Dienstag, 19. Mai 2015

REZENSION: "Kein Ort ohne dich" (Nicholas Sparks)

Copyright Heyne

Titel: Kein Ort ohne dich

Autor: Nicholas Sparks

Genre: Liebesroman

Verlag: Heyne Verlag

Erscheinungsjahr: 2013

Format: Hardcover (19,99 €), Taschenbuch

Seiten: 544

ISBN: 978-3453268395



Inhalt:

Sophia ist in ihrem letzten Jahr am College und hat gerade eine enttäuschende Beziehung hinter sich, als sie nach einem Bullenreiten auf den schüchternen, aber sehr gutaussehenden und charmanten Luke trifft. Luke ist Cowboy und Kavalier durch und durch und ist sofort hingerissen von Sophia. Allmählich kommen die beiden sich näher und verlieben sich schließlich ineinander. Doch ihre Welten sind so verschieden und dann ist da noch das Bullenreiten – ein gefährlicher Sport, der dem Reiter sogar das Leben kosten kann…
Währenddessen hat der 91-jährige Ira einen schweren Verkehrsunfall und steht an der Schwelle zum Tod. Um sich am Leben zu halten, geht er in Gedanken noch einmal sein erfülltes Leben durch, das er vor allem seiner innig geliebten Frau Ruth und der Kunst widmete. Auf schicksalhafte Weise kreuzen sich schließlich die Leben von Ira, Sophia und Luke – können sie sich so gegenseitig retten?


Rezension:

Nicholas Sparks ist ein Meister der Romantik und nachdem ich die Verfilmung von Kein Ort ohne dich gesehen hatte, griff ich sofort ins Bücherregal und hatte richtig Lust auf den Roman, denn der lag schon eine ganze Weile auf meinem SuB. Das Cover ist typisch für Sparks‘ Romane – es wirkt leicht, romantisch und regt zum Träumen an. So wie schließlich auch die Geschichte.

Ich war von Anfang an überrascht, dass sich der Roman dermaßen stark von der Verfilmung unterscheidet. Erzählt wird er aus drei verschiedenen Perspektiven – Sophias, Lukes und Iras -, die sich abwechseln. Dieser Stil ist sehr interessant und ermöglicht es dem Leser, das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Besonders gut gefallen haben mir sofort die Passagen, in denen es um Luke und Sophia geht. Die beiden Charaktere waren mir gleich sympathisch, vor allem Luke, der attraktiv und stark, aber auch schüchtern und verletzlich ist und für den es eine ungeheure Herausforderung ist, auf Sophia zuzugehen. Das steht im starken Kontrast zu seinem Beruf, denn er ist professioneller Bullenreiter und setzt sich bei jedem Wettkampf großer Gefahr aus. Auch Sophia mochte ich von Anfang an, denn sie ist ganz anders als „die typische Studentin“ – sie interessiert sich für Kunst, lehnt das oberflächliche und von Partys geprägte College-Leben ab und sehnt sich nach Geborgenheit und Sicherheit. Die Liebe zwischen ihr und Luke wirkt pur und echt und lässt einen selbst von einer solchen Verbundenheit träumen. Ich konnte mir die beiden bildlich vorstellen – ihre gemeinsamen Ausritte und vor allem die Bereitschaft, alles für den anderen zu tun. Doch die beiden haben auch Probleme und Geheimnisse voreinander und manchmal scheint es, als würden sie daran scheitern.
Die Passagen, in denen Ira sein Leben rekapituliert, erschienen mir manchmal etwas zu langatmig und haben mich nicht ganz so sehr interessiert wie die sich entwickelnde Beziehung zwischen Luke und Sophia. Trotzdem waren auch sie sehr einfühlsam erzählt und es ist sehr rührend, wie die Liebe zu seiner verstorbenen Frau Ira dabei hilft, trotz seiner schweren Verletzungen am Leben zu bleiben. Wie sich er und Ruth kennen und lieben lernten, wie sie sich ein gemeinsames Leben aufbauten und es ihnen immer wieder aufs Neue gelang, Schwierigkeiten zu überwinden – all das ist sehr ergreifend und bewegend, wenn auch nicht ganz so dynamisch wie die Abschnitte zu Luke und Sophia.
Das Ende war für mich – da ich ja den Film schon kannte – nicht mehr ganz so überraschend, wäre es aber ohne Frage gewesen, wenn ich das Buch zuerst gelesen hätte.

Kein Ort ohne dich liest sich wie so gut wie jeder Roman von Nicholas Sparks sehr leicht und flüssig und ist gewohnt einfühlsam erzählt. Besonders die Liebesgeschichte, die Luke und Sophia betrifft, hat mich gepackt und trotzdem ich schon die Verfilmung kannte, blieb es spannend bis zum Ende. Die Passagen zu Ira haben mich zwar stellenweise nicht ganz so begeistert, haben aber dennoch wirklich gut gepasst, denn seine Beziehung zu Ruth weist schließlich viele Parallelen zu der zwischen Luke und Sophia auf. Wenn man den Film nicht kennt, dann überrascht einen sicher auch die Art und Weise, wie die drei sich schlussendlich begegnen und welche Folgen diese Begegnung für ihre Leben hat. Daher ein wirklich guter und abwechslungsreicher Nicholas Sparks Roman, der natürlich gewohnt romantisch und leichtfüßig, aber nicht übertrieben schmalzig ist.


2 Kommentare:

Lottasbuecher hat gesagt…

Hallöchen,
ich habe manchmal so meine Probleme mit Nicolas Sparks, denn oftmals schreibst er für mich eben doch noch zu schmalzig, als dass ich das romantisch finden könnte. Ich finde, dass sehr viele Dialoge schlichtweg gestellt wirken und ich mich dadurch nicht so richtig in die Handlung fallen lassen kann. Bei "Für immer der Deine" war das zum Beispiel nicht der Fall. Das Buch habe ich wirklich wahnsinnig geliebt. Vielleicht werde ich "Kein Ort ohne dich" mal eine Chance geben. :)

Liebst, Lotta

Svenja Prautsch hat gesagt…

Huhu =) Da gebe ich dir recht - ich muss auch wirklich Lust auf einen Nicholas Sparks haben (manchmal denke ich: Jetzt ein bisschen Liebe wäre schön :D). "Kein Ort ohne dich" liest sich aber wirklich sehr gut - am besten hat mir bisher aber "Wie ein Licht in der Nacht" gefallen, das war mal etwas ganz anderes.

Kommentar veröffentlichen