Donnerstag, 12. März 2015

REZENSION: "Heaven. Stadt der Feen" (Christoph Marzi)

Copyright Arena Verlag
Titel: Heaven. Stadt der Feen

Autor: Christoph Marzi

Genre: Roman / Jugendliteratur / Fantasy

Verlag: Arena Verlag

Erscheinungsjahr: 2009

Format: Hard Cover (14,95 €)

Seiten: 358

ISBN: 978-3-401-06382-9

Challenge-Gewinner: Nein (März 2015)


Inhalt:

Eigentlich wolle David Pettyfer nur ein Buch ausliefern, aber stattdessen stolpert er auf einem Dach Londons über Heaven. Heaven steckt in Schwierigkeiten: sie wird von zwei Männern verfolgt, von denen sie behauptet, sie hätten ihr das Herz herausgeschnitten. Aber wie kann das sein? Schließlich atmet sie noch, auch wenn sie keinen Herzschlag mehr hat. 
Ohne sich große Gedanken über die Konsequenzen zu machen, hilft David ihr zur Flucht. Erst danach werfen sich einige Fragen auf: Wer sind die Männer? Warum sind sie ausgerechnet hinter Heaven her? Und warum bricht sie immer wieder plötzlich zusammen? Gemeinsam versuchen sie, das Rätsel zu lösen, während ihre Verfolger ihnen immer dicht auf den Versen sind...


Rezension:

Der Einstieg in den Roman hat mich äußerst positiv gestimmt: Ohne große Umschweife wird der Leser in die Handlung katapultiert, wodurch von Anfang an Spannung aufgebaut wird. Diese Rasanz wird während der gesamten Geschichte aufrechterhalten. Zügig geht es von einem Ereignis ins nächste, Verschnauf- pausen gibt es weder für die Charaktere, noch für den Leser. Dadurch hat die Geschichte Züge eines Actionkrimis für Jugendliche.
Die Charaktere hinterließen bei mir leider nur einen mäßigen Eindruck. Der Fokus liegt klar auf Heaven und David, die Anzahl der Nebencharaktere ist ziemlich überschaubar und man erfährt auch nur (aus meiner Perspektive) recht wenig über sie. Genauso schnell, wie sie auftauchen, verschwinden sie meist auch wieder, wenn sie nicht für das Geschehen relevant sind. Deshalb entstand beim Lesen eine gewisse Distanz zu den Figuren und der Handlung. Entsprechende Probleme hatte ich mit der Liebesgeschichte zwischen David und Heaven. Sie kam zwar nicht unerwartet, wirkte aber übereilt, da sich die beiden erst kennen gelernt haben und nichts voneinander wissen. Das ist in Memory. Stadt der Träume besser gelungen, da dort die Gefühle schleichend aufkamen. Einzig allein die Bösewichter fand ich im Vergleich zu Memory besser, d.h. bedrohlicher, gelungen. Umso überraschter war ich dann vom Ende, das mir dann etwas naiv ge- artet erschien. Obwohl es spannender geschrieben ist als das in Memory, konnte es mich dann doch nicht überzeugen. 
Insgesamt hat sich das Buch flüssig lesen lassen, was zu einem Großteil an Marzis Schreibstil liegt. Er versteht es, Sätze und Ereignisse stimmig und ansprechend miteinander zu verknüpfen. Stellenweise schweift er in malerische Beschreibungen ab, die mich an Cornelia Funke erinnern. Dadurch wird beim Lesen die nötige mystische und kontinuierlich düstere Stimmung erzeugt, die auch schon durch die Covergestaltung vermittelt wird. 
Wer Fantasy mit einer krimiähnlichen Handlung (die aber keinesfalls mit Krimis und Thriller für Erwachsene gleichzusetzen ist) mag, kann hier zugreifen, darf aber keinen Nervenkitzel der Extraklasse erwarten.



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