Montag, 23. März 2015

REZENSION: Die Stadt des roten Todes (Bethany Griffin)

Copyright Goldmann Verlag
Titel: Die Stadt des roten Todes

Autor: Bethany Griffin

Genre: Jugendroman / Fantasy

Verlag: Goldmann Verlag

Erscheinungsjahr: 2012

Format: Taschenbuch (12,99 €)

Seiten: 352

ISBN: 978-3442478194

Challenge-Gewinner: /

Inhalt:

Die 17-jährige Araby lebt in einer Stadt, in der eine grausame Seuche nach und nach jeden, der sich ansteckt, dahinrafft. Doch es gibt Hoffnung: Arabys Vater ist Wissenschaftler und hat eine Maske entwickelt, die die Luft filtert und ihren Träger so vor den gefährlichen Keimen schützt. Der Haken: Nur die Reichen können sich diese Masken leisten und während die Armen ums Überleben kämpfen, feiert der grausame Regent Prinz Prospero rauschende Feste und lässt jeden töten, der nicht auf seiner Seite steht. Als Araby den Neffen des Prinzen, Elliott, kennengelernt, muss sie sich entscheiden, ob sie sich einer Revolte anschließen soll und damit das Risiko eingeht, ihre Familie zu verlieren. Gleichzeitig ist da auch noch Will, der schöne Fremde, den sie mehr als alles andere begehrt. Doch eigentlich hat Araby einen Schwur geleistet, der ihr verbietet, jemals wirklich glücklich zu sein, um eine alte Schuld zu begleichen...


Rezension:

Eigentlich lese ich so gut wie gar keine Fantasyromane, doch das Cover und der Klappentext von Bethany Griffins Die Stadt des roten Todes haben mich fasziniert. Das Cover wirkt aufgrund der dunklen Farbgebung der Schnörkel und Ranken sehr mystisch, ebenso wie das Mädchen im roten Kleid, das mit dem Rücken zum Betrachter vor einer düsteren Stadt steht. So habe ich mich auf eine außergewöhnliche Geschichte gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Die Ausgangssituation - die anscheinend von der Außenwelt abgeschnittene Stadt, in der eine furchtbare Seuche wütet - wirkt sehr bedrohlich und mysteriös. Woher kam die Seuche, sind auch Menschen außerhalb der Stadt betroffen? In diesem Chaos lebt die junge Araby relativ behütet. Mit ihr als Protagonistin bin ich allerdings bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden, da sie mir einfach zu naiv ist und Dinge zu schnell akzeptiert. Sie hinterfragt kaum etwas und wenn sie es tut, dann tut sie das im Stillen, denkt eventuell darüber nach, bringt es aber so gut wie nie zur Sprache. Kein Wunder also, dass sie sich von Elliott zunächst benutzen lässt, ohne seine Motive und sein Vorhaben zu hinterfragen. Sie scheint in die Geschichte irgendwie hineinzugeraten, ohne selbst viel zu irgendetwas beizutragen.
Die Geschichte an sich ist allerdings sehr interessant und spannend. Die Stadt beschreibt Griffin auf sehr bildliche Art und Weise - ich kann sie mir gut als trostlosen und düsteren Ort vorstellen. Im krassen Gegensatz dazu steht das dekadente Leben der Oberschicht und vor allem des Regenten, der die Not seines Volkes ignoriert und eher noch vergrößert. Dass sich aus diesem Grund eine Rebellion entwickelt, erscheint schon fast logisch und natürlich ist Araby als Tochter des Wissenschaftler, der die Masken erfand, die perfekte Symbolfigur. Zuerst dachte ich, sie würde lediglich als passive Marionette benutzt, ähnlich wie es mit Katniss in Die Tribute von Panem geplant ist, und wollte schon aufseufzen. Doch hier hat mich der Roman wirklich überrascht: Auch wenn Araby ihre Naivität zwar nicht wirklich verliert, entwickelt sie sich doch weiter und begreift langsam, wieso es ihre Pflicht ist, Elliott zu unterstützen.
Bei all der Tragik kommt auch die Romantik nicht zu kurz. Griffin konstruiert eine komplizierte Dreiecksgeschichte zwischen Araby, dem Rebellen Elliott und dem gutaussehenden Will, der Araby vor allem deshalb anzieht, weil er sich um seine kleinen Geschwister kümmert. Araby ist hin- und hergerissen zwischen den beiden und so entsteht eine spannende Dynamik. Zunächst ist Elliott der gefährliche und aufregende Verehrer und Will derjenige, der Sicherheit und Geborgenheit verspricht. Doch natürlich kann man sich als Leser auf einige Überraschungen gefasst machen, so viel sei verraten.

Insgesamt steckt hinter Griffins Roman eine wirklich interessante Idee, die solide umgesetzt wurde. Die Atmosphäre ist düster, gefährlich und dennoch verlockend und so wird man als Leser in eine dynamische Geschichte gesogen, die einen nicht mehr loslässt. Die Stadt des roten Todes hat mir also sehr gut gefallen, trotzdem hat mich einiges gestört, vor allem die Naivität der Protagonistin, die teilweise wirklich nervig war, und die rasanten Umschwünge in der Geschichte, die manchmal so plötzlich und unerwartet kamen, dass man dem nicht ganz folgen konnte. Einige Fragen bleiben nach der Lektüre offen und ich bin schon gespannt, ob sie im zweiten Teil beantwortet werden. Jedenfalls möchte ich mich herzlich beim Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken, das mich dem Genre Fantasy vielleicht wieder etwas näher gebracht hat =)



Die Reihe:

1. Band: Die Stadt des roten Todes

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