Donnerstag, 16. April 2015

REZENSION: "An jedem einzelnen Tag" (Marianne Kavanagh)

Copyright Blanvalet
Titel: An jedem einzelnen Tag

Autor: Marianne Kavanagh

Genre: Roman / Liebesroman

Verlag: Blanvalet

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 384

ISBN: 978-3442383894


Inhalt:

Tess und George sind Seelenverwandte und wie für einander gemacht - finden zumindest ihre gemeinsamen Freunde, denn sie selbst sind sich noch nie wirklich begegnet und verpassen sich immer wieder ganz knapp, 10 Jahre lang. Während Tess zusammen mit ihrem langjährigen Freund ihre Zukunft plant, einen Job hat, der ihr keinen Spaß macht, und von einem eigenen Vintage-Geschäft träumt, trifft George, ein passionierter Musiker, auf die ambitionierte Stephanie und zieht schließlich nach New York. Die Leben von Tess und George scheinen sich immer weiter von einander zu entfernen und als es schon scheint, als würden sie sich niemals begegnen, stehen sie sich endlich gegenüber und ihre Welt gerät völlig aus den Fugen...


Rezension:

Eine romantische Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen und leichte Lektüre - genau das habe ich erwartet, als ich den Titel und das Cover zu Marianne Kavanaghs Roman gesehen habe - und mich darauf gefreut. Das Cover wirkt sehr romantisch, beinahe wie eine zerknitterte Notiz. Die Silhouette Londons und die beiden Liebenden mit roten Ballons machen Lust auf eine Romanze voller Leichtigkeit und Wärme. Daher gefällt mir das Cover wirklich gut, auch wenn es mir persönlich vielleicht ein wenig zu viel versprochen hat.
Inhaltlich habe ich mich mit der Geschichte um die wenig selbstbewusste, aber dafür sehr ordentliche und vernünftige (eindeutig zu vernünftige) Tess und den zurückhaltenden, chaotischen George etwas schwer getan. Obwohl mir der Schreibstil von Anfang an sehr gefiel und ich auch die Wechsel der Sichtweisen (Tess' und Georges) mochte, haben mich vor allem die Charaktere wenig gefesselt. Tess wirkt zunächst sehr oberflächlich, immer wieder wird ausdrücklich betont, wie durchschnittlich sie sich selbst findet, wie fantastisch aber ihre beste Freundin aussieht und wie sie stets alle Blicke auf sich zieht. Natürlich ist auch Tess' Freund Dominic ein wahrer Adonis und dazu auch noch klug, dafür allerdings so stumpf und öde, dass es manchmal richtig weh tut, über ihn zu lesen. Ein bisschen zu oft kommt mir auch das Wort Vintage im Text vor, denn irgendwann hatte ich dann schon begriffen, dass Tess davon regelrecht besessen ist. Das ist auch einer der wenigen Aspekte, den man über sie erfährt. Auch George blieb für mich lange ein Rätsel, denn er hingegen wird reduziert auf sein Dasein als Musiker. Allerdings hat mich das insgesamt weniger gestört, denn schließlich bleibt die Geschichte fokussiert auf Tess als Protagonistin und George bleibt für sie lange Zeit über ja ein Phantom und so bis zu einem gewissen Punkt auch für den Leser. 
Die dem Roman zugrunde liegende Idee von der Seelenverwandtschaft ist eine sehr romantische, von der vermutlich jeder in irgendeiner Art und Weise träumt. Manchmal wurde mir das Thema im Buch ein wenig zu breit getreten, aber dass Tess sich in die Vorstellung eines Mannes, den ihre Freunde von George zeichnen, verliebt, ist auch irgendwie rührend. Ab der Mitte des Romans etwa konnte ich dann trotz der vielen Klischees nicht mehr aufhören zu lesen, denn irgendwie schildert Kavanagh ein Idealbild davon, wie sich zwei Menschen ineinander verlieben - schnell, bedingungslos und völlig entgegen ihrer Gewohnheiten und wer findet diese Vorstellung nicht romantisch? Insgesamt war die Geschichte sehr süß und solide erzählt. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Zeitspanne von 10 Jahren nicht über hunderte von Seiten ausgedehnt wird: Kavanagh konzentriert sich immer auf kleinere Episoden, die die Geschichte spannend und dynamisch machen. Gegen Ende kippt sie allerdings wieder ein wenig ab ins Klischeehafte und Kitschige, was wirklich schade ist, denn eigentlich ist die Idee an sich, wie bereits erwähnt, eine wirklich Romantische.

Insgesamt hat mir An jedem einzelnen Tag ganz gut gefallen. Es war leichte Unterhaltung für zwischendurch, hat sich sehr flüssig und locker gelesen und verzaubert mit einer wirklich romantischen Geschichte. Allerdings haben mich so einige Dinge gestört, allen voran die so klischeehaften und manchmal ein wenig seelenlosen Charaktere und das ein wenig zu kitschige und typische Ende. Nicht immer hat mich der Roman wirklich berührt, mich dafür jedoch immer wieder neugierig darauf gemacht, ob und wie Tess sich weiterentwickelt und ob George den Fängen seiner immens unsympathischen Freundin irgendwann entkommt und zu Tess findet. So war die Lektüre zwar manchmal ein wenig zu schleimig klebrig, aber dafür nicht langweilig. Daher möchte ich dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar danken, ein solider Liebesroman mit einer (etwas zu hoch dosierten) Prise Romantik, was aber viele mögen, ist das Buch auf jeden Fall =)


0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen