Freitag, 20. Februar 2015

REZENSION: "Der Rosie-Effekt" (Graeme Simsion)

Copyright FISCHER Krüger Verlag

Titel: Der Rosie-Effekt: Noch verrückter nach ihr

Autor: Graeme Simsion

Genre: Roman / Liebesroman / Humor

Verlag: FISCHER Krüger

Format: Hardcover (18,99 €)

Seiten: 448

ISBN: 978-3810522580

Challenge-Gewinner: Nein



Inhalt:

 

Es könnte alles so perfekt sein: nachdem Don Rosies Herz erobert hat, haben die beiden geheiratet und leben jetzt in New York. Trotz Dons sozialer Inkompetenz schaffen sie es sogar auf wundersame Weise, sich im Alltag miteinander zu arrangieren. Er analysiert noch immer Menschen als wären sie Forschungsobjekte und weiß in einigen Situationen icht adäquat zu agieren, aber dank Rosie ist er flexibler in seiner Tagesplanung und sensibler gegenüber den Gefühlen anderer geworden. Diese Idylle gerät ins Wanken, als Rosie feststellt: sie ist schwanger!
Dons Reaktion darauf fällt zunächst alles andere als begeistert aus - und schlägt dann ins genaue Gegenteil um. Übereifrig stürzt er sich auf jede Information, die er über Babys und Schwangerschaften aufstöbern kann, um seinen Wissensdefizit zu kompensieren, und wendet die neuen Erkenntnisse natürlich auch gleich an. Er gibt Rosie fortlaufend Ratschläge, stellt Pläne auf und kontrolliert ihr Essverhalten. Nur ist das so überhaupt nicht das, was seine Frau von ihm erwartet.

Rezension: 

Alle, die Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion gelesen haben, fragen sich wahrscheinlich: eine Fortsetzung? Warum? Gab es ein offenes Ende? Ungeklärte Fragen? Die Antwort: nein.
Dennoch ist Der Rosie-Effekt keine schriftstellerische Bruchlandung, wie das bei vielen Fortsetzungsromanen der Fall ist. In gewohnter Manier findet sich Don in merkwürdigsten Situationen wieder, hat Ärger mit Gesetzeshütern und trifft im Umgang mit Menschen häufiger nicht den richtigen Ton. Dennoch merkt man, dass sich seine sozialen Fähigkeiten weiterentwickelt haben. Er schließt mehrere neue Freundschaften und versucht, seinen Freunden bei ihren Problemen zu helfen und Rosie ein guter Ehemann zu sein. Die süßen kleinen Liebesgesten, die er ihr gegenüber macht, haben mich öfter zum Schmunzeln gebracht. Der Vorteil seiner Charaktereigenschaften besteht, aus meiner Sicht, darin, dass er die richtige Dosis Romantik einsetzt. Dadurch läuft die Story nicht Gefahr, ins Kitschige abzurutschen.
Im Gegensatz zum ersten Band stehen hier auch die Nebenfiguren mehr im Fokus und gestalten sich dadurch facettenreicher. Besonders Gene, Dons bester Freund, hat dadurch einiges an Pluspunkten gesammelt. Das kann ich von Rosie leider nicht behaupten. Um ehrlich zu sein, fand ich sie zwischenzeitlich wirklich unsympathisch und egoistisch. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum sie nicht gesehen hat, wie viel Mühe sich Don bei der Vorbereitung auf seine Vaterrolle gegeben hat. Umso trauriger empfand ich es dann, seine zunehmende Resignation mitzuverfolgen. Das drückt ein wenig auf die Stimmung und deswegen gibt es für Rosies Verhalten ein paar Abzüge. Der Grundton bleibt aber vordergründig amüsant. Alle Don Tillman-Liebhaber kommen also auf ihre Kosten. Diejenigen, die Das Rosie-Projekt noch nicht gelesen haben, können bei diesem Buch ebenfalls zugreifen. Beim Lesen entstehen durch 'mangelnde Vorkenntnisse' zumindest keine Schwierigkeiten.



Die Reihe:

1. Band: Das Rosie-Projekt
2. Band: Der Rosie-Effekt

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