Sonntag, 7. Juni 2015

REZENSION: "Der Sommer der Blaubeeren" (Mary Simses)

Copyright blanvalet Verlag
Titel: Der Sommer der Blaubeeren

Autor: Mary Simses

Genre: Roman / Liebesroman

Verlag: blanvalet Verlag

Erscheinungsjahr: 2014

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 416

ISBN: 978-3442382170



Inhalt:

Ellen ist eine erfolgreiche und glückliche Frau: Sie arbeitet als gefragte Anwältin in New York und wird in drei Monaten den begehrten und aus guter Familie stammenden Hayden Croft heiraten. Als dann plötzlich ihre geliebte Großmutter verstirbt, gerät Ellens Welt aus den Fugen. Um ihr ihren letzten Willen zu erfüllen und einen Brief zu übergeben, reist Ellen in die Kleinstadt Beacon und stößt dort auf eine alte Liebesgeschichte. Inmitten von Blaubeersträuchern und in der kühlen Brise des Meeres lernt sie außerdem den gutaussehenden Zimmermann Roy kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch diese Liebe hat keine Zukunft, denn schließlich wird Ellen Hayden heiraten...oder?

So gefällt mir das Cover:

Das Cover ist einfach traumhaft - es wirkt leicht und sommerlich und macht sofort Lust auf saftige Blaubeeren, die man am besten auf der Terrasse eines alten Landhauses verspeist. Innen versteckt sich außerdem das Rezept für Blaubeermuffins - eine großartige Idee, die die Geschichte auf Anhieb lebendig macht. Und ich weiß ganz genau, was bei mir demnächst auf den Tisch kommt ;)

Meine Meinung:

Der Sommer der Blaubeeren ist Mary Simses' erster Roman und aus diesem Grund war ich ganz besonders gespannt darauf. Von Beginn an ließ er sich sehr leichtfüßig und flüssig lesen - die perfekte Sommerlektüre. Trotzdem hatte ich am Anfang einige Startschwierigkeiten und das vor allem mit der Protagonistin Ellen. Sie ist ein versnobtes Gör, das viel Wert auf Handyempfang, Markenkleidung und Kalorien zählen legt. Außerdem ist sie auf ihre Karriere fixiert und immer bestrebt, genau das zu tun, was man von ihr erwartet und was ihrer Meinung nach der Norm entspricht - eben das typische Klischee einer karrierebesessenen Großstädterin. Das kann einem beim Lesen von Zeit zu Zeit ganz schön auf die Nerven gehen und manchmal möchte man sie am liebsten schütteln und rufen: Mach endlich mal das, was du wirklich möchtest! Aber irgendwann lässt sich Ellen dann schließlich auf die Kleinstadt ein, erkennt ihren Charme und von dem Zeitpunkt an, wurde sie mir stetig sympathischer und es fiel mir leichter, mich in sie hineinzuversetzen und mit ihr mit zu fühlen.
Roy hingegen ist der typische Traummann á la Nicholas Sparks: gut gebaut, handwerklich begabt, ruhig und bescheiden, manchmal ein bisschen frech und mit unglaublich blauen Augen und dunklen Locken. Als Leser verliebt man sich auf Anhieb in ihn :D Außerdem spürt man sofort, dass er wesentlich besser zu Ellen passt als der oberflächliche und ebenfalls karrierefixierte Hayden und so fand ich es manchmal ein wenig schade, dass der Roman aus Ellens Sicht geschrieben ist, denn die meiste Zeit über habe ich mehr mit Roy mitgefiebert. Einen Einblick in seine Gefühle und Gedanken hätte ich wirklich interessant gefunden.
Die sich entspinnende Liebesgeschichte zwischen Roy und Ellen ist wirklich romantisch, wenn auch nicht wirklich überraschend. Trotzdem spürt man das Kribbeln und das Knistern zwischen den beiden. Was mir dabei dann etwas zu kurz gekommen ist, ist die Geschichte von Ellens Großmutter Ruth. Zwar fördert Ellen so manches Geheimnis über ihre Oma zutage und kann schließlich auch auflösen, was es mit ihrer Beziehung zu dem Blaubeer-Farmer Chet auf sich hatte, aber irgendwie hat mir dabei dann doch der ganz große Knall gefehlt. Ich hatte irgendwie erwartet, dass Ruths Geschichte noch geheimnisvoller und überraschender wäre und einige Fragen blieben am Ende offen. Da hätte Simses noch ein wenig tiefer gehen können.
Was mir wiederum wirklich gut an diesem Buch gefällt, ist die Visualisierung. Durch das Rezept im Klappentext und verschiedene Schriftarten (bei der Wiedergabe von Briefen, Zeitungsartikeln und Notizen) wird die Geschichte lebendiger. Großartig fand ich, dass Chets Briefe in einer Schriftart abgedruckt waren, die einer Handschrift sehr ähnlich war und es mir tatsächlich nicht ganz leicht fiel, sie zu lesen. So wirkt der Roman sehr authentisch und noch romantischer, Auch die Idee der Blaubeeren als roter Faden fand ich sehr gelungen - sie ziehen sich in der ein oder anderen Form durch den ganzen Roman und sind so in gewissem Maße eine Allegorie für eine süße und "wohl schmeckende" Sommerliebe. Insgesamt macht die Magie von Der Sommer der Blaubeeren vor allem die sehr bildliche und fantasievolle Schreibe der Autorin aus. Sie zeichnet Bilder von einer romantischen Kleinstadt am Meer, von alten Steinmauern und Blaubeerfeldern so weit das Auge reicht und von charmanten Landhäusern mit einladenden Terrassen, den man sich als Leser einfach nicht entziehen kann. Und so träumt man während der Lektüre vor sich hin und wünscht sich selbst an solch einen verzauberten Ort, der der Inbegriff einer sommerlichen Romanze zu sein scheint.

Mein persönliches Fazit:

Der Sommer der Blaubeeren ist leichtfüßige und romantische Sommerlektüre für einen entspannten Tag im Liegestuhl oder am See. Es erzählt eine gefühlvolle und sehr visuelle Geschichte, die zum Wohlfühlen und Träumen einlädt. Allerdings waren mir die Charaktere teilweise etwas zu klischeehaft gezeichnet und auch etwas mehr Tiefgang und Spannung hätte ich mir gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre wirklich genossen und das Buch mit einem gewaltigen Appetit auf Blaubeeren beendet - Blaubeeren mit Zucker, Blaubeermuffins, Blaubeerkuchen, Blaubeermarmelade.. :D Wer also auf der Suche nach einem zuckersüßen Roman für warme Sommertage ist, wird mit Der Sommer der Blaubeeren sicher nicht enttäuscht. 



Vielen Dank nochmal an Pudelmützes Bücherwelten - hier hatte ich das Buch im Rahmen von Blogger schenken Lesefreude gewonnen =)

1 Kommentare:

wayland liest hat gesagt…

Hey :) find die neue Struktur richtig super!!! Sogar mit Cover-Abschnitt 💜

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