Freitag, 27. März 2015

REZENSION: "Freunde fürs Lieben" (Felicitas Pommerening)

Copyright Berlin Verlag
Titel: Freunde fürs Lieben

Autor: Felicitas Pommerening

Genre: Roman / Liebesroman

Verlag: Berlin Verlag

Erscheinungsjahr: 2015

Format: Taschenbuch (9,99 €)

Seiten: 367

ISBN: 978-3-8333-0998-4



Inhalt:

Seit Kindertagen sind Fin und Marie beste Freunde. Freunde und nicht mehr, auch wenn ihre Familien und Freunde glauben, dass mehr zwischen den beiden ist. In Sachen Liebe gehen sie getrennte Wege: Während Marie von einer Beziehung in die nächste schlittert, schafft es bei Fin keine Frau über die erste Nacht hinaus. Nicht gerade rosige Aussichten für eine zukünftige Fami- lienplanung. Daher macht Fin Marie den Vorschlag, gemeinsam ein Kind zu bekommen - als Freunde, nicht als Partner. Geht das?

Rezension:

Fin und Marie sind ein dynamisches Duo und einander so vertraut, dass man sich natürlich unweigerlich die Frage stellt, warum nie etwas zwischen den beiden passiert ist. Ihr Umgang miteinander ist ein amüsanter Schlagabtausch, der einem bei der Lektüre mehrfach ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Die Dialoge sind meist von einer spielerischen Leichtigkeit gekennzeichnet, dennoch kommen auch ernstere Themen zur Sprache.
Das Geschehen wird abwechselnd aus Fins und Maries Perspektive dargestellt, wodurch man einen guten Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhält. Trotzdem musste ich so manches Mal über die beiden den Kopf schütteln. Besonders Maries Entscheidungen sind für mich manchmal nicht nachvollziehbar gewesen. Sie hat immer in den falschen Momenten einen Rückzieher gemacht bzw. geschwiegen und in anderen Momenten war sie wieder zu direkt. Insgesamt machte sie einen relativ unsicheren Eindruck auf mich, denn sie konnte und wollte sich nie genau festlegen. Sie war einfach nicht in der Lage, zu erkennen, was sie selbst will, und hat meiner Meinung nach zu oft den Rat von ihren Freunden eingeholt.
Fin war in der Beziehung um einiges zielstrebiger, wobei er dazu tendiert hat, die Dinge zu überstürzen. Daher wundert es mich nicht, dass Marie von seinen (äußerst süßen) Gesten teilweise überrumpelt war.  
Ebenso wichtig wie die beiden füreinander sind, sind auch ihre Familienmitglieder und Freunde für sie. Einen besonderen Gefallen hab ich an den Szenen mit Fins Mutter und Maries Großmutter gefunden, die beide sehr fürsorglich aber auch extrem direkt sind. Die anderen Figuren sind dabei etwas zu kurz gekommen, allerdings würden sich ausführlichere Beschreibungen gerade bei Fins unzähligen Geschwistern etwas schwierig gestalten.
Gänzlich unsympathisch waren mir lediglich Ann-Katrin und Lukas. Welche Rolle die beiden spielen, werde ich hier nicht erwähnen, da ich nicht spoilern möchte. Mit etwas Abstand betrachtet kann man Lukas vielleicht als Witzfigur ansehen, aber während des Lesens hat er mich nur aufgeregt. 
Die eigentliche Idee des gemeinsamen Kinderkriegens rückt nach und nach in den Hintergrund. Sie kommt zwar mehrfach zur Sprache, aber im Grunde dient sie vor allem dazu, Maries und Fins Gefühle füreinander zu besprechen. Das fand ich dann doch ein bisschen schade, da mich schon interessiert hätte, ob und wie das Konzept funktioniert hätte. 
Das Thema und der Aufbau weisen viele Parallelen mit anderen Büchern oder Filmen auf, die einem beim Lesen natürlich ins Auge fallen. Eben deswegen wird häufig explizit auf die "Inspirationsquellen" wie z.B. Zwei an einem Tag von David Nicholls referiert, stellenweise wird aber von den intertextuellen Bezügen etwas zu extensiv Gebrauch gemacht.
Kleine Anekdoten oder das Einstreuen von Details über einzelne Charaktere haben die Geschichte bereichert und die Figuren für mich greifbarer gemacht. 
Das Ende ist im Grunde wenig überraschend, da Titel, Cover und die beständigen Hinweise von Familien und Freunden bereits suggerieren, worauf alles hinaus- läuft. Das war aber nicht weiter schlimm, da mich ein anderer Ausgang nur aufgeregt hätte. Mir gefiel es, dass nahezu jeder relevante Charakter sozusagen noch einmal einen "Auftritt" hinlegen konnte und dass der Schluss nicht ins Kitschige abgedriftet ist. Ich persönlich hätte nichts gegen eine Fortsetzung, nicht nur wegen Marie und Fin, sondern auch weil mich die anderen Charaktere interessieren. 
Mir hat der Roman auf jeden Fall ein paar abwechslungsreiche, schöne Lesestunden und einige neue Erkenntnisse beschert. Wer hätte gedacht, dass es tatsächlich Ampeln für Duschen gibt?


Danke an den Berlin Verlag und Lovely Books für dieses Rezensionsexemplar und auch an die Autorin Felicitas Pommerening, die alle Fragen rund um ihr Buch netterweise beantwortet hat!

Mit dem Buchtrailer könnt ihr euch auch schon eine visuelle Vorstellung von der Geschichte machen:


1 Kommentare:

Lottasbuecher hat gesagt…

Hallöchen,
ich finde deine Rezension wirklich schön geschrieben! :D Ich finde es toll, dass das Buch alles so gut gefallen hat wie mir. Natürlich wird das Rad nicht neu erfunden, aber ich finde, dass die Geschichte wirklich toll geschrieben ist und man gut unterhalten wurde.
Ich habe deine Rezension auf meinem Blog verlinkt und hoffe, dass das für dich okay ist.

Liebst, Lotta

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