Samstag, 28. Februar 2015

REZENSION: "Ein ganzes halbes Jahr" (Jojo Moyes)

Copyright Rowohlt Verlag
Titel: Ein ganzes halbes Jahr

Autor: Jojo Moyes

Genre: Roman / Liebesroman / Drama

Verlag: Rowohlt

Erscheinungsjahr: 2013

Format: Taschenbuch (14,99 €)

Seiten: 512

ISBN: 978-3499267031

Challenge-Gewinner: Ja (Februar 2015)



Inhalt:

Mitte 20, wohnt noch bei den Eltern, wurde gerade gefeuert und ist definitiv zu schräg für eine konservative Kleinstadt, in der jeder jeden kennt: Lous Leben ist so ganz anders, als sie es sich erträumt hätte und auch ihr Freund, von dem sie sich mehr und mehr entfremdet, macht die Sache nicht besser. Um wieder auf die Beine zu kommen und ihre Familie mit Geld zu unterstützen, ist Lou beinahe jeder Job recht und so bewirbt sie sich ohne jede Erfahrung (und vielleicht auch ohne viel Elan) als private Pflegerin für einen schwerstbehinderten, jungen Mann. Wider Erwarten stellt dessen Mutter Lou ein, allerdings befristet für nur ein halbes Jahr. Das Gehalt ist exorbitant und so gibt sich Lou alle Mühe, den Anforderungen gerecht zu werden. Fortan soll sie sich um den gutaussehenden Will kümmern, der seit einem Unfall beinahe vollständig gelähmt und somit nicht mehr so selbstständig ist, wie er es sich selbst wünscht. Zunächst ist die Beziehung zwischen Lou und Will holprig - sie gibt sich alle Mühe, um seine Lebenslust wieder zu erwecken, was dieser ganz und gar nicht zu schätzen weiß - es geht ihm sogar regelrecht auf die Nerven. Doch Lou bleibt standhaft und entwickelt, selbst als sie erfährt, weshalb sie nur für ein halbes Jahr eingestellt wurde, nach und nach große Zuneigung für Will. Kann Lou ihn aus der Reserve locken? Und was steckt hinter der zynischen und teilnahmslosen Maske von Will? Wird er zurück ins Leben finden?



Rezension:

Jojo Moyes' Debütroman war direkt ein Paukenschlag, der berührt, aufwühlt und direkt ins Herz trifft. So romantisch und träumerisch wie die Geschichte ist auch schon das Cover, auf dem ein Mädchen einen Vogel fliegen lässt und dabei von roten Blüten umgeben ist. Ohne zu viel über die Story verraten zu wollen, muss ich sagen, dass das Cover damit genau ins Schwarze trifft, aber das werdet ihr nach dem Lesen selbst feststellen ;)
Ich möchte gar nicht allzu viele Worte über den Roman verlieren, was zugegebenermaßen recht ungewöhnlich für mich ist. Moyes' erzählt eine anrührende und ungewöhnliche Geschichte in einer so warmherzigen und wundervollen Art und Weise, dass es fatal wäre, sie haarklein auseinanderzunehmen. Was ich aber sagen möchte, ist, dass sie ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft anspricht, nämlich den Umgang mit Behinderten und ihr Bedürfnis, zu lieben und geliebt zu werden. Das finde ich sehr beeindruckend, denn Moyes gibt uns als Leser reichlich Stoff zum Nachdenken, vermittelt diesen aber keinesfalls in einer nüchternen und trockenen Art und Weise - auch der moralische Fingerzeig fehlt und das ist das Besondere an diesem Buch. Sie verwebt dieses Thema mit einer Liebesgeschichte, die so voller Kraft und Herz ist, dass sie einen völlig vereinnahmt. Und dabei ist Ein ganzes halbes Jahr mit jeder Menge Überraschungen gespickt, angefangen bei der Entwicklung, die beide Protagonisten - Lou und Will - durchlaufen und die ihrer einzigartigen Beziehung zueinander geschuldet ist, von der beide gleichermaßen profitieren. Will und Lou tun sich gut - so wie Moyes' Roman uns gut tut. Ich würde gerne ein paar Worte zum Ende sagen, aber ich will euch nicht die Spannung verderben, nur so viel: Moyes' ganzes erzählerisches Geschick vereint sie in einem Ende, das man ganz sicher so nicht erwartet hätte.

In meinen Augen ist Jojo Moyes eine hervorragende Schriftstellerin, die es schafft, eine herzerwärmende und zugleich teilweise schockierende Geschichte über eine große und außergewöhnliche Liebe so zu erzählen, dass sie in keinster Weise übertrieben oder kitschig wirkt. Ihre Figuren sind dermaßen authentisch und extravagant, dass man sie sofort ins Herz schließt und von der ersten bis zur letzten Seite mit ihnen mitfühlt. Diese Liebesgeschichte ist so anders und entspricht so gar nicht dem Schema, was viele andere Autoren, allen voran Nicholas Sparks, in den letzten Jahren gezeichnet haben. Aus diesem Grund und weil Moyes' Erzählstil wahnsinnig einnehmend, warm und träumerisch ist, gehört Ein ganzes halbes Jahr definitiv zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe.


Die Reihe:

1. Band: Ein ganzes halbes Jahr

Dieses Jahr starten die Dreharbeiten zur Verfilmung von Ein ganzes halbes Jahr, was mich als absoluter Liebhaber des Buches natürlich ein wenig skeptisch macht. Was denkt ihr, könnte es die Filmversion schaffen, dem Buch gerecht zu werden? Ich persönlich habe ja Angst, dass die Geschichte zu sehr verkitscht wird und dass auch das Ende verändert wird, damit es "Hollywood-tauglich" ist. Aber wir werden sehen, gespannt bin ich auf jeden Fall. 

Aktuelle Infos zur Verfilmung gibt's HIER

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