Montag, 22. Juni 2015

REZENSION: "Die Mitternachtsrose" (Lucinda Riley)

Copyright Goldmann Verlag

Titel: Die Mitternachtsrose

Autor: Lucinda Riley

Genre: Roman / Liebesroman

Verlag: Goldmann Verlag

Erscheinungsjahr: 2014

Format: Hardcover (19,99 €), TB

Seiten: 576

ISBN: 978-3442313600


Inhalt:

Die hübsche Amerikanerin Rebecca Bradley gehört zu den aktuell gefragtesten Schauspielerinnen und ist kurz davor, den begehrten Junggesellen Jack zu heiraten. Als sie jedoch auf Astbury Hall, einem alten Herrenhaus im Dartmoor, ankommt, um dort einen Film zu drehen, ist sie innerlich aufgewühlt und weiß nicht, wie sie zu ihrer Beziehung steht. Zu ihrer großen Verwirrung sieht sie auch noch der ehemaligen Lady Astbury merkwürdig ähnlich...
Zur gleichen Zeit reist der erfolgreiche Geschäftsmann Ari aus Indien nach Astbury, um das Leben seiner mittlerweile verstorbenen Urgoßmutter Anahita zu enträtseln. Hinterlassen hat sie ihm ihre Lebensgeschichte und eine Ahnung, die ihren anscheinend vor langer Zeit verstorbenen Sohn betrifft. Zusammen mit dem aktuellen Lord Astbury und Rebecca taucht Ari in Anahitas Geschichte ein und bringt Dinge ans Licht, die niemand der drei erwartet hätte...


So gefällt mir das Cover:

Das Cover wirkt sehr stimmungsvoll und romantisch, für mich ist es jedoch eine Spur zu viel. Lange habe ich einen Bogen um das Buch gemacht, weil das Cover mir etwas zu kitschig erschien. Das liegt wahrscheinlich an der dunkelvioletten Rose und den generell eher dunklen Farben. Dennoch hat es mich neugierig gemacht, denn das alte Landhaus im Hintergrund hat in mir die Lust auf eine dramatische, verschlungene Familiengeschichte geweckt.


Meine Meinung:

Lucinda Rileys Romane haben mich vom ersten Moment an gefesselt und es gab bisher keinen, der mir nicht gefallen hätte. Das hat sich - sehr zu meiner Freude - mit Die Mitternachtsrose so fortgesetzt. Der Roman hat, wie auch Rileys andere Werke, wieder eine sehr komplexe Handlung, die aus mehreren Strängen besteht, allerdings wie gewöhnlich sehr gut nachvollziehbar und an keiner Stelle verwirrend ist. Erzählt wird aus vier verschiedenen Blickwinkeln: Rebeccas, Aris, Anahitas und Donalds. Diese vier Protagonisten agieren auf zwei zeitlichen Ebenen: Rebecca und Ari begegnen sich auf Astbury Hall im Jahr 2011 und Anahita und Donald schildern jeweils ihr Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie während des Ersten Weltkrieges und danach. Alle Hauptpersonen sind mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, was sicherlich vor allem daran liegt, dass man Einblicke in ihre Gefühlswelten erhält und ihr Handeln gut nachvollziehen kann. Besonders die Geschichte von Anahita, einem indischen Mädchen aus der Oberschicht, und Donald, Lord von Astbury, hat mich tief berührt, denn sie ist sehr einfühlsam erzählt und geprägt von tragischen Begebenheiten und Missverständnissen, aber auch großen Gefühlen und Schmerz. Ich fühlte mich während dieser Episoden wie Rebecca oder Ari, denn beide enthüllen Stück für Stück Anahitas und Donalds Geheimnisse und sind ebenso ergriffen und fasziniert wie man selbst. 
Nicht nur die Charaktere und die Erzählperspektive, sondern auch Rileys Art zu schreiben und das Setting stimmen bei diesem Roman wieder. Riley schreibt sehr einfühlsam, fesselnd und bildreich, weswegen man als Leser völlig in ihre Welt eintaucht. Bei Die Mitternachtsrose haben mir sowohl die Passagen im exotischen Indien als auch im englischen Dartmoor sehr gut gefallen. Beide Orte werden auf eine solch liebevolle und detailreiche Art und Weise beschrieben, dass man sie beinahe hautnah erleben kann. Es wird eine Atmosphäre geschaffen, der man sich einfach nicht entziehen kann. Die Seiten blättern sich wie von selbst um, was nicht zuletzt an den zahlreichen haarsträubenden Geheimnissen, die nach und nach aufgedeckt werden, liegt und an dem Hauch von Magie, der die Geschichte durchzieht. Denn Anahita hat vorseherische Kräfte, was aber so plausibel dargestellt wird, dass man als Leser gar nicht auf die Idee kommt, daran zu zweifeln. Diese Fähigkeit wirkt absolut nicht fehl am Platz und passt auch zu Anahitas anderen Fertigkeiten, Krankheiten zu erkennen und sie mit pflanzlichen Mitteln erfolgreich zu behandeln. 
Gelungen fand ich auch die Länge der einzelnen Abschnitte - die Geschichten von Ari, Rebecca, Anahita und Donald haben sich abgwechselt und überschnitten und waren jeweils nicht allzu lang, aber auch nicht zu kurz. So blieb die Spannung während des Lesens erhalten und es entstand eine ganz eigene Dynamik, die ebenfalls dazu beiträgt, dass der Roman ein wahrer Pageturner ist. Die Rahmenhandlung ist dabei die Geschichte von Rebecca, zu der Riley auch zwischendrin immer wieder zurückkehrt und die auf Astbury Hall schließlich auf den Inder Ari trifft. Wirklich überraschend war für mich das Ende - dunkle Geheimnisse und Intrigen hatte ich zwar erwartet, aber DAS dann doch nicht. Ich möchte nicht zu viel verraten, nur so viel: Das Ende von Die Mitternachtsrose ist völlig anders als die der anderen Romane, fügt sich jedoch nahtlos in die Geschichte und passt somit hervorragend. Es gefällt mir wirklich sehr gut, dass Riley hier mal etwas anderes gewagt hat - mit Erfolg!

Mein Fazit

Die Mitternachtsrose ist ein spannender Pageturner und meiner Meinung nach einer von Rileys besten Romanen. Zwar bleibt sie grundlegend ihrem Schema treu, der Roman war jedoch um einiges dynamischer als die meisten ihrer anderen Werke und hat für mich als Leser auch die ein oder andere Überraschung bereitgehalten. Außerdem ist er wieder wunderbar atmosphärisch erzählt und punktet mit sympathischen, starken Protagonisten und einem traumhaften Setting zwischen zwei völlig unterschiedlichen Welten. Wer große Familiengeheimnisse und komplexe Plots liebt, kommt hier absolut auf seine Kosten und kann sich auf eine spannende Reise und überaus unterhaltsame Lesestunden freuen. Daher geht mein Dank dan den Goldmann Verlag, der so nett war, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen - ich habe das Lesen wirklich genossen =)

  

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