Donnerstag, 12. März 2015

REZENSION: "Verliebt in sieben Stunden" (Giampaolo Morelli)

Copyright Hanser Literaturverlage - Deuticke
Titel: Verliebt in sieben Stunden

Autor: Giampaolo Morelli

Genre: Humor / Komödie

Verlag: Hanser Literaturverlage - Deuticke

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Taschenbuch (14,90 €)

Seiten: 192

ISBN: 978-3552062818

Challenge-Gewinner: /


Inhalt:

Paolo ist - wie man umgangssprachlich sagen würde - eine arme Sau: Seine Verlobte betrügt ihn mit seinem schmierigen Chef, seinen Job als Journalist bei einem Wirtschaftsmagazin ist er los und dann scheitert auch noch der erlösende Selbstmord-Versuch. Entmutigt und ohne jeden Cent in der Tasche nimmt Paolo den einzigen Job an, den er kriegen kann: Er wird Redakteur bei "Macho Man", einem neapolitanischen Magazin für den modernen Mann - mit einer zugegeben recht kleinen Auflage. Sein großer Auftrag: Undercover an einem Kurs teilnehmen, in dem Männer lernen, welche Verführtechniken sie anwenden müssen, um eine Frau rumzukriegen. Die Überraschung: Der "Lehrer" ist selbst eine Frau - Reibereien vorprogrammiert!
  

Rezension:

Verliebt in sieben Stunden habe ich als Leseexemplar bei LovelyBooks gewonnen und habe mich sehr gefreut, als das Buch schon nach kurzer Zeit bei mir eintrudelte. Das Cover hat bei mir schon vor dem Lesen Erwartungen geweckt: Die Frau mit dem wehenden Haar auf der typisch italienischen Vespa und die geschwungene Schrift haben mich direkt an die italienische Lebensfreude erinnert - ich machte mich also auf einen locker leichten Roman mit viel Witz und Dolce Vita gefasst .... und wurde nicht enttäuscht!
Der Einstieg in den Roman mag für manche etwas gewöhnungsbedürftig sein, da er sehr unvermittelt ist - ähnlich dem bei einer Kurzgeschichte -, mich hat das jedoch nicht gestört, denn so wurde ich direkt in die Handlung um den Protagonisten Paolo geworfen. Dieser erscheint einen am Anfang wie ein armer Tropf, bei dem einfach alles schief geht: Frau weg, Job weg und dann kann er noch nicht einmal sterben, wie er es eigentlich will (diese Szene hat mir übrigens am gesamten Roman am besten gefallen, lasst euch überraschen!). Trotzdem ist Paolo nicht unbedingt bemitleidenswert und auch nicht besonders sympathisch: Er ist ein Antiheld, ziemlich von sich überzeugt, ziemlich langweilig und spießig, ziemlich bedacht auf Routine. Diese Charakterisierung hat mir persönlich sehr gut gefallen, denn es ist erfrischend, neu und auf jeden Fall komisch. Auch die anderen Charaktere, die nach und nach hinzukommen - der ewig mampfende und nervende Ciro, die etwas altkluge Valeria und Paolos Exfrau Giorgia - sind sehr interessant, weil sie teilweise überspitzt und stereotypisch dargestellt sind. Zumindest in diesem Roman stört das gar nicht, denn sie machen einen großen Teil der Komik aus und wirken trotz der Klischees nicht plump oder einfallslos.
Auch die Handlung hat mir ganz gut gefallen - sie war leicht, locker und plätscherte so vor sich hin, war aber an keiner Stelle langweilig, dafür aber gespickt mit subtiler Komik und einigen Begebenheiten, die mich herzlich lachen oder zumindest schmunzeln ließen. Insgesamt war die Handlung sehr rund, in sich stimmig und zwar keine schwere Kost, dafür aber unterhaltsam.

Morellis Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen, denn es war genau das, was ich erwartet hatte: Ein kurzweiliger Romane voller komische Momente, mit teilweise überspitzt dargestellten Figuren und einer etwas vorhersehbaren Handlung - es hat aber alles gut zusammengepasst und ich hatte den Eindruck, Morelli nimmt mit seiner Darstellung typische Klischees von Komödien und Liebesgeschichten (vor allem verfilmten) auf die Schippe, was einen doch sehr erheitert. Insgesamt also ein durchaus lesenswerter und unterhaltsamer Roman für zwischendurch - daher noch einmal vielen Dank an die Hanser Literaturverlage für das Leseexemplar =)



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