Donnerstag, 5. Februar 2015

REZENSION: "Nur diese eine Nacht" (Gayle Forman)

Copyright blanvalet
Titel: Nur diese eine Nacht

Autor: Gayle Forman

Genre: Liebesroman / Jugendroman

Verlag: blanvalet

Erscheinungsjahr: 2014 (Neuauflage)

Format: Taschenbuch (8,99 €)

Seiten: 272

ISBN: 978-3442384051

Challenge-Gewinner: Ja (Februar 2015)



Inhalt:

Als erfolgreicher Musiker führt Adam das Leben, das er sich eigentlich immer erträumt hat - er räumt zusammen mit seiner Band "Shooting Star" alle Preise ab, kann sich vor Groupies kaum retten und jettet von einer Stadt zur anderen. Doch so traumhaft, wie es zunächst erscheint, ist sein Leben als Superstar nicht, denn Adam fehlt etwas ganz Entscheidendes zu seinem Glück: Mia. Seitdem ihre Beziehung in die Brüche ging, ist Adam nicht mehr er selbst - er ist von einer stumpfen Leere erfüllt, braucht Beruhigungstabletten, um den Tag zu überstehen, und raucht eine Zigarette nach der anderen. Ein milder Sommertag in New York soll schließlich alles ändern, denn an diesem Tag trifft Adam nach Jahren das erste Mal auf Mia, die mittlerweile auch Karriere gemacht hat - als begnadete Cellistin und Juilliard-Absolventin. Zunächst scheint es, als gäbe es für die beiden keinen Weg zurück in ihr altes Leben, doch wer weiß, was eine aufregende Nacht alles bringt...

Rezension:

Nachdem ich den ersten Teil Wenn ich bleibe gelesen hatte, konnte ich es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, denn das Ende befriedigte mich so gar nicht. Schon das Cover des zweiten Teils verrät, worum es im Buch geht - die Farbgebung in Rosa und die schattenhaften Umrisse zweier Personen wirken von vornherein harmonisch und romantisch. Insgesamt erinnert mich das Cover an Frühling und definitiv an Liebe und so geht es dann auch innen weiter: Nach den ersten Seiten von Nur diese eine Nacht war ich dann überrascht, denn die Geschichte wird hier nicht mehr aus Mias, sondern aus Adams Sicht erzählt. Das ist zugleich erfrischend und ein wenig befremdlich, denn an einigen Stellen konnte mich Adam mit seiner Lethargie schon etwas nerven. Hier findet sich allerdings eine gelungene Parallele zum ersten Teil, indem Mia im Koma liegt und ihrem Leben zwar zusieht, jedoch nicht selbst eingreifen kann. So geht es schließlich auch Adam, der wie ein Unbeteiligter neben seinem eigenen Leben steht, aber nicht imstande ist, es zu leben. Dieser Kniff ist meiner Meinung nach wirklich beeindruckend und verdeutlicht Adams tiefe Liebe zu seiner Mia, ohne die er nicht als vollständiger Mensch existieren kann. 
Insgesamt hat mir die Geschichte ein wenig besser gefallen als der erste Teil, denn hier ist mehr Dynamik drinnen - endlich kann man Adams Gefühlswelt aktiv erleben, was jedoch zugleich bedeutet, dass Mia ein wenig fremd wirkt. Sie ist ganz anders, als der Leser sie als Ich-Erzähler im ersten Teil erlebt hat und für mich war es am Anfang schwer, sie mit der Person, die mir bis dahin vertraut war, in Verbindung zu bringen. Es fällt zunächst schwer, sie zu verstehen und ihre Entscheidungen nachzuvollziehen, auch da Adams Perspektive eine sehr einseitige ist. Nichtsdestotrotz war es spannend, ihm zu folgen und mit ihm mitzufiebern, ob er seine alte Liebe wiedergewinnen kann oder nicht und ob er das überhaupt möchte.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass mir Gayle Formans Roman insgesamt sehr gut gefallen hat, was mich allerdings stört, beim ersten sowie beim zweiten Teil, ist die Erzählweise. Grundsätzlich sind Rückblicke eine schöne Methode, allerdings haben sie bei Nur diese eine Nacht immer wieder die laufende Handlung unterbrochen und so auch den Spannungsbogen. Das hat mich persönlich im Lesefluss gestört und ich empfand die langen Rückblicke teilweise als ermüdend und langweilig. Möglicherweise wäre eine lineare Erzählmethode für diese Art von Roman geeigneter gewesen. Wer sich aber daran nicht stört, der wird an diesem Buch ganz sicher seine Freude haben. Große Gefühle und ein wenig Kitsch inklusive ;)


Die Reihe:

1. Band: Wenn ich bleibe
2. Band: Nur diese eine Nacht

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