Montag, 2. März 2015

REZENSION: "Mein Leben als Tod" (Der Tod)

Copyright S. FISCHER Verlag

Titel: Mein Leben als Tod

Autor: Der Tod

Genre: Humor

Verlag: S. Fischer Verlag

Erscheinungsjahr: 2014 (2. Auflage)

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 272

ISBN: 978-3-596-19789-7




Inhalt:

Das Buch basiert auf dem Comedy-Programm Mein Leben als Tod, bei dem der Sensemann ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert. Er hat sich zum Ziel gesetzt, mit den jahrelangen Vorurteilen über seinen 'Beruf' aufzuräumen. Er ist keineswegs der herzlose Kerl, der gewaltsam die Menschen aus dem Leben reißt, als der er immer dargestellt wird, sondern freundlich, mitfühlend und lustig.
Deshalb gibt er Einblicke in die Vorbereitung darauf, das 'Geschäft' seines Gevatters zu übernehmen. Das ist nicht so einfach, wie man sich das vielleicht vorstellt. Zum einen werden seine Vorschläge zur Verbesserung des 'Abhol- services' wehement abgelehnt, zum anderen hat er, wenn er ehrlich ist, nicht wirklich Spaß daran, Leute ins Jenseits zu befördern. Er kommt zu dem Schluss: ich muss hier weg! Also packt er in einer Art Kurzschlussreaktion seine Sachen und zieht in eine Studenten-WG.


Rezension:

Bevor man das Buch liest, sollte man sich über eins im Klaren sein: weder handelt es sich dabei um die Verschriftlichung des Tourprogramms, noch um eine Erzählung mit einer durchgängigen Handlung. Vielmehr ist es eine Anein- anderreihung von Anekdoten, Bildern, Tagebucheinträgen und fingierten Social Network-Kommentaren, Interviews und dergleichen. Das unterbricht natürlichen den Textfluss und lässt dementsprechend auch kein Roman-Feeling aufkommen. Allerdings kann man das bei einer 'Death Comedy' auch nicht erwarten. Der Vor- teil besteht darin, dass man das Buch 'häppchenweise' genießen oder es auch für längere Zeit weglegen kann, ohne dass man später Schwierigkeiten hat, sich in die Story wieder reinzufitzen.
An sich hat mir der spritzige und ironische Grundton sehr gut gefallen. Die diversen Ideen zur Verbesserung des Images z.B. bei der Begrüßung im Jenseits mit Eis, Konfetti und Lieblingsmusik aufzuwarten, fand ich durchaus nicht verkehrt (ich persönlich hätte da zumindest nichts dagegen) und auch der Gedanke, dass man ja später die ganzen verstorbenen Berühmtheiten kennen lernen kann, hat durchaus seinen Reiz.
Allerdings flaute mein anfänglicher Lesespaß gegen Ende hin etwas ab. Manche Dinge haben sich zu oft wiederholt, seine 'Katze' Mautzi (a.k.a. seine mit Styro- porkugeln besetzte Hand) war mit dann doch ein wenig suspekt und ich bin auch kein Fan von dialektalem Schreiben, welches in einigen Passagen auftritt. Abge- sehen davon ist das Buch nicht schlecht und ich denke, dass bei der Live- performanz der Humor noch besser ankommt.
Wer nun aber glaubt, dass es sich schlicht um ein Unterhaltungsbuch handelt, der irrt. Dem Programm liegt nämlich eine eingehende Recherche zugrunde. Tat- sächlich lernt man sogar etwas dabei, beispielsweise über die verschiedenen Redewendungen, die es in anderen Ländern für's "Ins-Gras-beißen" gibt oder über den Mythos der Prinzessin Tzacopontziza. An der ein oder anderen Stelle klingt sogar eine gewisse (aber eher harmlose) Sozialkritik heraus und zumindest bei mir hat er damit ins Schwarze getroffen.
Pluspunkte gibt es außerdem für den Anhang, in dem man ein Formular per- sönlicher Präferenzen bei dem Übergang ins Jenseits und eine To-Do-Liste aus- füllen kann. 

Fazit:
Das Buch eignet sich besonders für Gelegeneheitsleser, die ein bisschen leichte Kost zur Unterhaltung zwischendurch suchen. Die anvisierte Imageaufpolierung hat in meinen Augen funktioniert. Natürlich ist Sterben an sich immer noch deprimierend, aber das Buch zeigt zumindest, dass man dieses Thema nicht immer allzu ernst betrachten sollte. 



Wer sich über die Buchseiten hinweg vom Tod unterhalten lassen will, findet News, Medien und Informationen zu Programm und Tourplan auf seiner Internetseite.

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