mit ihr haben würde :D Aber vielleicht ist sie ja nun etwas lockerer, nachdem... nein ich verrate nichts ;)


  
    Die Reihe:

Band 1: Du bist mein Stern
Band 2: Diesmal für immer 

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