Freitag, 6. März 2015

REZENSION: "Die wundersame Geschichte der Faye Archer" (Christoph Marzi)

Copyright Heyne Verlag
Titel: Die wundersame Geschichte der Faye Archer

Autor: Christoph Marzi

Genre: Roman / Liebesroman / Fantasy

Verlag: Heyne Verlag

Erscheinungsjahr: 2013

Format: Broschiert (14,99 €)

Seiten: 384

ISBN: 978-3-453-52992-2



Inhalt:

Die Musikerin Faye Archer arbeitet als Verkäuferin in der Buchhandlung Real Books. Dort verfolgt sie zufällig das Gespräch zwischen ihrem Chef und einem Kunden und ist plötzlich wie vom Blitz getroffen. Hals über Kopf verliebt sie sich in den Fremden, obwohl sie nur seine Stimme gehört hat. Als er sein Skizzenbuch im Laden liegen lässt, sucht sie ihn im Internet und schreibt ihn an. Daraus entwickelt sich schnell ein reger Mailaustausch, in dem sie sich gegenseitig mehr anvertrauen, als sie es für möglich gehalten hätten und sich allmählich kennenlernen. Faye schwebt wie auf Wolken. Doch dann sieht sie Alex, so sein Name, in Brooklyn, obwohl er ihr eben noch aus Chicago geschrieben hat. Als sie ihn zur Rede stellt, weiß er von nichts, aber zu dem vereinbarten Klärungs- gespräch taucht er nicht auf. Faye stellt Nachforschungen an und dabei ergeben sich immer mehr Ungereimtheiten. Hat Alex die ganze Zeit gelogen? Oder steckt mehr dahinter? Warum verhält er sich die ganze Zeit, als hätte er zwei verschiedene Persönlichkeiten? Die Antwort darauf ist ebenso außergewöhnlich wie unglaublich.


Rezension:

Zunächst einmal finde ich es immer sehr gut, wenn in Romanen meine zwei Lieblingswelten miteinander kombiniert werden: Musik und Bücher. Christoph Marzi scheint es da ähnlich zu gehen, denn diese Themen bilden den roten Faden in seinen Werken (soweit ich es bis jetzt feststellen konnte). Allerdings fühlte ich mich von seiner Liste musikalischer Künstler dann doch ein wenig erschlagen, weil sie sich stellenweise sehr gehäuft haben. 
Der Plot an sich ist nicht wirklich weltbewegend, hat mich zeitweise an den Film Das Haus am See erinnert, aber mit weniger Dramatik. Dafür ist Fayes Geschichte ihrem Charakter entsprechend charmant und spritzig erzählt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und hab mich besonders mit ihr als Morgenmuffel identifizieren können. Dafür, dass das Buch von einem Mann geschrieben ist, muss ich sagen, dass er doch einen außerordentlich guten Durchblick bei der Frauenwelt hat. Was die anderen Charaktere betrifft, hätte ich mir bei einigen eine ausführlichere Darstellung erhofft (vom Musikladenbesitzer TC) zum Beispiel. Teilweise hat er aber Nebenfiguren eingeführt, die mir für den Handlungsverlauf überflüssig erschienen, 
Das Ende schien mir unnötig hinausgezögert und mangelte meines Erachtens ein wenig an Fulminanz und Würze. Ich hatte den Eindruck, als wäre ihm einfach keine passende Lösung eingefallen, weshalb er mich mit einigen offenen Fragen zurückgelassen hat. 

Insgesamt wäre die zugrunde liegende Idee durchaus noch ausbaufähig gewesen und das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Trotzdem hat der Roman sich flüssig und angenehm lesen lassen, da Marzis Erzählstil locker und frei von über- triebener Sentimentalität und Kitsch ist.



Kleine Bemerkung am Rande:
Im Buch geht es die ganze Zeit um Truman Capotes Roman Frühstück bei Tiffany und ausgerechnet dieses Buch hab ich mir gerade erst geholt, ohne vorher zu wissen, dass es bei Marzi darum gehen würde. Zufall?!

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