Donnerstag, 14. Mai 2015

REZENSION: "Zurück nach Hollyhill" (Alexandra Pilz)

Copyright Heyne fliegt
Titel: Zurück nach Hollyhill

Autor: Alexandra Pilz

Genre: Roman / Liebesroman / Jugendbuch /             Fantasy

Verlag: Heyne Verlag (Heyne fliegt)

Erscheinungsjahr: 2012

Format: Gebundene Ausgabe (16,99 €)

Seiten: 352

ISBN: 978-3-453-53426-1


Inhalt:

Emily wächst als Waise bei ihrer Großmutter in Deutschland auf. An ihrem Geburtstag wird ihr ein Brief ihrer Mutter übermittelt, der ihr Hinweise auf ihre Wurzeln gibt. Kurzentschlossen macht sie sich auf die Suche nach Hollyhill, dem Ort, aus dem ihre Mutter stammt. Mysteriöser Weise ist dieser aber weder auf einer Landkarte verzeichnet, noch scheinen die Ortsansässigen jemals von dem Dorf gehört zu haben. Per Zufall trifft sie Matt, der ebenfalls dorthin unterwegs ist und sie mitnimmt. In Hollyhill gehen die Merkwürdigkeiten weiter: alle verhalten sich ihr gegenüber seltsam, als wären sie sich schon einmal begegnet. Und dann taucht plötzlich ein Mann auf, der behauptet, sie vor Jahrzehnten gekannt zu haben. Allmählich lüftet sie das unglaubliche Geheimnis ihrer Vergangenheit und das ihrer Familie. Aber gleichzeitig begibt sie sich damit in unmittelbare Lebensgefahr.
  

Rezension:

Der Einstieg in das Buch hat mich eher skeptisch gestimmt. Man wird einfach so in die Ereignisse hineingeworfen, was ich zwar prinzipiell nicht schlecht finde, aber in diesem Fall habe ich mich daran gestoßen. Alles passierte Schlag auf Schlag, man hatte keinerlei Einführung, keinen Bezugs- oder Anhaltspunkt, sodass alles etwas zusammenhangslos wirkte. Von einem Moment auf den nächsten beschließt Emily, sich auf die Suche nach ihren Wurzeln zu machen, packt ihre Sachen und reist nach England. Trotz der Tatsache, dass Hollyhill weder auf einer Landkarte verzeichnet ist, noch den Anwohnern bekannt ist, findet sie es problemlos. Denn wie es der Zufall so will, läuft sie Matt über den Weg, der selbst aus diesem Ort stammt. Die Bewohner verhalten sich bei ihrer Ankunft allesamt merkwürdig und mysteriös, und trotzdem baut sie sofort eine Verbindung zu ihnen auf. Ebenso suspekt empfand ich die sofortige Anziehung, die Matt auf sie ausübt, denn sie entspricht eher den überromantischen Vorstellungen eines Teenagers und ist dementsprechend klichéebehaftet. Aber gut, Zurück nach Hollyhill richtet sich ja auch an ein jugendliches Publikum, also will ich an der Stelle mal ein Auge zu- drücken. Dennoch ist bei mir der Funke aufgrund der oberflächlichen Schilde- rungen nicht wirklich übergesprungen. Matt soll wohl grantig und düster wirken, aber ehrlich gesagt habe ich seine 'Gemeinheiten' und Sticheleien eher als harmlos empfunden. Daher wirkten auch die Wortgefechte zwischen den beiden etwas platt. Im Verlauf der Handlung hat sich ihre Dynamik verbessert, da ihre Gefühle etwas mehr Raum hatten, sich zu entwickeln, aber die Gründe für eine feste emotionale Bindung blieben mir trotzdem schleierhaft.
Nach dem überstürzten Anfang wird die Handlung erstmal ausgebremst. Erst ab der zweiten Hälfte entfaltet sich dann eine gewisse Dynamik, denn ab da nimmt das Geschehen eine krimiähnliche Wendung. Matt und Emily verfolgen einen Mörder, der behauptet, Emily schon vor über ein Jahrzehnt gekannt zu haben. Wie Emily herausfinden muss, ist sie, ebenso wie Hollyhill und seine Bewohner, in der Lage, durch die Zeit zu springen. Von dieser Offenbarung scheint sie aber keineswegs direkt überrascht zu sein: sie stellt keine Fragen und akzeptiert die ungewöhnliche Fähigkeit einfach als eine Tatsache. Genau das empfand ich dann erst recht merkwürdig, weil das in meinen Augen einfach keine angemessene Reaktion ist. Davon abgesehen habe ich die zweite Hälfte aber wesentlich mehr genießen können. Nach und nach haben sich mir die Zusammenhänge er- schlossen und es gab einige Spannungsmomente. 
Die eingestreuten Traumsequenzen als Visionen kommender Ereignisse wie- derum fand ich unnötig, auch wenn sie wahrscheinlich darauf abzielen sollten, den Leser zu ködern. Außerdem ist mir noch immer nicht klar, warum der Titel Zurück in Hollyhill lautet - schließlich ist Emily ja nie vorher dort gewesen. Aber ich will mich hier jetzt auch nicht an Kleinigkeiten aufhängen.

Da es sich um das erste Werk von Alexandra Pilz handelt, will ich mal nicht allzu streng sein. Ihr schriftstellerisches Potenzial ist noch nicht ganz ausgereift, aber es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es ist nicht ausge- schlossen, dass sie sich in späteren Werken noch steigert, schließlich haben mir der Stil und die Ausführungen und Verknüpfungen der Ereignisse gegen Ende deutlich besser gefallen. Der offene Schluss konnte mich zwar nicht begeistern, aber dieser hat natürlich seine Berechtigung, da es eine Fortsetzungsgeschichte (Verliebt in Hollyhill) gibt. 


Die Reihe:

1. Band: Zurück nach Hollyhill

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