Donnerstag, 21. Mai 2015

REZENSION: "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" (Veronica Roth)

Copyright Goldmann Verlag

Titel: Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit

Autor: Veronica Roth

Genre: Dystopie

Verlag: Goldmann Verlag

Erscheinungsjahr: 2014 (3. Auflage)

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 512

ISBN: 978-3442480623



Inhalt:

Tris und Four ist es gelungen, die von den Ken gesteuerte Simulation zu beenden und die Morde an den Altruan zu stoppen. Gemeinsam mit Caleb, Peter und Marcus fliehen sie zu den Amite, doch dort können sie nicht lange bleiben, denn Jeanine Matthews ist ihnen dicht auf den Fersen. Wieder in der Stadt, nehmen Tris und Four Kontakt zu den Fraktionslosen und den verbliebenen Ferox auf, die sich bei den Candor verstecken. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass Jeanine und die Ken alles daran setzen, um die Unbestimmten zu jagen und zu töten - und dabei auch über Leichen gehen. Außerdem scheint auch Fours Vater Marcus ein Geheimnis zu hüten und Tris muss sich entscheiden - wem soll sie vertrauen und wen muss sie schließlich verraten, um die Ken ein für alle Mal zu stürzen? Was verbirgt sich hinter dem Zaun?



Rezension:

Nach dem ersten Teil von Die Bestimmung wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte um Tris und Four weitergeht und so habe ich die Fortsetzung direkt nachgeschoben. Das Cover gefällt mir wieder sehr gut, die Farbgebung wirkt erneut geheimnisvoll, mystisch und leicht bedrohlich - das Symbol der Amite hingegen hoffnungsvoll. Eine wirklich gute Kombination.
Schon nach den ersten Seiten war ich sehr erstaunt darüber, wie stark das Buch sich vom Film (den ich vorher gesehen hatte) unterscheidet, denn der erste Teil schien mir noch relativ nah an der Vorlage. Meiner Meinung nach der hauptsächliche Unterschied: Die Beziehung zwischen Tris und Four. Im Film ist sie (wie auch im ersten Buch) sehr einfühlsam, zaghaft und unglaublich intensiv. Beim Lesen des Romans Tödliche Wahrheit empfand ich die Beziehung zwischen den beiden hingegen als ziemlich kalt und stellenweise sogar herzlos und unbarmherzig - das passt zwar zur allgemeinen Situation und natürlich haben die beiden ihre Geheimnisse voreinander, dennoch hat diese ziemlich radikale Veränderung nicht ganz zu dem im ersten Teil gezeichneten Bild gepasst. Was mir hingegen gut gefallen hat, ist die Darstellung von Tris' innerem Konflikt: Sie ist hin- und hergerissen, verliert zwischendurch sogar ihren Lebensmut und wird von ihrer eigenen Schuld erdrückt. Das ist sehr gut nachvollziehbar und man kann sich als Leser gut in sie hineinfühlen. Four ist in diesem Teil allerdings für meinen Geschmack etwas zu kalt dargestellt und ist für den Leser irgendwie nur schwer greifbar.
Spannung und Action machen - wie auch beim Auftakt der Trilogie - den Haupanteil von Tödliche Wahrheit aus, sodass er sich wieder sehr flüssig hintereinander weglesen lässt. Allerdings haben mir ein paar unerwartete Twists gefehlt, denn stellenweise kam es mir so vor, als würden die Protagonisten einfach nur kopflos von A nach B rennen. Die Stellen, bei denen ich mit Tris und Four mitfieberte und manchmal sogar schwitzige Hände bekam, überworgen aber :)
Der Plot war teilweise etwas verwirrend und wirkte leicht unfertig, konnte mich jedoch trotzdem fesseln. Das liegt vor allem wieder an Roths hervorragendem Schreibstil und die Erzählperspektive - da man als Leser erneut die Geschehnisse aus Tris' Sicht geschildert bekommt, kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen. Ich muss allerdings zugeben, dass mir die Verfilmung hinsichtlich mancher Dinge sogar besser gefällt - ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, aber ich finde, im Film wird Tris' Rolle als Unbestimmte noch besser herausgearbeitet.

Insgesamt hat mir der zweite Teil der Trilogie ganz gut gefallen - er war sehr spannend und dynamisch und ließ sich flüssig lesen, obwohl der Plot stellenweise etwas chaotisch und unausgereift wirkte. Auch war mir die Beziehung zwischen Tris und Four als etwas zu eisig dargestellt, doch die hervorragende Schreibe von Roth hat das wieder wettgemacht. Zwar hat mit der erste Teil besser gefallen, Tödliche Wahrheit war jedoch trotzdem mitreißend und macht neugierig auf das (hoffentlich fulminante) Finale.


0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen