Sonntag, 10. Mai 2015

REZENSION: Heiliger Bimbam. Ein Messdiener fällt vom Glauben ab (Ralf Prestenbach)

Copyright blanvalet

Titel: Heiliger Bimbam

Autor: Ralf Prestenbach

Genre: Humor

Verlag: blanvalet

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 256

ISBN: 978-3442383344



Inhalt: 

Der kleine Ralf ist der ganze Stolz einer erzkatholischen Familie in Rheinland-Pfalz und soll - na klar - Messdiener und bestenfalls auch noch Priester werden. Dabei ist ihm von Anfang gar nicht ganz klar, wer dieser Herrgott eigentlich ist und womit er es verdient hat, dass man ihm uneingeschränkt treu ergeben ist. So wächst Ralf zwischen gewinnbringenden Taufen, Todsünden, die einem den Eintritt ins Paradies kosten, Pfingst-Ferienlagern, in denen es teilweise so gar nicht christlich zugeht, und in dem Bewusstsein auf, ein ganz und gar guter Diener Gottes zu sein - und fällt dabei nach und nach vom Glauben ab.


Rezension:

Ich als Atheist und durch und durch kirchenkritischer Mensch war natürlich sofort begeistert vom Titel und vom Cover des Buchs Heiliger Bimbam. Erwartet habe ich mir eine witzige und dabei kritische Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Institution Kirche an sich - und wurde nicht enttäuscht. 
Ralf Prestenbach schildert seine Kindheit und Jugend in einer erzkatholischen Gemeinde von der Geburt an und das vor allem spitzzüngig und schonungslos. Dabei zeichnet er insbesondere sprachlich und erzähltechnisch seine eigene Entwicklung gelungen nach. Während er im ersten Teil der Geschichte noch ein unschuldiger und gutgläubiger Junge ist, der sich zwar über so einige Dinge in der katholischen Kirche wundert und sich fragt, wieso er eigentlich an einen Herrgott glauben und für alles Rechenschaft ablegen soll, sich allerdings als guter Christ, zu dem er erzogen wurde, an die Regeln hält, mausert er sich im zweiten Teil zu einem rebellischen Teenager, der mehr und mehr hinterfragt und schließlich entscheidet, dass da zwar vielleicht ein höheres Wesen ist, er es aber nicht einsieht, seine sogenannten Diener als seine direkten Stellvertreter anzuerkennen.
Mehrmals musste ich bei diesen Schilderungen herzhaft lachen, was vor allem an Prestenbachs Erzählweise liegt. Schon als kleiner Junge sammelte er eifrig Bibelzitate, um sie bei Bedarf zum Besten geben und für seine eigenen Zwecke auslegen zu können. Wie raffiniert und geschickt er dabei vorgeht und damit so manchen Priester oder Pater zum Verstummen bringt, ist einfach urkomisch. Zwar gab es zwischendurch auch einige Stellen, ich nicht ganz so interessant fand, die meiste Zeit über jedoch habe ich Seite für Seite vor mich hin geschmunzelt :) 

Heiliger Bimbam ist eine kurzweilige und urkomisch erzählte Geschichte voller Ironie, Sarkasmus und Kritik an der katholischen Kirche. Mehrmals lässt sie einen herzhaft auflachen und bringt einen fast immer zum Schmunzeln, auch wenn einige Abschnitt für meinen Geschmack etwas zu langatmig waren. Besonders gut gefallen hat mir Prestenbachs Nachwort, in dem er - wieder voller Ironie und Sarkasmus - das ausspricht, was mir selbst auch auf der Seele brennt: Die Zahl der Konfessionslosen in Deutschland steigt, also wieso um alles in der Welt übt die Kirche als Institution in staatlichen Dingen noch immer eine so große Macht aus? Kirchliche Traditionen mögen für Gläubige wichtig sein, für Prestenbach, mich und viele andere sind sie es jedoch nicht, und deswegen gehe ich völlig konform mit seiner Forderung nach dem Recht, doch bitte dann tanzen zu dürfen, wann man es will ;) Damit sage ich viele Dank an den blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar - es war das reinste Vergnügen =)


2 Kommentare:

Nelly G. hat gesagt…

Hallöchen,
von diesem Buch hab ich bisher noch nichts gehört, aber das hört sich wirklich urkomisch an. Außerdem hat mir deine Rezi wirklich gut gefallen, weil recht gut rüberkam, dass dir das Buch echt gefallen hat.

Werde es auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten

Viele liebe Grüße
Nelly von Nellys Leseecke

Svenja Prautsch hat gesagt…

Huhu =) Danke für dein Lob :) Das Buch ist wirklich witzig und lässt sich auch in einem Rutsch lesen, da es sehr kurzweilig und unterhaltsam ist. Es lohnt sich auf jeden Fall ;)

Liebe Grüße
Svenja

Kommentar veröffentlichen