Freitag, 26. Juni 2015

REZENSION: "Das Lied des blauen Mondes" (Natalie Simon)

Copyright Aufbau Verlag

Titel: Das Lied des blauen Mondes

Autor: Natalie Simon

Genre: Liebesroman

Verlag: Aufbau Verlag

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 320

ISBN: 978-3746631400



Inhalt:

Juliette hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und konzentriert sich nun ganz auf ihren Job, der gleichzeitig ihre Leidenschaft ist: antike Möbel restaurieren. Doch ihre Tante Manon, die in jungen Jahren eine gefeierte Chanson-Sängerin war, macht ihr einen Strich durch die Rechnung, denn sie kommt nach Paris, um ein Erbe anzutreten. Während Juliette ihr dabei hilft, sich in der Stadt zurechtzufinden, erfährt sie von Manons berührender und sehr trauriger Geschichte, denn diese war einst unsterblich in den Musiker Jean-Claude verliebt, sah sich jedoch gezwungen, ihn zu verlassen. Gleichzeitig tritt der gutaussehende Gérard in Juliettes Leben und in ihr regt sich die Hoffnung auf eine neue Liebe...


So gefällt mir das Cover:

Das Cover ist in sanften Blautönen gehalten, was sehr gut zum Titel passt und generell vor allem romantisch wirkt, für meinen Geschmack vielleicht etwas zu dunkel. Das Liebespaar versetzt einen außerdem direkt in die 50er Jahre (wo ja auch ein Teil der Geschichte spielt), insbesondere das ausgestellte, pinkfarbene Kleid sticht sofort ins Auge. Alles in allem also ein Cover, das durchaus Aufmerksamkeit erregt.

Meine Meinung:

Der Aufbau Verlag hatte mich gefragt, ob ich dieses Buch (neu erschienen im Juni) nicht gerne lesen und rezensieren wolle und da mich der Inhalt sofort angesprochen hat, habe ich angenommen - an dieser Stelle schon einmal vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Zurzeit lese ich sehr gerne Liebesromane, die in Paris spielen und die Stadt der Liebe wächst mir dabei mehr und mehr ans Herz, weswegen ich mich sehr auf Das Lied des blauen Mondes gefreut habe. Am Anfang hatte ich jedoch etwas Mühe, mich in die Geschichte hineinzufinden. Irgendwie kam mir der Erzählstil etwas sperrig vor (was vielleicht daran liegt, dass das Buch von zwei Autorinnen gemeinsam unter einem Pseudonym geschrieben wurde). Gestolpert bin ich vor allem über die vielen französischen Worte, Redewendungen, Lieder und Gedichte, die in den Text eingeflochten sind. Natürlich wird zwar bei einer Übersetzung nicht immer haargenau der Sinn transportiert, aber wenn man (so wie ich) kein Wort Französisch versteht, dann kann einen das ziemlich aus dem Konzept und vor allem aus dem Lesefluss bringen. Nach einer Weile hatte ich mich dann jedoch daran gewöhnt und habe die Passagen einfach übersprungen, denn hinten stehen zwar die Übersetzungen, aber während man einen Roman liest, möchte man natürlich nicht ständig hin- und herblättern. 
Von Beginn an gemocht habe ich die Protagonistin Juliette - eine sture, junge Frau, die nur zu gerne ihren eigenen Willen durchsetzt und dabei auch manchmal mit dem Kopf durch die Wand will. Besonders schön war ihr Zusammenspiel mit ihrer resoluten und mondänen Tante Manon, die eine andere Zeit verkörpert und doch so erfolgreich im Hier und Jetzt lebt. Zwischen den beiden herrscht eine ganz besondere Harmonie, die man während des Lesens sehr gut spüren kann. Manon ist überhaupt ein sehr liebenswerter Charakter, der einem vor allem dadurch ans Herz wächst, dass in eingeschobenen Episoden nach und nach ihre Geschichte erzählt wird. So erfährt man als Leser dann auch, was es mit dem "Lied des blauen Mondes" auf sich hat. Außerdem nimmt Manon aus ihrem eigenen Leben die nötige Kraft und Weisheit, um ihrer Nichte Juliette zu helfen. Denn diese steht sich gerne selbst im Wege und braucht in Sachen Liebe ab und zu einen gewaltigen Schubbs in die richtige Richtung. Nebencharaktere wie Gérard, Jean-Claude und dessen bösartige Schwester, Juliettes Chef und Arbeitskollege Guy und ihre beste Freundin Betty fügen sich perfekt in das Bild, das die Autorinnen zeichnen, ein. So entsteht gleichzeitig ein wunderbares und lebendiges Bild von Paris, durch dessen Gassen man gemeinsam mit ihnen zieht.
Der Plot an sich ist zwar nicht sehr innovativ und beinhaltet sehr typische Schemata einer Liebesgeschichte (Kennenlernen, Umkreisen, Verlieben, Tief, Hoch), aber die wirklich phänomenalen Charaktere gleichen das aus und verleihen der Geschichte zugleich Tiefe, Leichtigkeit, Witz und Charme. Das ist meiner Meinung nach die wirkliche Stärke des Romans. Das Ende hat mich wiederum nicht sehr überrascht, obgleich einige Fragen offen geblieben sind. Dennoch wirkt es nicht abrupt oder unfertig, denn ich denke, es ist auch die Magie von Das Lied des blauen Mondes, dass man die Geschichte als Leser selbst weiterspinnen kann. 


Mein Fazit:

Das Lied des blauen Mondes ist ein erfrischend anderer Liebesroman, zwar nicht in Bezug auf die Handlung, aber auf seine Erzählweise. Er wirkt so locker und luftig wie ein französisches Baguette und lebt vor allem durch seine grandiosen und originellen Charaktere. Zwar hatte ich am Anfang so meine Probleme, vor allem was die französischen Wörter und Begriffe betrifft, doch nach einer Weile nimmt einen Natalie Simons Buch an die Hand und entführt einen in das traumhafte Paris, in dem es an jeder Ecke eine Romanze zu geben scheint. Im Gegensatz zu anderen Liebesromanen ist Das Lied des blauen Mondes zwar berührend, jedoch nicht übertrieben kitschig und sentimental, sondern vor allem charmant und originell und deshalb eine unterhaltsame Abwechslung und überaus angenehme Lektüre.



      

1 Kommentare:

Lasszeilensprechen Ayleen hat gesagt…

Hallo,

ich bin auf deinem Blog gelandet und hinterlasse ganz liebe Stöbergrüße. Ein schönes Lesewochenende wünsche ich!

Ayleen von Lasszeilensprechen

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